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Fachleute warnen vor neuen Pandemien: Warum eine vegane Ernährung das verhindern kann

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Von: Alina Schröder

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Eine rein pflanzliche Ernährung kann dabei helfen, künftige Pandemien zu verringern.
Eine rein pflanzliche Ernährung kann dabei helfen, künftige Pandemien zu verringern. © Arnulf Hettrich/Imago

Die Corona-Pandemie hält die Welt weiter in Atem. Im Kampf gegen künftige Ausbrüche könnte die vegane Ernährung eine besondere Rolle spielen.

Frankfurt – Seit Frühjahr 2020 sorgt die Corona-Pandemie auf der ganzen Welt für zahlreiche Infektionen, Todesfälle und wiederkehrenden Schutzmaßnahmen, die Einschränkungen des öffentlichen Lebens zur Folge haben. Fachleute, darunter Virologen wie Christian Drosten, rechnen damit, dass das Virus uns noch viele Jahre begleiten und vor allem in den Wintermonaten neue Wellen auslösen wird.

Die letzte Pandemie auf unserer Erde wird es aber wohl aber nicht gewesen sein, da sind sich einige Expertinnen und Experten sicher. Doch wie können internationale Virusausbreitungen mit Corona-Ausmaß künftig verringert und eingedämmt werden? Eine Umstellung in der Ernährung könnte da schon viel ausmachen.

Vegane Ernährung gegen Pandemien: Mehrheit der Erreger von Tieren übertragen

Tollwut, Affenpocken, Hepatitis E, das West-Nil-Virus, Ebola und mutmaßlich auch das Corona-Virus – all diese Krankheiten zählen zu den sogenannten Zoonosen. Bei diesen handelt es sich laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) um Infektionskrankheiten, die wechselseitig zwischen Tieren und Menschen übertragen werden können. Dabei ist allerdings ein bestimmter Trend zu beobachten: Angaben des BfR zufolge werden rund zwei Drittel aller Erreger, die beim Menschen Krankheiten auslösen, von Tieren weitergegeben. Laut einer Studie des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) sterben jedes Jahr rund zwei Millionen Menschen an Krankheiten, die aus der Tierwelt übertragen wurden – die Corona-Pandemie nicht mit eingerechnet. 

Die Übertragungswege reichen vom direkten Kontakt bis zum Verzehr tierischer Lebensmittel – aber auch eine Infektion über sogenannte Vektoren, wie Mücken oder Zecken, ist möglich. Eins der größten und vermeidbaren Risiken verbirgt sich jedoch hinter dem Tierkonsum. Das sagt unter anderem der Molekularbiologe und Virologe Thomas Mettenleiter. Gegenüber dem Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) nennt er als Präventionsmaßnahme für kommende Virusausbrüche neben Impfungen und Hygiene auch die pflanzliche Ernährungsweise.

Krankheiten durch Zoonosen: Mit veganer Ernährung das Pandemie-Risiko senken

Bestimmte Faktoren, wie Bevölkerungswachstum, Globalisierung, zunehmende Mobilität und Klimawandel, begünstigen zusätzlich die Entwicklungen von Krankheiten zoonotischen Ursprungs. Daher ist laut Mettenleiter nun ein Umdenken in der Gesellschaft gefragt – dafür benötige es ein neues Konzept. „Das nennt sich ‚One Health‘, also die eine Gesundheit, die eben jetzt nicht nur auf die Gesundheit von Mensch und Tier fokussiert, sondern die Gesundheit der Umwelt mit einbezieht“, sagte Mettenleiter dem MDR. Laut dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) basiert der „One Health-Ansatz“ auf dem Verständnis, „dass die Ge­sund­heit von Mensch, Tier und Um­welt eng mit­ein­an­der zu­sam­men­hängt.“  

Um künftig durch Zoonosen bedingte Epidemien und Pandemien eindämmen zu können, sollte demnach weitestgehend – wenn nicht sogar vollständig – auf tierische Proteine in der menschlichen Ernährung verzichtet werden. Hier kommt schließlich die vegetarische oder gar vegane Ernährung ins Spiel, die in den letzten Jahren zudem weltweit zugenommen hat. Rein pflanzliche Lebensmittel verringern die Abhängigkeit von Tieren als Proteinquelle, wodurch weniger zoonotische Erreger durch den Verzehr aufgenommen werden. Eine vegane Ernährung kann darüber hinaus weitere Krankheiten vorbeugen, wie Krebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Doch ganz verhindern lassen sich weitere weltweite Virusausbrüche wohl auch durch eine konsequente Umstellung der Lebensweise und Ernährung nicht. „Die Menschheitsgeschichte ist voll von Epidemien und Pandemien. Es war also nicht der Anfang und es wird ganz sicher auch nicht das Ende sein“, so Mettenleiter. (asc)

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