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DER FR-ADVENTSKALENDER

Das Geheimnis der Wichteltür

Wie es kam, dass vor zwei Jahren ein Weihnachtswichtel bei uns einzog: Folge 22 unserer FR-Adventsgeschichten

Wir sind nicht mehr zu dritt in unserem Zuhause. Wir sind jetzt zu viert. Nein, wir haben keinen Nachwuchs bekommen. Aber wir haben einen Mitbewohner auf Zeit. Er lebt hinter einer kleinen roten Tür aus Holz, die sich – über Nacht, man könnte sagen: wie durch Zauberhand – am 1. Dezember oberhalb der Fußleiste im Wohnzimmer aufgetan hat.

Hinter dieser Tür, etwas versteckt in einer Nische neben dem Kaminschacht, lebt unser Wichtel Willi. Er ist hauptberuflich Weihnachtsmannhelfer und wurde von seinem Chef am Nordpol abkommandiert, um uns bei den Vorbereitungen auf das Fest zu unterstützen. In erster Linie soll Willi unserem vier Jahre alten Sohn aber die Zeit bis Weihnachten versüßen und seine Augen Tag für Tag zum Leuchten bringen.

Der Brauch, dass vor Weihnachten ein Wichtel zu Hause einzieht, stammt aus Skandinavien, genauer aus Dänemark. Dort heißt der Wichtel Nisse und die Wichteltür Nissedor. Seit ein paar Jahren wird der Brauch aber auch fernab Skandinaviens immer beliebter. Auch in Deutschland ziehen die kleinen Helfer vermehrt ein.

weihnachtsrituale

Für die einen ist es die Gans an Heiligabend, für die anderen muss es „Drei Nüsse für Aschenbrödel“ im Nachmittagsprogramm sein. Wir alle haben bestimmte Geschichten, Filme oder auch Rituale, die zu Weihnachten gehören – und ohne die unsere Adventszeit nur halb so festlich wäre. In diesem Jahr finden Sie im FR-Adventskalender nicht nur die beliebten persönlichen Geschichten, sondern hin und wieder auch Verlosungen. Viel Glück und auf jeden Fall: Frohes Fest! FR

Der Wichtel, auch unser Willi, schläft tagsüber, wenn wir Menschen wach sind, tief und fest hinter seiner Wichteltür. Erst nachts, da wird er aktiv. Dann erledigt er ganz eifrig all seine Aufgaben, backt beispielsweise Plätzchen, bereitet für das Frühstück der Menschen Pfannkuchenteig vor, schmückt den Weihnachtsbaum, fällt im Wald eine Tanne oder wäscht Wäsche. Zwischendurch macht er aber auch ein wenig Unsinn und bringt die Kinder mit seinem Schabernack zum Lachen. So hat Willi am zweiten Advent die Kerzen durch Karotten ausgetauscht, das Obst in der Küche mit Wackelaugen beklebt, unsere Schuhe in Frischhaltefolie eingewickelt und unsere Familienfotos mit Bärten und Wichtelmützen bemalt.

Gesehen haben wir unseren Wichtel aber noch nie, obwohl er ja schon zum zweiten Mal bei uns wohnt. Wir dürfen ihn aber auch nicht zu Gesicht bekommen. Niemals. Nie. Denn sonst verliert er seine Zauberkraft und muss zum Weihnachtsmann zurückkehren. So hat es uns Willi zumindest in einem seiner täglichen Briefe erklärt.

Ich selbst bin im vergangenen Jahr im sozialen Netzwerk Instagram über die Tradition mit der Wichteltür gestolpert und war sofort begeistert. Sehr spontan ist dann auch bei uns zum ersten Mal Wichtel Willi einzogen. Der Sohn war hin und weg. Immer wieder hat er von Willi erzählt. Schnell war also klar: Der Wichtel muss auch in diesem Jahr wieder kommen.

Die Vorbereitungen für den erneuten Einzug haben dieses Mal schon im Oktober begonnen. Ich habe im Internet allerlei Miniatur-Zubehör für die täglich wechselnde Dekoration vor der Wichteltür bestellt: Stifte, Küchenutensilien, Geschirr, Besteck und Christbaumkugeln. Ich habe Umzugkartons aus Pappe gebastelt, einen Tisch und Stühle aus Modelliermasse geformt, eine Bank und einen Zauberschrank aus Holz-Eisstäbchen gefertigt. Zudem habe ich mir Geschichten überlegt, Briefe geschrieben und einen Ablaufplan vorbereitet. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Das klingt alles ziemlich viel und aufwendig? Ist es auch. Aber an Weihnachten ist der ganze Spuk vorbei. Dann zieht der Wichtel wieder aus – und hinterlässt für Groß und Klein viele magische und zauberhafte Erinnerungen.

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