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News-Ticker

Corona in Deutschland: Lauterbach fordert Lockdown bis Inzidenzwert unter 25

  • vonSebastian Richter
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Corona bringt Pflegekräfte an ihre Grenzen – neben Personal werden Beatmungsgeräte und Betten knapp. Derweil fordert Karl Lauterbach einen längeren Lockdown. 

  • Die Corona-Pandemie hält Deutschland weiter in Atem, dem Gesundheitssystem droht die Überlastung.
  • Zunehmend werden Ressourcen zur Versorgung der Covid-19-Patient:innen knapp.
  • Aus einem Krankenhaus in Sachsen soll die erste Corona-Triage durchgeführt worden sein.

+++ 15.35 Uhr: SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert eine deutliche Verlängerung des Lockdowns über den 10. Januar hinaus - bis unter die Marke von 25 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche. „Egal, wie lange das dauert“, sagte Lauterbach der „Rheinischen Post“ (Freitag). Nur dann bestehe ein ausreichendes Polster, damit die Gesundheitsämter mit der Kontaktverfolgung wieder hinterherkämen und nicht gleich der nächste Lockdown drohe.

„Dieser Lockdown ist der wichtigste in der gesamten Corona-Pandemie. An ihm wird sich die Bilanz im Umgang mit der Krise messen. Dieser Lockdown entscheidet darüber, wie viele Tote das Virus noch fordern wird“, betonte Lauterbach. Es sei bereits absehbar, dass der Lockdown bis zum 10. Januar nicht ausreichen werde, um auf den Inzidenzwert von 50 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche zu kommen.

Corona in Deutschland: Triage in Krankenhäusern – Gesundheitssystem an der Belastungsgrenze

Frankfurt - Ein Ende der Corona-Pandemie ist in Sicht. Noch in diesem Jahr sollen die Impfungen in Deutschland beginnen. In den Krankenhäusern ist die Situation dennoch weiterhin angespannt. Krankenhausbetten sind knapp, außerdem gibt es nur noch wenige freie Beatmungsgeräte.

Erste Corona-Triage in Deutschland: Ein Missverständnis?

In Zittlau hat der Direktor des Klinikums Oberlausitzer Bergland (KOB) die erste Triage bei Corona-Patienten in Deutschland gemeldet. Seine Äußerung in einem Online-Bürgerforum sorgte bundesweit für Aufsehen. Gerüchte wurden laut, dass die Maßnahmen zu Toten geführt haben sollen. Bei einer Triage entscheiden Ärzte, welcher Patient bei knappen Ressourcen vorrangig Hilfe bekommt, das kann allerdings auf vielfältige Weise geschehen. Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) widersprach der Aussage, dass nach einer solchen Entscheidung Patienten verstorben sein sollen. Vielmehr sei die „Wortmeldung aus Zittau ist ein Hilferuf“, wie der CDU-Politiker in Dresden sagte. Auch die Pressereferentin des KOB sprach von einem „Missverständnis“. Zu keinem Zeitpunkt seien Corona-Patient:innen „nicht oder nicht mehr beatmet“ worden.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach.

Vielmehr ging es bei den Aussagen des ärztlichen Direktors Mathias Mengel, um die Entscheidung, welche Patient:innen für einen Transport in andere Krankenhäuser infrage kämen, wie die „Sächsische Zeitung“ berichtete. Viele der Patient:innen würden die Überführung in teilweise über hunderte Kilometer entfernte Krankenhäuser nicht überstehen. Auch die Deutsche Stiftung Patientenschutz erklärte, dass es in Deutschland noch zu keiner Triage wegen Corona gekommen sei. Vorstand Eugen Brysch gab den Zeitungen der Funke Mediengruppe an, dass ausreichend medizinische Ressourcen zur Behandlung der Kranken in der Corona-Krise vorhanden seien. „Die Situation ist ernst, aber Vorsicht vor Alarmismus.“

Corona bringt die Krankenhäuser an die Belastungsgrenze: Die Politik muss eingreifen

Stattdessen sei jetzt die Politik gefragt, die nach Frank Ulrich Montgomery, dem Vorsitzenden des Weltärztebundes, die Mediziner im Stich gelassen habe. Falls es zu Triage-Entscheidungen kommt, müssten diese „leider von den Ärzten alleine getroffen werden“, wie er der „Rheinischen Post“ mitteilte. Am dringendsten sei ein klares Verlegungskonzept zwischen den Bundesländern und ein frühzeitiger Transport von Schwerkranken mit Corona aus überfüllten Kliniken erforderlich.

Das Hauptproblem sei dabei der Personalmangel in den Krankenhäusern, wie Intensivmediziner Gernot Marx der Uniklinik Aachen erörterte. „Wir sind mit mehreren Tausend Pflegekräften im Minus in die Pandemie hineingegangen.“ Zudem zehre die angespannte Situation der Corona-Krise an den Kräften der Pflegerinnen und Pfleger, die „maximale physische und psychische Beanspruchung des Personals“ führe zu Ausfällen. (Sebastian Richter mit dpa)

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld

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