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Corona-Pandemie

Corona in den USA: Sarah Palin plant Auftritt vor 300 Leuten in New York

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  • Delia Friess
    Delia Friess
  • Lukas Rogalla
    Lukas Rogalla
  • Matthis Pechtold
    Matthis Pechtold
  • Christian Stör
    Christian Stör

In den USA steigt die Zahl der Corona-Neuinfektionen stark an. Sarah Palin plant offenbar einen Auftritt bei einem Event der Republikaner.

  • In diesem Jahr fällt für die USA das Erntedankfest Thanksgiving mit teils dramatisch steigenden Coronavirus-Zahlen zusammen.
  • Scott Atlas, der unerfahrene Pandemie-Berater von Donald Trump, tritt zurück.
  • Sarah Palin plant unterdessen einen Auftritt bei einem Event der republikanischen Partei. New York befürchtet Nichteinhaltung der Corona-Regeln.

+++ 14.00 Uhr: In New York ist offenbar eine Veranstaltung der Jugendorganisation der republikanischen Partei geplant. Das Event des New Yorker Young Republican Clubs am 3. Dezember stößt bei den Verantwortlichen der Stadt auf wenig Begeisterung. Auf der Gala ist auch eine Rede der republikanischen Politikerin und ehemalige Running Mate Sarah Palin geplant. Laut Facebook gaben 68 Personen ihre Zusage und 239 gaben an, interessiert zu sein.

In New York ist aber während der Corona-Pandemie nur eine Zusammenkunft von 50 Personen erlaubt. „Es macht keinen Unterschied, ob sie junge Republikaner, alte Demokraten oder mittel-alte Unabhängige sind, in New York sind Treffen auf 50 Personen beschränkt und jede*r von einem nichtbenachbarten Staat muss sich an die Reiserichtlinien von New York halten, was Quarantäne und Tests einschließt.“, sagte Jack Sterne, der Sprecher des Gouverneurs in New York.

Corona in den USA: Sarah Palin spricht auf Event der jungen Republikaner

Die Party ist zunächst für 500 Menschen ausgelegt worden. Der Club-Präsident Gavin Wax bestätigte nun gegenüber The Daily Beast, dass er sich an die „launenhaften“ Richtlinien von New York halten werde.

Sarah Palin.

Der Club hat laut The Daily Beast eine starken Rechtsruck seit der Präsidentschaft von Donald Trump erlebt. So wurden vor Sarah Palin zuvor u.a. die anti-muslimische Aktivistin Pamela Geller eingeladen. Aktivist:innen, die gegen die Veranstaltung und Donald Trump demonstrieren, nannte Club-Präsident Wax „Loser“ und „impotentes Joghurt“.

Corona in den USA: Sprunghafter Anstieg der Todesfälle - Höchste Zahl seit April

Update vom Mittwoch, 2. Dezember 20220, 07.30 Uhr: In den USA sind innerhalb eines Tages mehr als 2500 Menschen an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben. Binnen 24 Stunden seien landesweit 2562 Corona-Todesfälle registriert worden, teilte die Johns-Hopkins-Universität am Dienstagabend mit. So viele Tote hatte es in den USA zuletzt Ende April auf dem Höhepunkt der ersten Infektionswelle gegeben.

Die Johns-Hopkins-Universität verzeichnete bis Dienstagabend zudem mehr als 180.000 Neuinfektionen. Rund 99.000 Infizierte wurden demnach in Krankenhäusern behandelt. Besonders schlimm ist die Lage derzeit in mehreren Bundesstaaten im Mittleren Westen der USA, darunter Indiana und South Dakota.

Corona in den USA: Scott Atlas - Top-Berater von Donald Trump schmeißt hin

Update vom Dienstag, 1.12.2020, 12.55 Uhr: Scott Atlas, der umstrittene Pandemie-Berater von US-Präsident Donald Trump ist zurückgetreten. Das bestätigte der Neuroradiologe am Montag auf Twitter. „Es wir mir eine Ehre, Donald Trump und dem amerikanischen Volk während dieser schwierigen Zeiten gedient zu haben“, schrieb er. Er habe einzig mit dem Ziel gearbeitet, Leben zu retten und die Bevölkerung durch die Corona-Pandemie zu bringen. Erfahrung bei infektiösen Krankheiten, wie Covid-19, hatte Atlas allerdings keine.

