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„Keine Ad-hoc-Maßnahmen“

Corona-Hotspot Sachsen: Zahlen steigen weiter - Kretschmer warnt vor Hysterie

  • Martina Lippl
    vonMartina Lippl
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  • Patrick Huljina
    Patrick Huljina
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Sachsen ist mittlerweile der Corona-Hotspot in Deutschland. Die Krankenhäuser sind am Limit, Patienten werden jetzt verlegt. „Abriegelungen“ sind für Ministerpräsident Michael Kretschmer noch kein Thema.

  • Das Bundesland Sachsen ist inzwischen der Corona-Hotspot* Deutschlands.
  • Ministerpräsident Michael Kretschmer will derzeit keine weiteren Einschränkungen beschließen.
  • Der Regierungschef will zunächst abwarten, ob die Infektionszahlen durch den Lockdown* sinken.

Update vom 18. Dezember 2020: Das Coronavirus grassiert in Sachsen. Die Corona-Fallzahlen sind extrem hoch. Covid-19-Patienten aus Sachsen müssen verlegt werden, berichtet mdr.de. Experten hatten dies befürchtet. Die Betten auf den Intensivstationen sind fast alle belegt. In den vergangenen 24 Stunden starben 90 Menschen mit oder an Covid-19, teilt das Robert-Koch-Institut (RKI) mit (Datenstand: 18. Dezember, 0 Uhr).

Spielt sich in Sachsen eine Tragödie ab? Im Krematorium auf dem städtischen Friedhof in Görlitz werden normalerweise bis zu 130 Leichen pro Monat eingeäschert, berichtet focus.de. Knapp 200 Bestattungen hat es demnach im Dezember bereits gegeben. Und der Monat ist noch nicht zu Ende.

„Wir arbeiten hier momentan wie am Fließband“, das müsse sie leider so sagen, sagt die Friedhofsverwalterin gegenüber dem Nachrichtenportal. Auf den hölzernen Särgen würde immer öfter in weißer Kreide „Covid-19“ zu lesen sein. In Görlitz starben 13 Menschen in den vergangenen Stunden in Verbindung mit einer Coronainfektion. Seit Beginn der Corona-Pandemie wurden in dem sächsischen 250.000 Einwohner-Landkreis bisher 278 Todesfälle registriert.

Corona-Hotspots in Sachsen: Diese Regionen überschreiten die 500er-Marke

Die 7-Tage-Inzidenz in Deutschland liegt nach dem aktuellen Lagebericht des Robert-Koch-Instituts (RKI) bei 179 Corona-Infektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. In Sachsen liegt der Wert bei 414,9. In sechs Regionen liegt dieser Wert sogar über 500.

  • Bautzen (668,2)
  • Görlitz (616,1)
  • Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (589,6)
  • Zwickau (562,9)
  • Mittelsachsen (550,5)
  • Meißen (528,3)

Corona-Lage in Sachsen - aktuelle RKI-Fallzahlen

Corona-Neuinfektionen in Sachsen3.361 neue Corona-Fälle wurden in den vergangenen 24 Stunden verzeichnet
Todesfälle in Verbindung einer Sars-CoV-2-Infektion 90 weitere Menschen starben, laut RKI, binnen 24 Stunden
7-Tage-Inzidenz für Sachsen414,9
aktive Corona-Fälleetwa 43.000 Menschen sind derzeit mit Corona infiziert, schätzt das RKI
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU).

Corona-Hotspot Sachsen: Zahlen steigen weiter - Kretschmer warnt vor Hysterie

Erstmeldung vom 17. Dezember 2020

Dresden - Seit Mittwoch gilt in ganz Deutschland der harte Lockdown. Die Zahlen sind vielerorts allerdings weiterhin hoch. Das Bundesland Sachsen ist mittlerweile zum Corona-Hotspot der Bundesrepublik geworden.

Corona in Sachsen: Zahlen weiterhin hoch - Kretschmer verspricht „keine Ad-hoc-Maßnahmen“

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Dresden kletterte die 7-Tage-Inzidenz* am Donnerstag auf den Wert von 415. Am Mittwoch lag er noch bei 407 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Wochen. Sachsen liegt damit weiter mit deutlichem Abstand vor allen anderen Bundesländern.

Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) stellte am Donnerstag am Rande einer Landtagssitzung klar, dass es keine Abriegelung von Orten mit hohen Corona-Infektionszahlen* geben wird. Man werde jetzt erst einmal die Wirksamkeit der Maßnahmen abwarten. „Zehn bis vierzehn Tage braucht es, bevor man etwas ganz Konkretes sieht. Vorher ist mit keinen weiteren Einschränkungen zu rechnen“, erklärte Kretschmer. Die Regierung habe über Pläne und Notwendigkeiten stets offen und transparent gesprochen. „Es gibt in diesem Land keine Ad-hoc-Maßnahmen“, versicherte er.

Corona-Hotspot Sachsen: Kretschmer warnt vor Panikmache und Hysterie

Kretschmer äußerte die Hoffnung, dass eine Stabilisierung der Corona-Zahlen* mit den derzeitigen Einschränkungen gelingt. „Die Zahl der Kontakte durch den Lockdown hat sich massiv reduziert.“ Wenn sich die Bevölkerung über Weihnachten und Silvester hinweg an die Regeln halte, werde das zu einem niedrigeren Infektionsgeschehen führen. Ein besonderes Augenmerk liege dabei auf den Pflegeheimen.

Zugleich warnte der Regierungschef vor Panikmache in einer ernsten Situation: „Gerade in einer solchen Zeit ist nichts gewonnen mit Hektik oder Hysterie. Gerade in dieser Zeit braucht es entschlossenes, aber eben sehr ruhiges und überlegtes Handeln.“ Die sächsische Regierung leiste das. Darauf könne sich jeder verlassen, versicherte Kretschmer.

Corona in Deutschland: Sachsens Regierung reagiert auf „Triage-Weckruf“ aus Zittau

Am Mittwoch wurde berichtet, dass eine Klinik in Zittau erstmalig in Deutschland die Triage* anwenden musste. Inzwischen wurde das vom Krankenhaus dementiert. Die Ärzte dort hätten in einer öffentlichen Runde mit Menschen diskutiert, die in der gleichen Region leben, aber nicht akzeptieren, wie die Situation in den Krankenhäusern ist, sagte Kretschmer. Da sei in der Wortwahl „zu heftig“ argumentiert worden. „In Zittau, in Sachsen, in Deutschland wird in dieser Zeit nach klaren ethischen und medizinrechtlichen Standards gearbeitet. Es gibt keine Sonderkriterien für Covid-19“, stellte Kretschmer klar.

Laut Kretschmer hat die sächsische Regierung aber inzwischen auf den „Weckruf“ aus Zittau reagiert und Hilfe organisiert. So würden Soldaten der Bundeswehr auch über den Jahreswechsel in Zittau helfen und Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) sei es gelungen, weitere Bettenkapazitäten in Krankenhäusern und Reha-Einrichtungen zu organisieren. Es gebe ein hohes Maß an Solidarität im medizinischen Bereich unter den Krankenhäusern und niedergelassenen Ärzten, hob Kretschmer hervor. (ph/dpa) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © Jan Woitas/dpa

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