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Danke, Schranke!

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Von: Boris Halva

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Läuft nicht: Boris Becker, ehemaliger Tennis-Profi aus Deutschland, kurz vor der Urteilsverkündung am 29. April. Frank Augstein/AP/dpa
Läuft nicht: Boris Becker, ehemaliger Tennis-Profi aus Deutschland, kurz vor der Urteilsverkündung am 29. April. Frank Augstein/AP/dpa © dpa

Von mächtigen Parkhauswärtern, inhaftierten Tennislegenden und duftenden Briefmarken

Schade! Es hätte so gut gepasst, diesen Wochenrückblick mit ein paar heiteren Worten über die sechs Briten zu eröffnen, die am Donnerstag einen über den Durst getrunken und dann im Flugzeug randaliert und um sich geschlagen hatten, so dass sie kurz nach der Landung festgenommen wurden. Aber dann wären wir gleich wieder beim Thema Fußball – und da verstehen nicht nur britische Fans keinen Spaß.

Ganz offensichtlich keinen Spaß verstehen die Wachleute eines Parkhauses in Mainz beim Thema Alkohol: Als sie am Mittwoch eine augenscheinlich betrunkene Frau beobachteten, wie sie in ihren Wagen stieg, um davonzufahren, bremsten sie die 46-Jährige kurzerhand aus, indem sie die Schranke an der Ausfahrt blockierten. Die Frau fuhr dann zwar zurück ins Parkhaus (natürlich entgegen der Fahrtrichtung), die Polizei war aber längst alarmiert und ließ die Dame in die Röhre blasen, wobei 1,7 Promille Atemalkohol gemessen wurden. Fazit: Führerschein weg, aber die Parkuhr, die läuft …

Womit wir bei Boris Becker wären, bei dem es derzeit eher nicht so läuft: Insolvenz nach Ansicht von Richterin Deborah Taylor nicht sauber dokumentiert, Ende April verurteilt – und dann nicht über Los, sondern direkt ins Kittchen. Im Anschluss droht der Tennislegende möglicherweise die Abschiebung. Das britische Innenministerium wollte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur den individuellen Fall zwar nicht kommentieren, teilte aber mit: „Jeder ausländische Staatsbürger, der wegen einer Straftat zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wird, kommt für eine Abschiebung zum frühestmöglichen Zeitpunkt in Betracht.“ Nicht schön, aber da Becker mindestens 18 Monate seiner Strafe absitzen muss, ist ja noch bisschen Zeit, sich was zu überlegen.

Und sollten Beckers Stunden im berüchtigten Wandsworth-Gefängnis allzu lang und dunkel werden, könnte mit einer der Sondermarken, die jetzt in der Schweiz erscheinen, ein Hauch von Freiheit in die Zelle wehen: Denn die Marke, die zu Ehren der Pfadfinderinnen und Pfadfinder herausgebracht wird, soll bei leichtem Rubbeln nach Lagerfeuer riechen und „Erinnerungen an Gitarrenlieder und Freundschaft wecken“. Hach, manchmal steckt in kleinen Dingen ein großer Trost. boris halva

Mehr Informationen finden Sie unter www.fr-online.de

Riecht wohl: Die Marke für 1,10 Franken (1,06 Euro) hat eine besondere Beschichtung, die durch Wegrubbeln den Duft von Lagerfeuer freisetzt. Schweizer Post/dpa
Riecht wohl: Die Marke für 1,10 Franken (1,06 Euro) hat eine besondere Beschichtung, die durch Wegrubbeln den Duft von Lagerfeuer freisetzt. Schweizer Post/dpa © dpa

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