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Lockerungen

Corona-Ausbruch auf Sylt: Gastronom kritisiert „unkontrollierten Ansturm“ auf die Insel

  • Tobias Utz
    VonTobias Utz
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  • Anna Charlotte Groos
    Anna Charlotte Groos
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Mehr als eintausend Kontaktpersonen wurden aus einem Corona-Ausbruch auf der Insel Sylt ermittelt. Nun befinden sich zahlreiche Gastronomie-Angestellte in Quarantäne.

Update von Mittwoch, 02.06.2021, 15.30 Uhr: Zuletzt sorgte ein Corona-Ausbruch auf Sylt für reichlich Aufregung. Ursprung des Vorfalls waren sieben positive Tests von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Restaurants auf der Insel. Daraufhin wurden insgesamt 29 Angestellte und 55 Urlaubsgäste in Quarantäne geschickt. Die Behörden des Kreises Nordfriesland ermittelten schließlich 1036 Kontaktpersonen (s. Update vom 31.05.2021).

Ein lokaler Gastronom hat sich nun zu den Corona-Infektionen auf Sylt und den damit verbundenen Konsequenzen geäußert – und seinen Unmut zum Ausdruck gebracht. „Bei dem unkontrollierten Ansturm auf die Insel war doch nichts anderes zu erwarten“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Gerhard Diehm betreibt das Lokal „Vogelkoje“, was vom Corona-Ausbruch betroffen ist.

Auch während der Corona-Pandemie ist die beliebte Urlaubsregion Sylt gut besucht. Auf über tausend Tourist:innen könnte jetzt allerdings eine Quarantäneverordnung zukommen.

Seit dem 1. Mai ist es auf der Insel im Rahmen des Modellprojektes möglich Urlaub zu machen, was sehr starken Andrang hervorrief. Bedingung für den Urlaub sind ein negativer Corona-Test sowie die Bereitschaft, sich auf Sylt jeden zweiten Tag testen zu lassen, wie die örtlichen Behörden mitteilen. „So gut wie jeder kann ohne Einschränkungen hierherkommen, die negativen Testergebnisse müssen erst in den Hotels vorgezeigt werden. Warum werden die Leute nicht direkt bei der Ankunft oder vor der Abfahrt getestet?“, fragt Diehm im Interview.

Corona-Ausbruch auf Sylt: Betroffener Gastronom kritisiert Lockerungen

Zwei seiner Mitarbeiter hätten sich infiziert, erzählt der Sylter Gastronom dem RND. Nun befinde sich seine gesamte Belegschaft in Quarantäne. Diehm kritisiert die aus seiner Perspektive schnellen Lockerungen in der Corona-Pandemie. „Man hätte das alles erst mal in sichere Bahnen lenken sollen“, moniert er.

Update von Montag, 31.05.2021, 08.00 Uhr: Der Kreis Nordfriesland hat bereits mehr als 1100 Kontaktpersonen ermittelt. Die Kontaktdaten von 1036 weiteren Gästen seien an die Gesundheitsämter der Heimatorte gemeldet worden, hieß es zudem von behördlicher Seite. Der Fall zeige, wie entscheidend regelmäßige Tests des Personals seien, teilte die Kreisverwaltung mit.

Vor einer Woche hatte ein ähnlicher Fall für Schlagzeilen gesorgt. Seinerzeit mussten mehr als 300 Gäste nach ihrem Sylt-Urlaub in Corona-Quarantäne. Zuvor waren mehrere Angestellte von Restaurants auf Sylt positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden (s. Erstmeldung vom 28.05.2021).

Corona-Ausbruch auf Sylt: Mehr als 1000 Urlaubern droht Quarantäne

Erstmeldung von Freitag, 28.05.2021, 12.30 Uhr: Sylt – Mehrere Angestellte von Restaurants auf der Urlaubsinsel Sylt sind positiv auf das Coronavirus* getestet worden. Das hat Folgen für mehr als tausend Tourist:innen, die in den Lokalen zu Gast waren, und auf die nun eine Quarantäneverordnung zukommen kann.

Auch während der Corona-Pandemie ist die beliebte Urlaubsregion Sylt gut besucht. Auf über tausend Tourist:innen könnte jetzt allerdings eine Quarantäneverordnung zukommen.

Es soll sich dabei um insgesamt zwei Restaurants handeln, in denen sieben Mitarbeiter:innen mit dem Coronavirus infiziert waren. 29 Kolleg:innen der Infizierten wurden bereits von der Gesundheitsbehörde in Quarantäne geschickt. Auch 55 Restaurantbesucher:innen aus dem Kreis Nordfriesland müssen sich vorsichtshalber isolieren.

