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Experte prognostiziert mehr infizierte Kinder: Eltern befürchten extreme Isolation - Behörde dementiert

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Von: Kathrin Reikowski

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Vater küsst Kind mit Schultasche zum Abschied - beide ziehen sich dabei kurz die Mund-Nasen-Bedeckung vom Gesicht.
In vielen Bundesländern enden bald die Ferien und die Kinder müssen wieder in die Schule - Experten befürchten mehr Infektionen, Eltern eine Isolation innerhalb von Familien. © picture alliance/dpa

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach erwartet, dass die Infektionszahlen in Kitas steigen werden. Unterdessen wehren sich Eltern gegen rigorose Isolationsstrategien.

München - Ein mit dem Coronavirus infiziertes Kind kann symptomfrei bleiben - oder aber leicht bis schwer erkranken. Betroffene Familien stürzt dies in ein bisher unbekanntes Dilemma: Wie geht man mit einem - möglicherweise hilfsbedürftigen - Kind um, dessen Eltern sich bei der Pflege ebenfalls infizieren können, dann aber möglicherweise viel schwerer erkranken?

Als nicht besonders hilfreich erwies sich jetzt ein von der Stadt Bruchsal verschickter Informationsbrief, der Eltern dazu aufgefordert haben soll, betroffene Kinder „in häuslicher Quarantäne zu isolieren“. Bei Nichtbeachtung soll sogar mit einer „zwangsweisen Unterbringung des Kindes in einer geschlossenen Einrichtung“ gedroht worden sein. Einen ähnlichen Fall soll es im Landkreis Offenbach gegeben haben - hier mit dem Hinweis, Kinder getrennt von der Familie zu isolieren.

Coronavirus bei Kindern: SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach befürchtet Anstieg der Fälle im Herbst

Vor allem der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach befürchtet, dass die Infektionsfälle unter Kindern mit Beginn der Schulzeit und zum Anfang des Herbst und Winters ansteigen werden.

„Wir müssen in den Schulen dann sehr schnell die Klassen, wo ein Fall aufkommt, komplett isolieren, am besten für eine Woche, einschließlich Lehrern und Eltern“, sagte Lauterbach in ntv.

Corona bei Kindern: Behörden dementieren die Anordnung, Kinder von Eltern zu trennen

Die Behörden in Bruchsal und Offenbach haben unterdessen dementiert, dass es in den von ihnen versandten Briefen um eine Isolation der Kinder von den Eltern gegangen sei. Der Gesetzgeber sehe grundsätzlich vor, dass die Einschränkung der Pandemie und die Prävention eine hohe Priorität habe, so der Kreis Offenbach - ganz ohne Ansehen des Alters. Dennoch müsse man die Lebensrealität im Auge behalten: „Es geht also keineswegs darum, (Klein)Kinder von ihren Eltern und Geschwistern einfach komplett zu trennen, sondern - wo möglich und vertretbar - Alternativen im täglichen Umgang miteinander zu finden.“ Wie solche Alternativen aussehen können dürfte Familien noch länger beschäftigen.

In Hamburg kam es bei einer Corona-Party unter freiem Himmel zu Krawallen - im Nobelpark hatten Jugendliche die Polizei provoziert. (kat/*Merkur.de ist Teil des deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.)

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