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Die Grippewelle fand im vergangenen Jahr in Deutschland faktisch nicht statt.
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Die Grippewelle fand im vergangenen Jahr in Deutschland faktisch nicht statt.

Corona-Regeln kontraproduktiv?

Schwere Grippewelle wegen Maskenpflicht befürchtet

  • VonLukas Zigo
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Experten warnen vor einer schweren Grippesaison, sofern die Maskenpflicht für Geimpfte nicht gelockert wird. Was kontraproduktiv klingt, folgt medizinischer Logik.

Frankfurt am Main – Eine gefährliche Grippesaison zu bekämpfen, indem man von der Maskenpflicht zur Maskenempfehlung umstellt, klingt erst einmal nicht sehr zielführend. Das jedoch ist genau das Thema, das Medizinerinnen und Mediziner dieser Tage beschäftigt. Der Schweizer Infektiologe Andreas Widmer wagt nun einen Vorstoß.

„Es würde Sinn machen, wenn für Geimpfte in Läden und Bahnhöfen oder auch in Büros nur noch eine Maskenempfehlung statt einer Maskenpflicht gälte“, sagte der Präsident des Schweizer Zentrums für Infektionsprävention gegenüber der Tageszeitung 20 Minuten. Da die Menschen aufgrund der Maskenpflicht nicht mehr regelmäßig mit Viren in Kontakt kommen, fürchten Widmer und auch einige weitere Virologen, dass sich das Immunsystem nicht ausreichend an sie gewöhnen kann.

Infektiologe warnt: „Mir graut vor dem Winter“

„Mir graut vor dem Winter“, so Widmer gegenüber 20 Minuten. „Dieser Aufbau der Immunität fehlte letztes Jahr, weil die Bevölkerung wegen der Maskenpflicht lange Zeit keine Immunabwehr gegen Grippe- und Erkältungsviren aufbauen konnte. Die Grippe kann zurückschlagen und uns hart treffen.“

Huldrych Günthard, Infektiologe am Universitätsspital in Zürich, schlägt in dieselbe Kerbe: „Wenn wir Pech haben, gibt es zusätzlich zum bereits hohen Niveau von Corona-Infektionen eine Megawelle von respiratorischen Infekten aller Art, die bisher aufgrund der Schutzmaßnahmen zurückgedrängt waren und nun virulenter geworden sind“, erklärte er der Neuen Züricher Zeitung.

Die Grippewelle fand im vergangenen Jahr in Deutschland faktisch nicht statt. Das RKI zählte für die Saison 2020/21 ganze 564 gemeldete Infektionen. Im Jahr davor waren es 186.000.

RKI warnt vor Grippe-Welle: Krankenhäuser und Ärzte könnten überlastet werden

Das Zusammenspiel zwischen Menschen und Viren, ein labiles Gleichgewicht, sei „durch die Pandemie und durch die Maßnahmen gestört“, sagte Sandra Ciesek, Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt bereits im März im Coronavirus-Update des NDR. Die Häufigkeit der Infektionen sei dadurch künstlich verschoben worden.

In seiner Herbst-Winter-Strategie mahnt das RKI daher, dass Krankenhäuser „auch angesichts der zusätzlich zu erwartenden Belastung durch akute Atemwegsinfektionen“ auf „ein verstärktes Krankheitsgeschehen“ vorbereitet werden sollten. Neben dem Hauptverdächtigen Sars-CoV-2 zählen dazu auch die Grippe sowie das Respiratorische Syncytial-Virus (kurz RSV), einem der typischen Erkältungserreger.

Influenzawelle – Mediziner rät zu frühzeitiger Grippeimpfung

Mediziner Klaus Wahle hat eine andere Lösung parat als sein Schweizer Kollege. Der Professor und Sprecher des Projekts Grippeschutz riet im Tagesspiegel dazu, sich frühzeitig gegen Grippe impfen zu lassen, da niemand wisse, wie ausgeprägt die nächste Grippewelle werde. Üblicherweise ist der Januar die Zeit mit den höchsten Influenza-Infektionen. Ein weiteres Anliegen ist für ihn ein strikteres Hygiene-Verhalten: „Wenn es uns gelingt, beides miteinander zu verknüpfen, macht mir die nächste Influenzawelle keine Sorgen. Sie wird dann nämlich nicht kommen.“ (Lukas Zigo)

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