1. Startseite
  2. Panorama

RKI meldet Rekord-Inzidenz in Deutschland – Hunderte Personen durch Corona-Gegner verletzt

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt auch am Donnerstag (10.02.2022) weiter an. Das RKI meldet die Zahl der Corona-Neuinfektionen und Todesfälle.

+++ 15.10 Uhr: Im Jahr 2021 hat es einem Bericht zufolge mehr als 300 Verletzte durch Gegner der Corona-Maßnahmen gegeben. Fast 600 Verdächtige hätten mindestens 308 Menschen zum Teil schwer verletzt, berichtete Zeit Online am Donnerstag (10.02.2022) unter Berufung auf eigene Recherchen. Opfer waren Menschen, die versuchten, die Vorschriften durchzusetzen.

Am häufigsten kam es im öffentlichen Nahverkehr sowie in Zügen und Bahnhöfen zu Übergriffen. Andere Tatorte waren der Einzelhandel und Demonstrationen. Das extremste Beispiel sei der Tankstellenmitarbeiter aus dem rheinland-pfälzischen Idar-Oberstein, der im September 2020 wegen eines Streits um die Maskenpflicht erschossen wurde. Im Januar erhob die Staatsanwaltschaft Bad Kreuznach Anklage wegen Mordes.

Offizielle Statistiken zu Gewaltdelikten mit Bezug zu den Corona-Maßnahmen gibt es laut Zeit Online nicht. Für den Bericht seien öffentlich verfügbare Polizeimeldungen ausgewertet worden. Zu den Tätern gehörten Alte, Junge, Männer und Frauen. Fast immer eskaliere die Situation schnell. Oft spielten Alkohol und Drogen eine Rolle. Diese könnten die Menge der Taten und die niedrige Hemmschwelle allein jedoch nicht erklären.

 Im vergangenen Jahr hat es einem Bericht zufolge mehr als 300 Verletzte durch Gegner der Corona-Maßnahmen gegeben.
Im vergangenen Jahr hat es einem Bericht zufolge mehr als 300 Verletzte durch Gegner der Corona-Maßnahmen gegeben. © Hauke-Christian Dittrich

Corona-Lage in Deutschland: RKI meldet fast 250.000 Neuinfektionen – Kritik am „Maßnahmen-Chaos“ 

Update vom Donnerstag, 10.02.2022, 10.11 Uhr: In der Debatte um die Lockerung der Corona-Maßnahmen hat die Linke der Bundesregierung Planlosigkeit vorgeworfen. „Wir erleben nach wie vor ein Maßnahmen-Chaos“, sagte Linken-Fraktionschefin Amira Mohamed Ali am Donnerstag im ZDF-Morgenmagazin. Die Ampel-Koalition müsse einen „vernünftigen Plan“ vorlegen, um zu zeigen, „wie es weitergehen soll“. Sie sei für die Aufrechterhaltung „sinnvoller“ Maßnahmen, sagte Mohamed Ali. Die 2G-Regel im Einzelhandel müsse aber aufgehoben werden.

Alle Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie stellten Eingriffe in die Grundrechte dar, betonte Mohamed Ali. „Da wo ich sehe: Das ist ein kleiner Eingriff, der große Wirkung hat, da sollte man das auch nicht ändern.“ Als Beispiel nannte die Linken-Politikerin die Maskenpflicht in Bus und Bahn sowie in Geschäften. Andere Einschränkungen, darunter die 2G-Regel im Einzelhandel, müssten auf den Prüfstand. „Ich halte sie nicht mehr für sinnvoll“, sagte Mohamed Ali, die auch einen „Flickenteppich“ bei dem Thema in den Bundesländern beklagte.

Das RKI veröffentlicht die aktuellen Corona-Fallzahlen.
Das RKI veröffentlicht die aktuellen Corona-Fallzahlen. © Axel Heimken/dpa

Corona-Lage in Deutschland: RKI meldet Inzidenz von 1465,4 - und warnt vor hoher Dunkelziffer

Erstmeldung vom Donnerstag, 10.02.2022, 06.34 Uhr: Berlin/Frankfurt - Erneut meldet das Robert Koch-Institut (RKI) einen Anstieg der bundesweiten Sieben-Tage-Inzidenz und damit wieder einen Höchstwert. Das RKI gab den Wert der Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche am Donnerstagmorgen mit 1465,4 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 1450,8 gelegen, vor einer Woche bei 1283,2 (Vormonat: 362,7).

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 247.862 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche waren es 236.120 Ansteckungen.

Die Entwicklung der Corona-Inzidenz in Deutschland im Wochenüberblick

TagNeuinfektionen | Todesfälle | Inzidenz
Donnerstag (10.02.2022)247.862 | 238 | 1465,4
Mittwoch (09.02.2022)234.250 | 272 | 1450,8
Dienstag (08.02.2022)169.571 | 177 | 1441,0
Montag (07.02.2022)95.267 | 49 | 1426,0
Sonntag (06.02.2022)133.173 | 41 | 1400,8
Samstag (05.02.2022)217.815 | 172 | 1388,0
Freitag (04.02.2022)248.838 | 170 | 1349,5
Donnerstag (03.02.2022)236.120 | 164 | 1283,2
Quelle: Robert Koch-Institut / RKI
„Kostenloser Bürgertest“: Auch die Berlinale wappnet sich vor Corona.
„Kostenloser Bürgertest“: Auch die Berlinale wappnet sich vor Corona. © Annette Riedl/dpa


Die Zahlen haben allerdings nur noch begrenzt Aussagekraft. Experten gehen von einer hohen Zahl von Fällen aus, die in den RKI-Daten nicht erfasst sind. Testkapazitäten und Gesundheitsämter sind vielerorts am Limit, Kontakte werden nur noch eingeschränkt nachverfolgt. Zudem dürfte mit der geplanten Priorisierung bei PCR-Tests die Zahl der Menschen steigen, die ihre Infektion nicht mehr über einen PCR-Test bestätigen lassen - so dass sie nicht in die offizielle Statistik einfließt.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 238 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 164 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 11 769 540 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken gekommenen Corona-infizierten Patienten je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Mittwoch mit 6,02 an (Dienstag: 5,60). Darunter können auch Menschen mit positivem Corona-Test sein, die eine andere Haupterkrankung haben. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 8 487 100 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 119 453. (ktho/dpa)

Auch interessant

Kommentare