Corona auf Sylt – Mehr als 1000 Kontaktpersonen sind bereits abgereist

Der Kreis Nordfriesland ermittelte, wie ntv berichtet, zudem etwa 1036 Kontaktpersonen, die als Urlauber:innen auf der Insel waren und zum Großteil bereits wieder abgereist sind. Laut einem Sprecher des Kreises werden deren Daten nun an die Gesundheitsämter ihrer Heimatorte gesendet, damit sie kontaktiert und gegebenenfalls in Quarantäne geschickt werden können.

Erst in der vergangenen Woche hatte das Gesundheitsamt auf Sylt alle Hände voll zu tun, nachdem bekannt geworden war, dass ein Ehepaar nach dem Urlaub auf der Insel Anfang Mai positiv auf das Virus getestet wurde. Das Paar hatte während seines Aufenthalts insgesamt vier Restaurants besucht. Der Kreis wurde erst über die Infektion informiert, nachdem die beiden wieder abgereist waren. 300 Menschen, hauptsächlich Urlauber:innen, mussten daraufhin in Quarantäne. Ob sie auch getestet wurden, konnte ein Kreissprecher auf Nachfrage von ntv nicht sagen.

Corona-Pandemie auf Sylt: Zweifel am Öffnungskonzept für Urlaubsregionen

Sylt gehört zum Kreis Nordfriesland, der Teil eines Modellprojekts für die testweise Öffnung des Tourismus im Land Schleswig-Holstein ist. Unter strengen Auflagen kann die Gastronomie auf Sylt seit dem 1. Mai öffnen - auch im Innenraum. Seit dem 17. Mai sind touristische Reisen im Rahmen der landesweiten Lockerungen generell wieder möglich.

Auch während der Corona-Pandemie ist die beliebte Urlaubsregion Sylt gut besucht. Auf über tausend Tourist:innen könnte jetzt allerdings eine Quarantäneverordnung zukommen.

Da es trotz der Vorsichtsmaßnahmen zu zahlreichen Ansteckungen gekommen ist, weckt der Fall große Zweifel am Öffnungskonzept für Urlaubsregionen. Bei zahlreichen Kontrollen sollen zudem Verstöße gegen die Corona-Bestimmungen festgestellt worden sein. So hätten Kellner:innen teilweise keine Masken getragen, die Sperrstunde sei ignoriert und Mindestabstände nicht eingehalten worden.

Corona-Vorschriften für einen Urlaub auf Sylt

  • Die Mitarbeiter:innen in der Gastronomie müssen alle drei Tage getestet werden
  •  Jede Unterkunft muss ein Hygienekonzept vorlegen und die Kontaktdaten aller Gäste erfassen
  • Eine Beherbergung ist nur erlaubt, wenn sich die Gäste vor Reiseantritt getestet haben und dieser Test nicht älter als 48 Stunden ist
  • Gäste müssen spätestens alle 72 Stunden einen neuen Testnachweis vorlegen
  • In Innenräumen von Restaurants dürfen nur Gäste speisen, die einen Schnelltest vorweisen, der nicht älter als 24 Stunden ist. Alternativ gilt auch ein maximal 48 Stunden alter PCR-Test

Corona auf Sylt – Landrat äußert sich besorgt: „Darf kein zweites Ischgl geben“

Bereits nach dem Bekanntwerden des infizierten Ehepaars hatte der Landrat des Kreises Nordfriesland, Florian Lorenzen, die Gastronom:innen auf der Insel zurechtgewiesen: „In Nordfriesland darf kein zweites Ischgl entstehen“, sagte er laut ntv. Im Winter 2020 war der österreichische Ski-Ort Ischgl zum Ausgangspunkt einer europaweiten Verbreitung des Coronavirus geworden. Dabei hatten Behörden große Fehler bei der Umsetzung der Quarantäne-Verordnungen gemacht. Lorenzen ordnete für insgesamt 20 Gaststätten an, dass diese die Zahl ihrer Gäste auf die Hälfte reduzieren sollen.

Auf Sylt soll es nach Angaben der Behörden derzeit 25 Corona-Infizierte geben sowie 210 Menschen, die sich in Quarantäne befinden. (Anna Charlotte Groos, Tobias Utz mit dpa/AFP) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Chris Emil Janssen/imago

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