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Das ewige Auf und Ab

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Von: Boris Halva

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Nicht nur auf der Bühne voller Hingabe: Pete Doherty, hier 2017 bei einem Auftritt in Paris. Francois Mori/AP/dpa
Nicht nur auf der Bühne voller Hingabe: Pete Doherty, hier 2017 bei einem Auftritt in Paris. Francois Mori/AP/dpa © dpa

Ein Rockstar bleibt sauber – und in einem Aufzug in Jena geht’s drunter und drüber

Wenn sich einer auskennt mit den Höhen und Tiefen des Lebens, dann Pete Doherty . Der milchgesichtige Rockrabauke ist im Aufzug des Ruhms eine Weile ganz nach oben gefahren und – so kann’s gehen mit Sex, Drogen und Rock’n’Roll – nicht nur einmal im Untergeschoss gelandet. Aber die Zeiten sind rum, wie der 43-jährige Brite jetzt dem „Playboy“ verraten hat: „Ich nehme kein Heroin mehr“, sagte der Sänger, „aber es ist nicht leicht. Die Besessenheit ist noch in mir.“ Es sei „ein wilder Ritt“ und es werde sich zeigen, „ob ich in dieser Welt ohne das Zeug existieren kann“.

Im Moment sieht es gut aus: Er lebt mit seiner Frau Katia de Vidas abgeschieden in der Normandie, seit drei Jahren sogar ohne Smartphone. Die Ruhe scheint ihm die Kraft zur Reflektion zu geben: „Aktuell sind die Drogen für mich wie ein alter Freund, an den du noch denkst, aber du weißt, dass du ihn nicht treffen solltest.“ Und noch etwas hat Doherty erkannt: „Drogen sind eine einfache, kurzfristige Lösung für viele Probleme, aber sie machen langfristig alles nur viel schlimmer.“

Was dazu wohl die fünf Frauen und Männer im Alter zwischen 33 und 38 Jahren sagen, die am Montag im Aufzug eines Hauses in Jena steckengeblieben waren? Laut Polizei habe das Quintett zunächst den Notrufknopf gedrückt, woraufhin der zuständige Wartungstechniker durchgab, sie müssten sich auf eine längere Wartezeit einstellen. Wie günstig, dass die fünf Alkohol und andere Rauschmittel dabei hatten, um sich die Wartezeit ein wenig weichzuspülen. Eher ungünstig war, dass sie alsbald die mitgeführten Drogen probierten und sich einen reingossen, bis der Alkohol „aus dem Fahrstuhl tropfte“, wie es in der Meldung heißt. Weil sie auch gegen die Tür traten, kam statt der Wartungsfirma die Feuerwehr und trug das Dach des Fahrstuhls ab, um die Wildgewordenen zu befreien. Zum Sachschaden gab es keine Angaben, aber den Fünfen sei zur Nachbereitung die Lektüre des Doherty-Interviews empfohlen. Stichwort: Kurzfristig können Drogen helfen, Probleme zu vergessen, langfristig... boris halva

Mehr Informationen finden Sie unter www.fr-online.de

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