Corona-Pandemie

Coronavirus breitet sich aus: Ab wann ist man immun gegen das Virus?

Gegen Viren wie das Masernvirus sind wir nach einer Infektion immun. Experten verraten, ob das auch auf das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 zutrifft. 

  • Nach Genesung: Eine erneute Infektion mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 ist unwahrscheinlich
  • Experten gehen von Immunität gegen das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 aus
  • Patienten müssen vor Entlassung zweimal negativ getestet werden

Wenn es um das neuartige Coronavirus Sars-Cov-2* geht, dreht sich zunächst vieles um die Infektion an sich und darum, diese zu verhindern. Wie steckt man sich an? Was sind die Symptome? Sollte ich mich testen lassen und wenn ja, wo und wie funktioniert es? Wie gefährlich ist die Krankheit Covid-19?

All diese Fragen beschäftigen derzeit Menschen auf der ganzen Welt. Aber was passiert eigentlich, nachdem man sich mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert hat und wieder gesund ist, sprich, negativ getestet wurde? Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vermeldet mehr als 173.000 Infektionen weltweit (Stand: 17.03.2020, 12.40 Uhr). Laut der US-amerikanischen Johns Hopkins University sind derzeit fast 80.000 davon genesen. Sind sie jetzt gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 immun?

Immun gegen Coronavirus Sars-CoV-2: Erreger darf sich nicht verändern 

Es gibt eine gute Nachricht: Nach den derzeitigen Forschungserkenntnissen und Erfahrungswerten zum Coronavirus Sars-CoV -2 ist man nach einer Infektion zunächst einmal immun, bestätigt Professor Ortwin Adams, der die virologische Diagnostik am Uniklinikum Düsseldorf leitet. „Es wäre höchst ungewöhnlich, wenn man nach so kurzem Abstand nach einer überstandenen Infektion eine neue erleiden könnte. Das würde mich sehr überraschen. Solang der Erreger sich nicht geändert hat, ist nicht zu erwarten, dass keine Immunität mehr besteht.“

Damit ein Mensch immun gegen ein Virus wird, muss das Immunsystem Antikörper bilden. Verändert sich das Virus aber durch Mutation stark, helfen die gebildeten Antikörper nicht oder nur bedingt gegen die neue Form des Virus. Derzeit gehe man aber davon aus, dass das Coronavirus Sars-CoV-2 nicht besonders stark mutiert. „Bisher sieht es so aus, als wenn der Erreger sich wenig verändert“, sagt Ortwin Adams.

Coronavirus Sars-CoV-2: Immun auf bestimmte Zeit

Dennoch ist man nach einer Infektion nicht lebenslänglich vor dem Coronavirus Sars-CoV-2 gefeit: Aus der Erfahrung mit anderen respiratorischen Viren wisse man, dass eine Immunität ein paar Jahre halten könne. „Dass man sich nach ein, zwei Jahren wieder infizieren kann, das würde ich nicht ausschließen“, so Virologe Ortwin Adams. „Die Erfahrung mit anderen respiratorischen Viren ist: Es ist nicht so, dass sie einmal kommen und dann für immer verschwinden, sondern Erreger ändern sich ein wenig, die Immunität lässt nach und die Viren zirkulieren weiter in der Bevölkerung - wenn auch auf deutlich niedrigerem Niveau.“ 

Auch wenn nach einiger Zeit die Immunität nachlässt, könne der Körper eine Teilimmunität haben und schneller als beim ersten Mal auf die Infektion reagieren, da er das Virus schon kennt. So sind wir beispielsweise auch gegen Influenza teilimmun und es fällt dem Körper leichter, gegen die Viren anzukämpfen.

Coronavirus Sars-CoV-2: Erneute Infektion unwahrscheinlich

Aus Japan und China waren Fälle bekannt geworden, bei denen sich Patienten nach ihrer Genesung erneut mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 angesteckt haben sollten. Medienberichten zufolge wurde eine Frau aus Japan positiv getestet und kam ins Krankenhaus. Nachdem sich ihr Zustand verbessert hatte, wurde sie aus dem Krankenhaus entlassen und soll negativ auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden sein. Zu Hause habe sie allerdings erneut Symptome wie Hals- und Brustschmerzen entwickelt und sei daraufhin nochmals positiv getestet worden. 

Professor Adams sieht eine Reinfektion mit Sars-Cov-2 aber als sehr unwahrscheinlich an. Ihm zufolge gibt es für Fälle wie diese einige simple Erklärungen: „Man kann nicht ganz ausschließen, dass die erste Diagnose eine Fehldiagnose war und die zweite die echte.“

Coronavirus Sars-CoV-2: Wahrscheinlich keine zwei Ausbruchswellen

Andererseits könnte auch das negative Testergebnis in der späteren Phase der Infektion fehlerhaft gewesen und die Patientin doch noch nicht frei von Viren gewesen sein - das könnte so interpretiert werden, dass die Infektion einen zweiphasigen Verlauf, also zwei Ausbruchswellen hat. Davon geht Virologe Ortwin Adams aber nicht aus: „Das ist alles spekulativ. Davon gibt es zu wenige Fälle, um das abschließend zu beurteilen. Wenn ein zweiphasiger Verlauf ein häufiges Phänomen wäre, wüssten wir das nach den drei Monaten schon. Wenn, dann ist das eher die Ausnahme.“ 

Um wirklich sicherzugehen, dass ein Patient das Virus nicht mehr in sich trägt, muss er laut Adams zweimal negativ auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet werden. 

Von Ines Alberti

Derweil wird die Kritik an den österreichischen Behörden lauter, weil sie zu spät auf die Pandemie reagiert haben sollen. Wie Ischgl zum Corona-Infektionsherd mutierte. Zudem klärt die WHO auf: Alkohol trinken gegen das Coronavirus hilft nicht. Dazu hatte es vermehrt Gerüchte gegeben.

Rubriklistenbild: © Arne Dedert/dpa

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