Behörde hat entschieden

Coronavirus auf Teneriffa: Hunderte isoliert - Erste Gäste dürfen Hotel verlassen

  • schließen

Coronavirus: Deutsche Hotelgäste auf Teneriffa beklagen den Infektionsschutz und hoffen auf Außenminister Heiko Maas. Das Auswärtige Amt bezieht Stellung.

  • Auf der Insel Teneriffa ist ein Hotel mit über 1000 Gästen unter Quarantäne gestellt worden. 
  • Ein mit dem Coronavirus infiziertes Ehepaar aus Italien hielt sich in der Gegend auf. 
  • Tourismus: Alle Gäste des Hotels auf den Kanarischen Inseln sollen überprüft werden. 

Update vom 28.02.2020, 12.18 Uhr: Einige der Gäste des unter Quarantäne gestellten Hotels auf Teneriffa haben das Gebäude am Freitag mit Erlaubnis der Gesundheitsbehörden verlassen. In dem Hotel im Südwesten der spanischen Urlaubsinsel waren zu Wochenbeginn vier Italiener positiv auf das Coronavirus getestet worden. Am Dienstag wurde das Gebäude deshalb isoliert. Die Regierung der Kanarischen Inseln erklärte nun am Donnerstag, 130 der festsitzenden Touristen dürften abreisen - aber nur, weil sie erst nach dem 24. Februar angekommen seien und keinen Kontakt zu den Infizierten haben konnten.

In dem Hotel befanden sich zuvor insgesamt rund 1.000 Menschen, darunter auch viele deutsche Feriengäste. Unter den 130 Menschen, die gehen dürften, seien Spanier, aber auch Gäste anderer Nationalitäten, berichtete das spanische Fernsehen. Wie es für die verbleibenden Urlauber weitergeht und wann sie abreisen können, war weiter unklar.

Das Auswärtige Amt hatte am Donnerstagabend auf Anfrage mitgeteilt: „Die Entscheidung über die Dauer der Maßnahmen oder die Möglichkeit einer Abreise müssen die dafür zuständigen spanischen Behörden treffen.“ Das deutsche Konsulat in Las Palmas de Gran Canaria und auch der Honorarkonsul auf Teneriffa verfolgten die Entwicklungen genau und stünden sowohl mit den betroffenen Deutschen als auch den spanischen Behörden in Kontakt. Mehrere deutsche Gäste des Hotels hatten zuvor in einem Schreiben an Bundesaußenminister Heiko Maas darum gebeten, ausgeflogen zu werden.

Coronavirus auf Teneriffa: Hunderte isoliert - Touristen bitten Maas um Evakuierung

Update vom 27.02.2020, 19.08 Uhr: Das Auswärtige Amt von Heiko Maas hat inzwischen auf die Forderung der in Quarantäne festsitzenden Touristen auf Teneriffa reagiert. In einer Erklärung der Behörde hieß es, „Die Entscheidung der Abriegelung bzw. Quarantänemaßnahmen obliegt den zuständigen spanischen Behörden“. Diese müssten auch über die Dauer der Maßnahmen sowie die Möglichkeit einer Abreise entscheiden. Das deutsche Konsulat in der Hauptstadt der Kanaren, Las Palmas de Gran Canaria, und der Honorarkonsul auf Teneriffa verfolgten die Entwicklungen aber genau.

Update vom 27.02.2020, 17.03 Uhr: Die Lage in dem wegen Coronavirus-Fällen unter Quarantäne gestellten Hotel auf Teneriffa hat sich zugespitzt. „Die Situation hier vor Ort stellt sich aufgrund der Versorgungssituation und der hygienischen Verhältnisse dramatisch dar“, hieß es am Donnerstag in einer an Bundesaußenminister Heiko Maas gerichteten Petition deutscher Urlauber, die der Deutschen Presse-Agentur vorlag. Die spanischen Behörden seien wegen der begrenzten medizinischen Möglichkeiten auf der Kanareninsel offenbar überfordert. „Wegen des mangelhaften Infektionsschutzes, der hier leider festzustellen ist, wäre eine sofortige Evakuierung nach Deutschland erforderlich“, hieß es in dem Schreiben.