Scott Atlas war seit Sommer im Amt und ist oftmals mit der Corona-„Einsatzgruppe“ um Anthony Fauci aneinander geraten. Fauci setzt vor allem auf verschärfte Maßnahmen, um die Pandemie einzudämmen. Atlas gilt hingegen als Verfechter der „Herdenimmunität“ und wollte, wie Donald Trump, das Land schnellstmöglich „wieder öffnen“. Unter anderem hatte Atlas fälschlicherweise behauptet, dass Kinder das Coronavirus „fast nie“ übertragen. Nur Personen, die Symptome zeigen, sollten seiner Meinung nach getestet werden. Auch Masken zur Eindämmung der Pandemie stellt Atlas in Frage, da er aus „wissenschaftlicher“ Sicht keinen Nutzen sehe. In Michigan hatte er die Bevölkerung aufgefordert, sich gegen Corona-Maßnahmen zu „erheben“. Selbst die Stanford University, an der er tätig ist, distanzierte sich von seinen Äußerungen

Corona in den USA: Massiver Anstieg der Neuinfektionen befürchtet

Update vom Montag, 30.11.2020, 13.00 Uhr: Den USA droht ein massiver Anstieg der Corona-Neuinfektionen. Megan Ranney von der Brown University in Rhode Island sprach beim US-Sender CNN von einer nahenden „gleichzeitigen Naturkatastrophe in allen 50 Bundesstaaten“. Auch beim Sender CBS klangen die Warnungen nicht weniger drastisch: Deborah Birx, Koordinatorin der Corona-Taskforce im Weißen Haus, zeigte sich am Sonntag (29.11.2020) besorgt über den möglichen Verlust erster Fortschritte bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie, die man zuletzt in einigen Bundesstaaten verzeichnet hatte.

Im Hotspot New York sollen inmitten hoher Infektionszahlen die Grundschulen wieder öffnen. Am 19. November hatte die Metropole beschlossen, alle Schulen zu schließen, nachdem dort die selbst gesetzte Marke von drei Prozent positiver Tests unter allen Tests überschritten worden war. Die Rate liegt auch jetzt noch jenseits dieser Marke. Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, liegt sie derzeit bei 3,1 Prozent.

Grundschüler:innen werden vom 7. Dezember an trotzdem wieder die Schulbank drücken müssen – und sich wöchentlich auf eine Infektion mit dem Corona-Virus testen lassen. Mittel- und Oberstufenschüler:innen sollen weiterhin online unterrichtet werden, so New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio laut AFP. Viele Eltern hatten die Schließung zuvor kritisiert und auf Bars und Restaurants verwiesen, die bisher offen bleiben durften.

Corona in den USA: Fauci warnt vor „Anstieg auf einem Anstieg“

Update vom Sonntag, 29.11.2020, 21.00 Uhr: Rund 13 Millionen Infektionen mit dem Coronavirus wurden in den USA registriert. Mehr mehr als 90.000 Personen mit Covid-19 werden derzeit im Krankenhaus behandelt. Viele Kliniken beklagen, dass die Intensivbetten knapp werden. US-Immunologe Dr. Anthony Fauci warnt vor einem „Anstieg auf einem Anstieg“ der Corona-Fälle in den kommenden Wochen. „Wir wollen die Leute nicht beunruhigen, aber das ist einfach die Realität“, sagte er in einem Interview mit „ABC News“.

Nach Thanksgiving könnte auch Weihnachten ein potenzielles Superspreader-Event werden. Hunderttausende Amerikaner:innen sind am 26. November bereits quer durch das Land gereist, um das Fest mit der Familie zu verbringen. Eine ähnliche Reisefreudigkeit erwartet Fauci auch zu Weihnachten. „Wir haben gesagt, dass diese Dinge passieren würden, als wir kälteres Wetter bekommen haben und begannen, zu reisen, und sie sind passiert. Es wird wieder passieren“, sagte Fauci. Allein am Freitag (27.11.2020) wurden in den USA 200.000 Corona-Neuinfektionen bestätigt. In einer Woche wird erwartet, dass die Fallzahlen pro Tag deutlich ansteigen.

