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Corona in Deutschland

Corona-Lockerungen vor Ostern? – Virologe Drosten warnt

  • Nico Scheck
    vonNico Scheck
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Christian Drosten warnt trotz Beginn der Impfkampagne vor raschen Lockerungen der Corona-Maßnahmen. Bis Ostern hat er in Hinsicht auf das Infektionsgeschehen kaum Hoffnung.

  • Vor dem Corona-Gipfel in einer Woche stellt sich die Frage: Lockerungen oder Verlängerung des Lockdowns?
  • Virologe Christian Drosten sieht rasche Lockerungen in Deutschland skeptisch.
  • Mit großen Impf-Eeffekten bis Ostern rechnet Christian Drosten nicht.

Berlin – In einer Woche ist es so weit: Die Bund-Länder-Beratungen gehen in die nächste Runde. Wenn sich die Entscheider des Landes unter Bundeskanzlerin Angela Merkel ob der Corona-Pandemie erneut zusammenfinden, ist, stand jetzt, wohl eher eine Verlängerung des aktuell bis 14. Februar geltenden Lockdowns zu erwarten. Zwar befinden sich die Corona-Neuinfektionen derzeit auf einem leichten Sinkflug, vor Lockerungen warnt Virologe Christian Drosten aber dennoch.

Im „NDR“-Podcast „Coronavirus-Update“ betonte er: „Für die Zeit bis Ostern können wir noch nicht viel an Bevölkerungsschutz durch die Impfung erwarten.“ Der Charité-Wissenschaftler sprach davon, dass das Verringern der Fallzahlen nach wie vor Priorität habe.

Corona-Lockerungen bis Ostern? Virologe Drosten hat „großen Grund zur Sorge“

Merkel sowie einige Ministerpräsidenten hatten schon im Vorfeld durchblicken lassen, wie sie zum Thema Lockerungen ab Februar stehen: ablehnend. Vielmehr verteidigte Merkel in der ARD-Sendung „Farbe bekennen“ die Impfstrategie und appellierte an alle Menschen in Deutschland, „noch eine Weile durchzuhalten“.

Die Frage nach Lockerungen an Ostern ließ die Kanzlerin unbeantwortet. Stattdessen verwies sie auf den Sommer. „Wenn wir das noch eine Weile durchhalten, dann wird das besser werden“, sagte Merkel.

Damit stößt sie in die gleiche Kerbe wie Drosten. Man müsse genau prüfen, wo und wie man lockere. Mehr noch: Es gebe „großen Grund zur Sorge“. Falls zu früh gelockert würde, könnte es zu zahlreichen schweren Krankheitsverläufen in der mehr als 23 Millionen Menschen umfassenden Gruppe der 40- bis 60-Jährigen kommen, sollten diese noch nicht ausreichend durch Impfungen geschützt sein. Die Folgen wären durch eine Überlastung des Gesundheitssystems und hohen Krankenständen in Unternehmen fatal.

Virologe Christian Drosten von Corona-Impfung „positiv überrascht“

Dass die Zahl der Impfstoffdosen im Jahresverlauf ansteigen soll, hat Drosten „sehr positiv überrascht“. „Die Situation ist viel besser, als ich das noch vor Tagen gedacht habe.“ Und doch müsse man die Unwägbarkeiten und Herausforderungen an das Impfen in der Breite beachten.

Christian Drosten warnt vor Lockerungen in Deutschland. (Archivfoto)

So diene das aktuelle Impfen der Pflegeheimbewohner und der Über-80-Jährigen vor allem als Schutz der Risikogruppen. Das senke zwar die Sterblichkeit, die Zahl der Neuinfektionen jedoch kaum. „Das heißt: Bis Ostern haben wir durch die Impfungen keinerlei Effekt bei den Neuinfektionen“, führte der Charité-Virologe weiter aus.

Christian Drosten erklärt: Corona-Impfstoffe sind alle „total gut wirksam“ gegen schwere Covid-19-Verläufe

Die verschiedenen Impfstoffe selbst, erklärte Drosten, seien alle „total gut wirksam“ gegen schwere Covid-19-Verläufe. Die Unterschiede bei den Prozentzahlen würden sich vielmehr auf Verläufe mit schwachen Symptomen beziehen. Bis zum Sommer sollen zudem die Liefermengen der Impfstoffe deutlich steigen.

Hoffnung schöpft Drosten aus Daten aus Israel. Diese lassen vermuten, dass die Krankenhaus-Aufnahme-Rate in einer Altersgruppe bereits sinkt, wenn rund 50 Prozent dieser Altersgruppe geimpft sind. „Das ist extrem ermutigend“, betonte der Virologe im NDR-Podcast. Doch bis es soweit ist, dürften Lockerungen nur bedingt erlassen werden. (Nico Scheck/dpa)

Zustimmung erhält Drosten auch von zahlreichen Kollegen. So hatte Virologe Hendrik Streeck die Hoffnungen auf ein Leben ohne Corona gedämpft. Wie vielen anderen Virologen bereitet ihm die Corona-Mutante große Sorgen.

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler/dpa

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