Der deutsche Urlauber Lars Winkler aus Ostfriesland sagte der dpa am Telefon, bei ihm sei nur ein einziges Mal Fieber gemessen worden. Seither sollten die Gäste - darunter viele Deutsche - selber ihre Temperatur messen und Auffälligkeiten melden. Viele Touristen machten sich Sorgen, dass neue Fälle entdeckt werden könnten und die Quarantäne unter Umständen sehr lange dauern könnte. „Die hygienischen Zustände sind eine Katastrophe, das ist für alle hier ein enormes Risiko“, so Winkler. „Außerdem bekommen wir von niemandem Informationen darüber, wie es weitergeht.“

Coronavirus auf Teneriffa: Hunderte müssen sich auf lange Isolation einstellen

+++ 15.15 Uhr: Wie nun bekannt wurde, müssen die Urlauber auf Teneriffa in einem Hotel unter Quarantäne stehen, 14 Tage in dem Zustand ausharren. Dies teilen die Behörden auf den Kanaren mit. So lange kann es nach aktuellem Wissensstand dauern, bis bei Infizierten die ersten Beschwerde auftreten und sich das Coronavirus nachweisen lässt. 

Coronavirus auf Teneriffa: So geht es den gestrandeten Urlaubern

Update vom 26.02.2020, 11.20 Uhr:Das wegen Coronavirus-Fällen unter Quarantäne gestellte Hotel auf Teneriffa ist weiterhin durch die Polizei abgeriegelt. „Wir können zwar aus dem Gebäude, dürfen aber das Hotelgelände nicht verlassen“, sagte der deutsche Urlauber Lars Winkler am Mittwoch im Telefoninterview. „Viele Leute bleiben aber im Zimmer.“

„Um zwei Uhr morgens klopfte es plötzlich an unserer Tür, dann wurde Fieber gemessen“, erzählte er. Menschen „in einer Art OP-Kleidung“ seien von Tür zu Tür gegangen und hätten die Gäste geweckt. Ob es sich dabei um Ärzte gehandelt habe, sei nicht klar. „Zudem haben wir selbst Fieberthermometer und einen Mundschutz bekommen.“

Die Situation im Hotel sei aber ruhig, viele Gäste stünden auf ihren Balkonen: „Sie harren der Dinge, die da kommen“. Kritisch beurteilte der Deutsche die Informationspolitik des Hotelmanagements und der Behörden: „Alles, was wir zum Thema wissen, haben wir aus dem Netz.“

Coronavirus auf Teneriffa: Deutscher Tourist schildert Lage

Update vom 26.02.2020, 06.10 Uhr: Ein Hotel auf Teneriffa steht wegen Coronavirus-Verdachts unter Quarantäne. Gegenüber der Nachrichtenagentur dpa schildert ein deutscher Gast die Situation: „Wir bekommen hier keinerlei Informationen vom Hotel, und einen Arzt haben wir auch noch nicht gesehen“, so Lars Winkler im dpa-Telefoninterview. „Das Warten auf den Mediziner mürbt.“

Beim Aufwachen hatte Winkler nach eigenen Angaben „einen Zettel unter der Tür“ gefunden, auf dem stand, „dass das Hotel aus Gesundheitsgründen geschlossen sei und alle Gäste auf ihren Zimmern bleiben sollen“, so Winkler. Erst über das Internet habe er erfahren, was los war. „Wir haben dann vom Balkon aus gesehen, dass Polizei da ist, die das Hotel und die Zugänge zum Strand bewacht.“ Einige Gäste seien „wirklich beunruhigt, andere sind aufgebracht“, schildert Winkler und sagt weiter: „Eine bessere Informationspolitik des Hauses würde sicher helfen“.

Coronavirus auf Teneriffa: Zweiter Fall im Hotel bestätigt

Update 17.15 Uhr: Auf der spanischen Urlaubsinsel Teneriffa ist am Dienstag ein zweiter Coronavirus-Fall bekannt geworden. Die Ehefrau des mit Sars-CoV-2 infizierten italienischen Touristen sei ebenfalls positiv getestet worden, berichtete das spanische Fernsehen unter Berufung auf die Gesundheitsbehörden. Beide Patienten liegen isoliert in einem Krankenhaus auf der Kanareninsel.

Das Hotel, in dem das Ehepaar fast eine Woche lang Urlaub gemacht hatte, steht seit dem Morgen unter Quarantäne. Rund 1000 Menschen in dem Gebäude sind betroffen. Insgesamt sind nun fünf Covid-19-Fälle in Spanien bestätigt worden.

Spaniens Ministerpäsident Pedro Sánchez rief die Menschen derweil zur Ruhe auf. Das öffentliche Gesundheitssystem des Landes sei hervorragend auf eine solche Krise vorbereitet, sagte er am Dienstag.