Nach Thanksgiving und Weihnachten wird ein deutlicher Anstieg der Corona-Neuinfektionen in den USA erwartet.

Corona in den USA: Wird Thanksgiving ein Superspreader-Event?

Update von Freitag, 27.11.2020, 16:50 Uhr: Dr. Cleavon Gilman kann nicht mehr viel aus der Spur bringen. Als Kind überwand der Kriegsveteran persönliche Probleme und eine Sprachbehinderung, später diente er als Feldarzt im Irakkrieg. Als Sprachrohr der medizinischen Zunft hat er sich einen Namen gemacht und nennt sich selbst einen „Kämpfer an der Coronafront“.

In einem eindringlichen Tweet schlägt Dr. Gilman jetzt Alarm und kritisiert die unverantwortliche Corona-Politik der Regierung um Donald Trump. „Die USA haben am 11. März sehr spät ein Reiseverbot aus Europa eingeführt, um die Verbreitung von COVID19 zu stoppen“, so Gilman, „heute, inmitten von 160.000 Neuinfektionen täglich, brauchen wir ein zwischenstaatliches Reiseverbot. Stattdessen gibt es Flugreisen innerhalb der USA und exponentielle Ausbreitung des Coronavirus vor Thanksgiving.“ Die Schriftstellerin Jennifer Kierstead stimmt Dr. Gilman zu: „Thanksgiving: ein Superspreader-Event von epischen Ausmaßen.“

Thanksgiving: „Mutter aller Superspreader-Events“

Erstmeldung von Mittwoch, 25.11.2020, 14:19 Uhr: New York – Thanksgiving ist der wichtigste Feiertag in den USA. Immer am vierten Donnerstag im November reisen Millionen Menschen aus allen Teilen des Landes zu ihrem traditionellen Fest an, um sich mit gefülltem Truthahn, Cranberry-Sauce, Süßkartoffeln, Apfel- oder Kürbiskuchen, Erbsen und Mais mal so richtig den Bauch vollzuschlagen.

Versorgung einer Corona-Patientin in Texas: Thanksgiving könnte zu einem exponentiellen Anstieg von Neuinfektionen führen.

Corona-Zahlen in den USA steigen vor Thanksgiving weiter an

Im Grunde ist Thanksgiving aber viel mehr als nur eine Familienfeier, immerhin folgt danach noch der berühmt-berüchtigte Black Friday, den die Menschen als Brückentag nutzen, um die Saison der Weihnachtseinkäufe einzuleiten und dabei dermaßen dem Konsum zu frönen, dass der Einzelhandel dank dieser Umsätze aus dem Minus herauskommt und endlich wieder schwarze Zahlen schreiben kann. So zumindest lautet eine der gängigsten Theorien, woher die Bezeichnung Black Friday eigentlich stammt.

Doch 2020 ist kein normales Jahr. Das Coronavirus hat das Leben der Menschen in der ganzen Welt durcheinandergewirbelt, die USA machen da keine Ausnahme. Die Zahlen sind in der Tat dramatisch. Seit Beginn der Pandemie starben in den USA mehr als eine Viertelmillion Menschen nach einer Infektion mit dem Erreger Sars-CoV-2. Erst am Dienstag (24.11.20020) verzeichnete das Land mehr als 2000 Todesfälle durch Covid-19 Jede Minute sterben in den USA im Durchschnitt also knapp 1,4 Personen an der Krankheit.

Thanksgiving in den USA: Experte spricht von der „Mutter aller Superspreader-Events“

Wie vernünftig ist es angesichts dieser Situation, große Thanksgiving-Feste zu feiern? Anthony Fauci hält nichts davon. Der führende US-Virologe verkündete, er werde mit seinen drei Töchtern „über Zoom“ feiern. Anders dagegen verhält sich der noch bis Januar amtierende Präsident Donald Trump, der trotz der Corona-Pandemie Feiern im Weißen Haus geplant hat.

