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Kolumne

Covid-19: Wie eine Krankheit die Welt verändert

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Das Coronavirus zwingt die Welt zu einer kollektiven Vollbremsung, zu Nullwachstum, fast zum Stillstand, sozusagen zu einer viralen Deglobalisierung. Die Hontschik-Kolumne.

Vielleicht sieht in zwei Tagen alles viel schlimmer aus als heute, vielleicht aber auch nicht. Der Corona-Wahnsinn rast um den Erdball. Nachrichtensender überbieten sich mit Live-Tickern. Rund um die Uhr wird jeder neue Infektionsfall gezählt, mehr als 500 in Deutschland, mehr als 3800 in Italien, mehr als 80.000 in China. Hotlines sind geschaltet. Wir sollen uns nicht die Hand geben. Wir sollen uns nicht umarmen. Wir sollen in unseren Ellbogen husten.

Coronavirus: Desinfektionsmittel und Klopapier werden knapp

Messen, Sportfeste, Festivals, Reisen wurden und werden abgesagt, Veranstaltern droht Insolvenz. Kindergärten, Schulen, Universitäten werden geschlossen. Züge werden angehalten, Grenzen zeitweise dicht gemacht. Es gibt kaum noch Flüge nach China, in den Iran, nach Südkorea, nach Italien. Aktien von Luftverkehrsgesellschaften brechen ein. Panik führt zu leeren Regalen, das produziert neue Panik. Desinfektionsmittel und Klopapier werden knapp. Kreuzfahrtschiffe, Hotelanlagen, Dörfer, Städte, Regionen werden isoliert. Quarantäne droht allen mit Fieber und Husten. Wirtschaftsverbände fürchten das Corona-Virus als das größte ökonomische Risiko seit der Finanzkrise von 2009.

Keine Talkshow ohne Virologen: Einige meinen, Quarantäne sei weit übertrieben. Andere betonen, die Ausbreitung des Virus sei sowieso nicht zu verhindern. Ein anderer stellt klar, dass niemand wirklich wissen könne, wie sich das Virus verhält, wie es sich verbreiten und was es verursachen wird. Und wieder ein anderer spricht davon, dass die Sterblichkeit der Corona-Virus-Erkrankung geringer ist als anfangs befürchtet. 

Ich frage mich, wie es bei einer Krankheit, die überwiegend wie eine Erkältung verläuft, zu einer solchen Hysterie kommen kann? Sterben nicht jedes Jahr allein in Deutschland Tausende an einer normalen Grippe, im Winter 2017/2018 sogar mehr als 25.000 der Erkrankten?

Coronavirus zwingt zum Stillstand

Dr. med. Bernd Hontschik ist Chirurg und Publizist. www.medizinHuman.de

Aktuell von ihm im Buchhandel: „Erkranken schadet Ihrer Gesundheit“

Inzwischen tauchen nach und nach auch andere Meldungen auf. Acht bis neun Millionen Menschen sterben jedes Jahr an den Folgen von Luftverschmutzung. Satellitenbilder der NASA vom Februar 2019 zeigen in der Region Wuhan eine dunkelbraune Verfärbung der Atmosphäre als Ausdruck einer extrem hohen Belastung mit Stickstoffdioxid (NO2). Das ist das Gift, das von Autos, Heizungen, Kraftwerken und Fabrikschloten ausgestoßen wird. Ein Jahr später, im Februar 2020, findet sich über Wuhan plötzlich helles Himmelblau als Zeichen einer niedrigen Konzentration von NO2. Das größte Wirtschaftsrisiko seit 2009 verursacht also zugleich das größte Aufatmen der Natur seit langer Zeit. Erste Anzeichen deuten auch schon darauf hin, dass der Ausbruch des Coronavirus innerhalb kürzester Zeit weltweit mehr CO2-Emissionen verhindert hat als die ganze sogenannte Klimapolitik der vergangenen Jahre zusammen.

Das Corona-Virus zwingt die Welt zu einer kollektiven Vollbremsung, zu Nullwachstum, fast zum Stillstand, sozusagen zu einer viralen Deglobalisierung. Das hat seine guten Seiten, aber für den viel zu hohen Preis einer Pandemie. Wenn diese Pandemie am Ende jedoch zu einem Umdenken beigetragen haben könnte, dann hätte sie vielleicht sogar einen Sinn gehabt.

Von Bernd Hontschik

Bernd Hontschik kann mittlerweile nur noch einzelneSchnipsel vom ganz großen Corona-Mosaik aufnehmen, ein Bild ergibt das nicht.

Inzwischen wirkt sich die Vollbremsung auch auf die Aktienkurse aus. Im Live-Ticker zur Börse gibt es die entsprechenden Informationen.

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