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Auffrischungs-Impfung

Coronavirus-Impfung: Israel verteilt bereits die dritte Dosis

  • VonTanja Koch
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Als erstes Land weltweit startet Israel mit einer dritten Corona-Impfung. Dabei sind die Auffrischungsimpfungen eigentlich noch nicht zugelassen.

Jerusalem – Während viele Länder darüber diskutieren, ob eine dritte Dosis als Auffrischungsimpfung nötig ist, hat Israel* bereits darüber entschieden. Als weltweit erstes Land impft es seit Sonntag, 1. August, alle interessieren Einwohner:innen ab 60 Jahren, deren zweite Impfdosis mindestens fünf Monate zurückliegt.

Inbesondere die Verbreitung der Delta-Variante veranlasste Israel dazu, der älteren Bevölkerung eine dritte Impfdosis anzubieten. So sollen die älteren und besonders gefährdeten Menschen vor schweren Verläufen der Krankheit geschützt werden. Zunächst hatten bereits seit Mitte Juli Menschen mit Immunschwäche eine dritte Impfdosis erhalten, etwa aufgrund einer Organtransplantation, Krebs oder Niereninsuffizienz. Neben der dritten Impfung für über 60-Jährige ist auch die Impfung für Fünf- bis Elfjährige gestartet, die als Risikopatient:innen gelten.

Coronavirus-Auffrischungs-Impfung eigentlich noch nicht zugelassen

Nachdem Pfizer und Biontech* darauf hingewiesen hatten, dass Studien zufolge eine dritte Dosis ihres Vakzins „eine neutralisierende Wirkung bei der Delta-Variante“ habe, prescht Israel bei den Auffrischungs-Impfungen vor. Und dies, obwohl israelische Fachleute gewarnt hatten, dass Nutzen und Risiken einer Drittimpfung noch nicht ausreichend erforscht seien. Sie sind bislang weder in den USA* noch in der EU zugelassen.

Offenbar hofft die israelische Regierung, einen erneuten Lockdown mithilfe der Drittimpfungen vermeiden zu können. „Die Wirtschaft muss offen bleiben“, sagte Gesundheitsminister Nitzan Horowitz dem israelischen Fernsehsender Channel 12. „Ich will einen Lockdown um jeden Preis vermeiden“. Deshalb bleibe alles geöffnet, doch dazu seien Masken und Impfungen nötig. - „aber wir brauchen Masken und wir brauchen Impfstoffe*.“

So gilt in Israel nun auch erneut die Maskenpflicht für Innenräume. Wer Sporthallen, Restaurants oder Hotels besuchen will, muss zudem wieder seine Impfung nachweisen.

Die 86-jährige Blossom Koppelman erhält in einem privaten Pflegeheim in Israel eine dritte Dosis des Corona-Impfstoffs von Biontech/Pfizer.

Am Samstag demonstrierten hunderte Menschen in Tel Aviv gegen die neuen Maßnahmen der Regierung. Einige schwenkten ein Banner mit der Aufschrift „Es gibt keine Pandemie, es ist ein Schwindel“. Auf einem Plakat wurden die Vakzine mit dem Dritten Reich in Verbindung gebracht.

Covid-19-Fallzahlen in Israel steigen erneut

Während das Land das Virus mithilfe der schnellen Impfkampagne verhältnismäßig gut unter Kontrolle bringen konnte, steigen die Fallzahlen* mit der Verbreitung des hochansteckenden Deltavirus erneut stark. Am Samstag (31.07.2021) meldete das Gesundheitsministerium 2435 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden – ein neuer Höchststand seit März. Ins Krankenhaus musste 326 Infizierte, so viele wie seit April nicht mehr.

Nach Daten von Dienstag (03.08.2021) waren am Tag zuvor 3818 neue Fälle bestätigt worden. Insgesamt gibt es derzeit 22.345 Covid-Patient:innen in Israel, 221 von ihnen sind den Angaben zufolge schwer krank.

Zwar sind fast 60 Prozent der 9,3 Millionen Einwohner:innen Israels vollständig gegen das Virus geimpft. Doch kürzlich hatte das israelische Gesundheitsministerium Zahlen vorgelegt, nach denen die Effektivität des Impfstoffs von Biontech/Pfizer* seit Anfang Juni stark nachgelassen hat. Demnach verhindere die Impfung eine Covid-19-Infektion nur noch zu 39 Prozent, schwere Krankheitsverläufe aber zu 91 Prozent.

Dritte Coronavirus-Impfung auch in Deutschland beschlossen

Auch in Deutschland haben die Gesundheitsminister der Länder die Corona*-Auffrischungsimpfungen für Risikogruppen beschlossen. Der Beschluss sieht vor, dass zunächst Höchstbetagte, Pflegebedürftige sowie Risikopatient:innen, etwa mit Immunschwäche oder Immunsuppression, Drittimpfungen erhalten sollen. Pflegeheime und ähnliche Einrichtungen sollen durch mobile Teams mit Impfungen versorgt werden, Betroffene, die zu Hause wohnen, sollen sich an ihre behandelnden Ärzt:innen wenden. Die dritte Impfung soll frühestens sechs Monate nach dem Termin des vollständigen Impfschutzes erfolgen. Beim Impfstoff von Biontech/Pfizer etwa tritt dieser zwei Wochen nach der zweiten Impfdosis ein.

Zudem wurde beschlossen, dass Jugendliche und Kinder ab zwölf Jahren flächendeckend Impfangebote erhalten sollen. Verantwortlich für die Impfungen seien Impfzentren und andere niedrigschwellige Angebote. Ärztliche Aufklärung sowie Zustimmung der Sorgeberechtigten sei allerdings notwendig. „Dies kann zu einem sichereren Start in den Lehr- und Lernbetrieb nach den Sommerferien beitragen“, heißt es in dem Beschluss.

„Auch 12- bis 17-jährige Kinder und Jugendliche, die sich nach ärztlicher Aufklärung für eine Impfung entscheiden, können sich und andere mit einer Impfung schützen“ erklärte Gesundheitsminister Jens Spahn. „Deshalb ist es gut, dass die Länder auch dieser Altersgruppe möglichst niedrigschwellig ein Impfangebot machen wollen.“ (Tanja Koch mit dpa/afp) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Oded Balilty/dpa

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