Jonathan Reiner fürchtet für die USA an Thanksgiving jedenfalls das Schlimmste: „Es ist möglicherweise die Mutter aller Superspreader-Events.“ Der Professor für Medizin an der George Washington University verweist in diesem Zusammenhang auf die bekannte Sturgis Motorcycle Rallye, eine der größten Motorradveranstaltungen der Welt. Vom 7. bis 16. August fanden sich 462.182 Motorradfreaks in South Dakota ein. „Hier haben sich die Menschen infiziert und das Virus im Mittleren Westen verteilt“, glaubt Reiner. „Stellen Sie sich nun vor, dass die Menschen in großem Umfang von jedem Flughafen in den USA abreisen – viele davon infiziert“.

An den Flughäfen war schon am Wochenende vor Thanksgiving viel los.

Behörden in den USA raten von Reisen und Familienbesuchen zu Thanksgiving dringend ab

Doch viele hoffen wohl auf ein besseres Gewissen, wenn sie mit einem negativen Test in der Tasche an Thanksgiving zu ihren Angehörigen reisen. Das ist der Grund, warum sich In New York und anderen Metropolen schon seit Tagen vor den Corona-Testzentren lange Schlangen bilden. Dass derartig kurzfristige Tests das Ansteckungsrisiko nicht völlig ausschließen, spielt dabei wohl nur eine untergeordnete Rolle.

Die Behörden in den USA raten jedenfalls schon lange von Reisen und Familienbesuchen zu Thanksgiving dringend ab. Zum ersten Mal hat die US-Gesundheitsbehörde CDC dieses Jahr alle Menschen dazu aufgerufen, auf die Reise zu verzichten - rundheraus verboten hat sie es allerdings nicht. Zu Hause und nur mit Menschen aus dem eigenen Haushalt solle in diesem Jahr gefeiert werden. Das sei zwar keine Vorschrift, aber eine „starke Empfehlung“, sagt CDC-Manager Henry Walke. Schon nach den Feiertagen Memorial Day im Mai und Labor Day im September seien die Zahlen jeweils in die Höhe geschnellt, das müsse diesmal unbedingt verhindert werden.

Flugkonzerne in den USA erweitern Angebote für die Tage um Thanksgiving 

Nach bald neun Monaten Pandemie geht diese Zurückhaltung vielen Menschen in den USA aber zu weit. Aufnahmen von überfüllten Flughäfen in Chicago oder Phoenix vom vergangenen Wochenende heizten die Befürchtungen deshalb weiter an. Tatsächlich wurden von Freitag bis Sonntag mehr als drei Millionen Passagiere an den US-Flughäfen gezählt, so viele wie noch nie seit Beginn der Corona-Krise. Mehrere Flugkonzerne hatten für die Tage um Thanksgiving bereits ihr Angebot erweitert.

Einer Umfrage der Ohio State University zufolge hatten rund 40 Prozent der Menschen in den USA zumindest vorläufig geplant, an einem Thanksgiving-Fest mit zehn oder mehr Personen teilzunehmen. Rund ein Drittel plante dabei nicht mit Masken. Forscher des Georgia Institute of Technology und der Stanford University rechneten unterdessen vor, dass die Chance, dass bei einem solchen Thanksgiving-Festmahl ein mit dem Coronavirus infizierter Gast mit dabei sei, in manchen Gegenden der USA bei mehr als 99 Prozent liege.

Intensivstationen in den USA schon vor Thanksgiving mit Corona-Erkrankten überschwemmt 

„Alle unsere Appelle sind bei den Egoisten auf taube Ohren gestoßen“, klagte der Notfallmediziner Cleavon Gilman aus Arizona auf Twitter. Nach seinen Angaben sind in seinem Bundesstaat schon jetzt die Intensivstationen mit Covid-Erkrankten „überschwemmt“.

Auch Meghan McGinty lässt keinen Zweifel: „Thanksgiving wird wirklich ein entscheidender Zeitpunkt sein“, sagt die Fachfrau für Katastrophenschutz an der Johns-Hopkins-Universität. „Wenn wir unsere Feier nicht auf unseren eigenen Haushalt beschränken, wird die Zahl der Corona-Fälle und Krankenhauseinweisungen unweigerlich zunehmen.“ (Christian Stör)

Rubriklistenbild: © JASON CONNOLLY / afp

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