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„Freedom Day“ in Bayern: „Magengrummeln“ wegen Maskenpflicht-Ende - Einige Einzelhändler setzen auf Hausrecht

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Von: Katarina Amtmann

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Maskenpflicht
Einige Händler bleiben wohl bei der Maskenpflicht, andere wollen die Maske zumindest empfehlen. © Christophe Gateau/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Am Sonntag sind in Bayern wegen des „Freedom Days“ die meisten Corona-Regeln gefallen, unter anderem die Maskenpflicht. Einige Einzelhändler bestehen aber auf ihrem Hausrecht.

München - Der „Freedom Day“ rückt näher: Am Sonntag (3. April) läuft auch in Bayern der Großteil der Corona-Regeln aus (Alle Regeln und Lockerungen im Überblick*) Auch die Maskenpflicht fällt vielerorts und bleibt nur in Einrichtungen mit vulnerablen Gruppen bestehen, so zum Beispiel in Krankenhäusern, Arztpraxen und Flüchtlingszentren. Im Einzelhandel aber wird zukünftig keine Maske mehr vorgeschrieben sein.*

Corona-„Freedom Day“: Jeder neunte Händler in Bayern will weiter Masken verlangen

Ein Teil der Einzelhändler will per Hausrecht weiter eine Maske für Kunden fordern - und zahlreiche Geschäfte es zumindest empfehlen. Etwa jeder neunte bayerische Einzelhändler will in seinen Geschäften an der Maskenpflicht festhalten. 11,7 Prozent sagten das in einer am Samstag beendeten Umfrage des Handelsverbands Bayern (HVB). 77,4 Prozent wollen dagegen nicht über das Hausrecht Masken vorschreiben - auch eine Edeka-Marktleiterin freut sich über das Ende der Maskenpflicht.* Bayernweit gibt es rund 58.000 Einzelhändler.

Der Großteil der bayerischen Händler verzichte zwar auf eine Maskenpflicht, doch viele machen das „mit Magengrummeln und einer Faust in der Tasche“, sagte HVB-Geschäftsführer Bernd Ohlmann der Deutschen Presse-Agentur. Denn insgesamt sehe eine Mehrheit der 979 teilnehmenden Einzelhändler die Abschaffung der staatlichen Maskenpflicht kritisch. 50,4 Prozent halten sie laut Umfrage für falsch, 39,2 Prozent für richtig.

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Corona-Regeln: Bayerische Einzelhändler wollen Maske empfehlen

Dass der Anteil der Händler, die per Hausrecht an der Pflicht festhalten, so viel geringer ist, als der der Abschaffungs-Kritiker, erklärte Ohlmann damit, dass viele Händler in Sorge seien, sonst Kunden zu verlieren. Sei es an die maskenfreie Konkurrenz, sei es an den Onlinehandel. Gleichzeitig sehe der Handel aber auch die Gefahr, dass Kunden, die sich ohne Maskenpflicht unwohl fühlen, verloren gehen. Viele Händler wollen der Umfrage zufolge nun zumindest eine Empfehlung zum Maskentragen abgeben. Und wo die Maske vorgeschrieben wird, soll es mehrheitlich eine FFP2-Maske* sein.

Die Sorge, dass sich Mitarbeiter infizieren, dürfte dabei auch eine Rolle spielen. Der Krankenstand in vielen Unternehmen sei schon jetzt hoch und der Handel teilweise am Limit, so Ohlmann. „Und was nützt es einem Kunden denn, wenn er ohne Maske einkaufen kann, aber die Regale leer sind, weil die Einräumer krank sind.“

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Den eigenen Mitarbeitern wollen knapp zwei Drittel der Einzelhändler die Entscheidung für oder gegen die Maske selbst überlassen, etwa 20 Prozent planen eine allgemeine Maskenpflicht für ihre Mitarbeiter, weitere 16 Prozent nur für bestimmte Tätigkeiten.

In den allermeisten bayerischen Geschäften werden Kunden also keine Masken mehr tragen müssen. Das entspricht auch den Ankündigungen der großen Lebensmittelhändler, die aber teils zumindest das freiwillige Tragen empfehlen wollen. Ohlmann geht dennoch davon aus, dass zumindest zu Beginn noch die meisten Kunden und Beschäftigten Maske tragen werden - zumindest solange die Infektionszahlen hoch blieben. (kam/dpa) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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