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Corona-Mutante B.1.1.7

Virologe Christian Drosten warnt vor täglich 100.000 Corona-Fällen: „Schlimme Befürchtungen“

  • Nico Scheck
    vonNico Scheck
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Christian Drosten stellt das Land auf einen düsteren Frühling ein - die Corona-Krise werde uns noch lange beschäftigen, sagte Deutschlands bekanntester Virologe.

  • Der Lockdown wurde verlängert, doch Virologe Christian Drosten sieht längst noch kein Licht am Ende des Tunnels.
  • Insbesondere die Corona-Variante aus Großbritannien bereitet dem Berliner Charité-Professor große Sorgen.
  • Die Prognose des Virologen: Im schlimmsten Fall drohen bis zu 100.000 Neuinfektionen pro Tag im Frühjahr.

Berlin – Die Corona-Regeln in Deutschland sind verschärft, der Lockdown bis zum 14. Februar verlängert. Dennoch rechnet der Berliner Charité-Professor Virologe Christian Drosten nicht mit niedrigeren Fallzahlen im Frühjahr. „Dass wir 2020 einen so entspannten Sommer hatten, hatte wahrscheinlich damit zu tun, dass unsere Fallzahlen im Frühjahr unter einer kritischen Schwelle geblieben sind. Das ist inzwischen aber nicht mehr so“, erklärte er dem „Spiegel“.

Vielmehr hat Drosten „schlimme Befürchtungen“, was im Frühjahr und Sommer im Zuge der Corona-Pandemie passieren könnte. Denn: „Wenn die alten Menschen und vielleicht auch ein Teil der Risikogruppen geimpft sein werden, wird ein riesiger wirtschaftlicher, gesellschaftlicher, politischer und vielleicht auch rechtlicher Druck entstehen, die Corona-Maßnahmen zu beenden.“ Seine Sorge: immens hohe Neuinfektionszahlen.

Coronavirus: Virologe Christian Drosten fürchtet bis zu 100.000 Fälle täglich

Die Folge könnten viele Infektionen innerhalb kürzester Zeit sein, mehr „als wir uns das jetzt überhaupt vorstellen können“. Dann habe man „im schlimmsten Fall Fallzahlen von 100.000 pro Tag“, warnte Drosten im „Spiegel“ weiter. Zwar seien das dann hauptsächlich jüngere Leute mit weniger schweren Verläufen. Die Intensivstationen würden sich jedoch trotzdem schnell füllen.

Ziel müsse es nun sein, die Reproduktionszahl zu senken. Derzeit liege dieser Wert bei 0,9, was gut sei, weil endlich unter 1. Doch: „0,9 reicht nicht, wenn wir die Bremse schnell wieder lockern wollen. Bei 0,9 dauert es ungefähr einen Monat, bis sich die Infektionszahlen halbieren. Das ist zu lang.“ Vielmehr sei das Ziel, durch die Verschärfung des Lockdowns auf einen Wert von 0,7 zu kommen. In diesem Fall würden sich die Neuinfektionen schon innerhalb in einer Woche halbieren.

Christian Drosten, Virologe an der Berliner Charité, wagt eine Prognose für Sommer 2021. (Archivfoto)

Corona-Variante bereitet Christian Drosten Sorge: „Gefährlicher, als wenn es tödlicher gewesen wäre“

Sorge bereitet Christian Drosten die neue Corona-Variante B.1.1.7 aus Großbritannien. „Am Anfang“, verriet der Virologe, „hatte ich noch Zweifel daran, dass B.1.1.7 tatsächlich so viel ansteckender ist, wie behauptet wurde.“ Daten einer neuen Studie aus Oxford hätten nun aber ergeben, „dass diese Mutante bis zu 35 Prozent infektiöser ist als der Wildtyp des Virus“. Und das, betonte Drosten, sei gefährlicher, als wenn es tödlicher gewesen wäre.

Mit seiner Sorge steht der Berliner Charité-Professor nicht alleine da. Zuletzt hatte Virologe Adam Grundhoff vor einer Inzidenz-Steigerung von 5.000 Prozent durch die Corona-Variante gewarnt. So gibt es mittlerweile auch in Deutschland Nachweise der Mutation. Drosten dazu: „Nach allem, was wir wissen, beginnt B.1.1.7 gerade erst, sich in Deutschland auszubreiten.“ Daher habe man jetzt noch die „einmalige Gelegenheit“, die Ausbreitung dieser Variante zu stoppen oder zumindest zu verlangsamen.

Die Beispiele Spanien und Südafrika würden zeigen, dass die Fallzahlen trotz Sommer und Hitze weiter steigen. Die „New York Times“ hatte zudem darüber berichtet, dass die Mutation aus Südafrika eine zweite Ansteckung trotz Impfung möglich machen könnte. Drosten ist sich außerdem sicher: „Es werden sicherlich auch neue Varianten kommen.“ Erst Richtung Herbst dürften seiner Einschätzung nach die Impfungen Auswirkungen zeigen ob der Fallzahlen. (Nico Scheck)

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler / POOL / AFP

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