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Corona-Infektion als Arbeitsunfall melden: Das gilt es zu beachten

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Corona-Schnelltest
Positiver Corona-Test? Dann ist es unter Umständen sinnvoll, die Ansteckung der Unfallkasse zu melden. © Sebastian Gollnow/dpa

Erfolgt eine Corona-Infektion in Zusammenhang mit dem Beruf oder im Unterricht, übernimmt die Unfallkasse anfallende Kosten. Was Sie dazu wissen sollten.

Berlin – Steckt sich ein Mensch mit Corona an, so trägt eigentlich die Krankenkasse die Kosten für medizinisch notwendige Behandlungen. Doch in gewissen Fällen gilt eine Infektion als Versicherungsfall in der gesetzlichen Unfallversicherung. 

Im Todes­fall besteht etwa laut test.de ein Anspruch auf finanzielle Unterstützung für Hinterbliebene. Zudem zahle die Unfallversicherung eine Verletztenrente bei Lang­zeit­folgen. Auch medizinische, soziale und berufliche Rehabilitation wird übernommen, inklusive Lohnersatzkosten und Umschulungsmaßnahmen. Das berichtet dw.de. 

Zum Kreis der versicherten Personen gehören Kita-Kinder, Schüler:innen und Studierende. Worauf ist zu achten und unter welchen Umständen, ist eine Infektion als Unfall zu melden?

Pandemie: Corona-Ansteckung als Berufsunfall anzeigen

Kommt es im Rahmen einer Tätigkeit, eines Ehrenamts oder eines Hochschulbesuchs zu einer Ansteckung, so kann die Infektion als Berufsunfall gemeldet werden, darüber klären die Techniker Krankenkasse und die Unfallkasse Hessen auf. Die symptomatische Erkrankung muss innerhalb von zwei Wochen nach einem nachgewiesenen, intensiven Kontakt mit einer infektiösen Person eintreten. Ob der Kontakt mit der sogenannten Indexperson intensiv genug war, ist den Informationen des Robert-Koch-Instituts zu vernehmen. 

Demnach ist eine Mindestdauer von zehn Minuten ohne Mund-Nasen-Schutz zu beachten, im Falle einer Gesprächssituation kann eine kürzere Zeitspanne relevant sein. Bei langen Aufenthalten kann auch eine Person, die sich im gleichen Raum befindet, als Indexperson gelten - trotz Tragen von Mund-Nasen-Schutz. Auch größere Ausbrüche im beruflichen Umfeld sind als Beweis denkbar, sollte keine konkrete Indexperson ermittelt werden können. Neben dem Arbeitsplatz ist auch der Weg zur Arbeit als Begegnungssituation relevant.

Corona-Infektion: Unfallkasse übernimmt in bestimmten Fällen die Kosten

Allerdings wird bei jedem Einzelfall auch von Berufsgenossenschaften und Unfallkassen geprüft, ob gleichzeitig Ausbrüche oder Infektionen im privaten Umfeld vorliegen. Bestätigt werden muss die Erkrankung per PCR- oder Antigen-Blut-Test.

Arbeitgeber haben die Pflicht, Arbeitsunfälle dem jeweils zuständigen Versicherungsträger zu melden, schwere oder gar tödliche Unfälle sogar sofort. Verläuft die Erkrankung jedoch größtenteils symptomfrei, so muss die Ansteckung lediglich ins Verbandbuch eingetragen werden. Eventuelle spätere Folgen oder eine Verschlimmerung der Symptome, die Behandlung bedarf, ermöglichen auf Basis der Eintragung im Verbandbuch eine Unfallanzeige.

Corona-Infektion: Covid-19 als Berufskrankheit melden

In einigen Berufssparten gilt Corona bereits als Berufskrankheit. Beispiele sind Tätigkeiten im Gesundheitsdienst, in der Wohlfahrtspflege, in einem Laboratorium mit dem Coronavirus SARS-CoV-2, konkret etwa in Krankenhäusern, Arztpraxen, Apotheken oder Pflegeeinrichtungen.

Auch eine Meldung als Berufskrankheit setzt voraus, dass nach einer Ansteckung mindestens leichte Symptome auftreten. Treten erst später gesundheitliche Folgen auf, kann eine Berufskrankheit auch nachträglich anerkannt werden.

Beschäftigte müssen sich hierzu an die jeweilige Berufsgenossenschaft oder Vereinigung wenden, etwa die Deutsche Vereinigung für Intensivmedizin (DIVI).

Corona-Infektion bei Kindern kann als Schulunfall anerkannt werden

Wie die Unfallkasse Hessen erklärt, ist bei einer Meldung der Corona-Infektion als Schulunfall wie auch beim Berufsunfall eine Bestätigung per PCR-Test nötig. Allerdings sind Schulen nicht verpflichtet, der Unfallkasse positive Fälle zu melden. Lediglich, wenn die Ansteckung in der Schule stattfand, etwa im Rahmen eines großen Ausbruchs oder nachgewiesen durch erfolgreiche Kontakt-Nachverfolgung, ist eine Unfallanzeige einzureichen.

Erlitt das erkrankte Schul- oder auch Kita-Kind zunächst nur milde Symptome, so kann auch hier auf Basis eines Eintrags im Verbandbuch eine nachträgliche Unfallanzeige erstellt werden. Falls diese nicht vorhanden ist, reichen andere Dokumente wie etwa Einträge im Klassenbuch aus. So besteht auch bei Kindern, die etwa an Long-Covid erkranken, Anspruch auf Leistungen. (Tanja Koch)

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