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Pandemie

Coronavirus: Mehr als 400.000 Todesopfer in Brasilien – Millionen leiden an Hunger

  • VonTanja Koch
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Das Infektionsgeschehen in Brasilien verschlimmert sich. Der rechtsextreme Präsident Jair Bolsonaro scheint nicht in der Lage, die Krise zu mildern.

São Paulo/Rio de Janeiro – Die Zahl der Corona-Todesopfer in Brasilien hat die Marke von 400.000 überschritten. Wie die Tageszeitung „Estado de São Paulo“ unter Berufung auf die Gesundheitsämter berichtete, sind innerhalb eines Tages 3.074 mit dem Coronavirus infizierte Menschen verstorben. Die Gesamtzahl der bisher tödlichen Verläufe liegt damit bei 401.417, die Gesamtzahl der Coronafälle bei rund 15 Millionen.

Seit Anfang 2021 verschlimmert sich die Pandemie-Lage in Brasilien stetig. Die Intensivstationen sind überlastet, es herrscht ein Mangel als Medikamenten und Impfdosen. Die Todeszahlen steigen stark. Experten sehen in der Virus-Mutation P1 die Ursache für die erhöhte Ausbreitung des Virus in Brasilien.

Präsident Jair Bolsonaro ignoriert Warnungen und ernennt unerfahrenen General zum Gesundheitsminister

Der rechtsextreme Präsident Jair Bolsonaro verharmlost die Coronavirus-Pandemie bis heute und wendet sich gegen die von den Gouverneuren veranlassten Schutzmaßnahmen. Die Regierung ignoriert die Hinweise und Warnungen von Expert:innen, setzt unwirksame Medikamente ein. „Es gibt Schuldige, und sie werden zur Verantwortung gezogen“, sagte Senator Renan Calheiros, der den Untersuchungsausschuss des Senats leitet, der nun den Umgang der Regierung mit der Pandemie analysieren soll.

Jair Bolsonaro, Präsident von Brasilien, steht für sein Vorgehen in der Corona-Pandemie in der Kritik.

Beispielsweise soll er Ausschuss untersuchen, warum Jair Bolsonaro nach zwei Ärzten im Amt des Gesundheitsminister nun den medizinisch und administrativ unerfahrenen General Eduardo Pazuello als Gesundheitsminister eingesetzt hat. Der Präsident hatte den Untersuchungsausschuss vergeblich zu verhindern versucht.

Coronavirus-Pandemie verursacht Hungersnot in Brasilien

Neben den hohen Fall- und Sterbezahlen hat die Pandemie auch eine Hungersnot ausgelöst. 116,8 Millionen Menschen leiden an Nahrungsmittelknappheit, 19 Millionen unter ihnen an Hunger. Das ergab eine Studie des Brasilianischen Forschungsnetzwerks für Ernährungssicherheit (Rede PENSSAN) mit Daten vom Dezember. Der Anstieg im Vergleich zu 2018 liegt bei 54 Prozent. „Der Anstieg spiegelt die wirtschaftliche Krise in der Mittelklasse“, sagt die Ernährungswissenschaftlerin von der Rede PENSSAN, Rosana Salles, der Deutschen Presse-Agentur.

Vor allem im Nordosten Brasiliens ist es in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder zu Hunger gekommen. Der frühere Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva (2003-2011) hatte mithilfe hoher Rohstoffpreise und neu entdeckter Ölvorkommen Sozialprogramme wie „Fome Zero“ (auf Deutsch „Null Hunger) durchführen können. die Vereinten Nationen nahmen Brasilien 2014 erstmals von der Landkarte des Hungers. Der aktuelle Präsident Jair Bolsonaro, der sich seit 2019 im Amt befindet, setzte den Nationalen Rat für Ernährungssicherheit jedoch in einer seiner ersten Amtshandlungen aus. (epd/dpa/TK)

Rubriklistenbild: © Marcos Corrêa/Palacio Planalto/dpa

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