Coronavirus auf Teneriffa: Nur „nur sanitäre Kontrolle“

Update, 13.55 Uhr: Wegen eines Coronavirus-Verdachtsfalls dürfen auf der spanischen Ferieninsel Teneriffa (Kanarische Inseln) hunderte Gäste vorerst die Zimmer ihres Hotels nicht verlassen. Das Hotel befände sich aber nur unter „sanitärer Kontrolle“ und nicht unter Quarantäne, wie die Sprecherin der örtlichen Gesundheitsbehörde, Veronica Martín, am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP mitteilte. Ein italienischer Hotelgast war am Montag auf der Kanarischen Insel Teneriffa positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Panisch? Besonnen? Lax? Europäische Politikerinnen und Politiker haben für den Coronavirus Covid-19 noch nicht die richtige Strategie gefunden. Der Kommentar

Coronavirus auf Teneriffa – Hunderte Touristen dürfen ihr Hotel nicht verlassen

Erstmeldung vom 25.02.2020, 12.10 Uhr: Auf der Urlaubsinsel Teneriffa (Kanarische Insel) ist ein Fall des neuartigen Coronavirus nachgewiesen worden. Ein Besucher aus Italien sei positiv auf das neue Virus getestet worden, berichtete das Fernsehen in der Nacht zum Dienstag unter Berufung auf die örtlichen Gesundheitsbehörden. Bei dem Mann handle es sich nach Informationen des Senders RTVE um einen 69-Jährigen aus der Lombardei, das im Moment am stärksten von dem Virus betroffene Gebiet in Norditalien. Ganze Städte stehen in Italien aktuell unter Quarantäne.

Coronavirus auf Teneriffa (Kanarische Insel): Touristen dürfen Hotel nicht verlassen

Das Gesundheitsministerium der Kanarischen Inseln hat das Corona-Notfall-Protokoll aktiviert. Das Hotel „H10 Costa Adeje Palace“ in der Gemeinde Adeje im Süden der Insel sei unter Quarantäne gestellt worden, wie die Lokalzeitung „Diario de Avisos“ berichtet. Keiner der rund 1.000 Gäste dürfe die Unterkunft verlassen. Sie alle sollen auf das Coronavirus getestet werden. 

Der mutmaßlich infizierte Mann hatte sich in der Gemeinde Adeje aufgehalten. Der Patient ist Arzt und hatte sich selbst in die Quirón-Klinik im Süden Teneriffas (Kanarische Insel) begeben, nachdem er Fieber und andere Symptome bei sich selbst festgestellt hatte. 

Er stammt aus der Region in Italien, in der derzeit das Coronavirus seine größte Ausbreitung in Europa erlebt. Bislang wurde in Italien bei knapp 230 Menschen eine Infektion mit dem Erreger der Lungenkrankheit Covid-19 nachgewiesen, sieben Infizierte starben bereits. Die meisten Infektionen wurden in der nördlichen Region Lombardei verzeichnet. Die italienische Regierung stellte elf Orte mit insgesamt mehr als 50.000 Einwohnern unter Quarantäne.

Coronavirus auf Teneriffa: Tourismus eingeschränkt

Auf Twitter kursieren Videos von Touristen, die die Situation auf Teneriffa zeigen. Mehrere Menschen mit Mundschutz sind vor dem Hotel zu sehen, Absperrbänder sind vor dem Eingang des Hotels „H10 Costa Adeje Palace“ gespannt. 

Ein britischer Urlauber sagte gegenüber „skynews“: „Alles, was uns gesagt wurde, ist, dass wir unsere Zimmer nicht verlassen dürfen. Wir haben keinerlei Informationen bekommen, außer einem Zettel, der unter der Tür hindurchgeschoben wurde.“ (mit dpa)

Das Coronavirus breitet sich weiter aus. NRW meldet erste Fälle. Deutschland rüstet sich für die Epidemie.

Auch in den USA breitet sich das Coronavirus aus. Donald Trump spricht trotzdem von einem „neuen Hoax“ der Demokraten.

Das Coronavirus breitet sich in Europa immer weiter aus. In Italien wurden Ortschaften abgeriegelt. In China stehen Millionenstädte unter Quarantäne. Welche Maßnahmen darf der deutsche Staat treffen?

Maybrit Illner beschäftigt sich in ihrem TV-Talk mit dem Coronavirus: Virologe Christian Drosten prophezeit: „Es wird schlimm werden“

Rubriklistenbild: © DESIREE MARTIN / AFP

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare