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Omikron per Post: Peking filzt internationalen Briefverkehr

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Von: Tobias Utz

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Corona in China
Krankenschwestern im Ditan-Krankenhaus. Das Krankenhaus ist auf die Behandlung von Patienten mit dem neuartigen Coronavirus spezialisiert. Die Zahl der bestätigten Infektionen und Todesfälle durch das Coronavirus ist in China erneut sprunghaft angestiegen. © Peng Ziyang/Xinhua/dpa

Der erste Omikron-Fall sorgt in Peking für Chaos. Nun müssen Tausende Kontaktpersonen ermittelt werden.

Peking – In Peking gehen die Gesundheitsbehörden derzeit davon aus, dass die erste Corona-Infektion mit der Omikron-Variante in der Stadt offenbar durch eine Postsendung übertragen wurde. Die Stadt gab kürzlich bekannt, dass der Fall entdeckt wurde, nachdem der Betroffene eine freiwilligen Corona-Test gemacht hätte. Anschließend sei sein Wohngebiet abgeriegelt worden. Zudem habe man die Suche nach Kontaktpersonen gestartet. Dabei soll es sich laut Gesundheitsamt um 16.500 Menschen handeln.

Laut Pang Xinghuo, stellvertretender Direktor des Zentrums für Seuchenschutzkontrolle in Peking, habe man Omikron-Spuren auf einem Poststück, mit welchem der Betroffene in Kontakt gekommen sei, gefunden. Die Post könne als Quelle „nicht ausgeschlossen“ werden, so Xinghuo am Montag (17.01.2022) auf einer Pressekonferenz. Nun wolle man den internationalen Postverkehr stärker unter die Lupe nehmen.

Kurz vor Olympia: Erster Omikron-Fall in Peking

Das Infektionsrisiko durch Kontakt mit Oberflächen gilt in der Forschung als sehr gering. Ein Restrisiko besteht laut Forscher Ben Cowling allerdings. „Das Virus kann bei kalten Temperaturen eine Zeit lang auf Oberflächen lebensfähig bleiben, aber die Übertragung über kontaminierte Oberflächen ist kein üblicher Übertragungsweg“, so der Professor für Epidemiologie an der Universität Honkong gegenüber dem Wallstreet Journal. „Eine Übertragung durch kontaminierte Oberflächen ist insbesondere in der unmittelbaren Umgebung der infektiösen Person nicht auszuschließen“, betonte auch das Robert Koch-Institut in Deutschland. Dabei sei allerdings in jedem Fall die Viruslast des Corona-Infizierten entscheidend.

In wenigen Wochen beginnen in Peking die Olympischen Winterspiele. Im Bemühen, das Virus im Vorfeld der internationalen Veranstaltung einzudämmen, hat das Organisationskomitee der Olympischen Spiele angekündigt, dass die Öffentlichkeit keine Eintrittskarten mehr für die Spiele kaufen kann.

China hat außerdem festgelegt, dass alle Reisenden nach Peking innerhalb von 72 Stunden nach ihrer Ankunft einen Corona-Test durchführen (lassen) müssen. Diese Vorschrift tritt am Samstag (22.01.2022) offiziell in Kraft und soll bis mindestens Ende März gelten. (tu)

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