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Intensivbett in einem Krankenhaus in Texas
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Inmitten steigender Corona-Fallzahlen sind im Dallas County (Texas, USA) keine Intensivbetten für Kinder mehr verfügbar. (Archivbild)

Corona-Pandemie

„Euer Kind muss warten, bis ein anderes stirbt“ – Keine Intensivbetten für Kinder in Dallas

  • Lukas Rogalla
    VonLukas Rogalla
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Die Corona-Zahlen in Texas steigen wieder an. Das Dallas County warnt: Für Kinder gibt es keine freien Intensivbetten.

Dallas – Die Delta-Variante des Coronavirus breitet sich in den USA rasant aus. Dementsprechend steigen auch die Infektionszahlen wieder. In der letzten Woche wurden fast jeden Tag mehr als 100.000 Neuinfektionen registriert. Mit Hinblick auf die Eindämmungsmaßnahmen ist das Land nach wie vor gespalten.

Vor allem in republikanisch dominierten Bundesstaaten wehrt man sich beispielsweise gegen eine Corona-Impfpflicht, die US-Präsident Joe Biden in manchen Bereichen angeordnet hat. Zudem leben dort deutlich mehr Menschen, die keinen Corona-Impfstoff erhalten wollen, weshalb die Impfkampagne von Joe Biden ins Stocken geraten ist. Doch auch die Maskenpflicht in öffentlichen Gebäuden, vor allem in Schulen, ist umstritten. Mit einer Verordnung hat Texas Gouverneur Greg Abbott, ein Republikaner, im Juli beschlossen, dass keine Regierungseinrichtungen das Tragen einer Maske verlangen dürfen. Auch Schulen sind von dieser Verordnung betroffen.

Corona in den USA: Keine Intensivbetten für Kinder mehr in Dallas

Im Dallas County nehmen nicht nur die Corona-Fallzahlen, sondern auch die Krankenhauseinweisungen von Patient:innen mit Covid-19 deutlich zu. County-Richter Clay Jenkins gab bei einer Pressekonferenz am Freitag (13.08.2021) bekannt, dass keine Intensivbetten mehr für Kinder zur Verfügung stünden. „Wenn euer Kind in einem Autounfall ist, euer Kind einen angeborenen Herzfehler oder so etwas in der Art hat, oder noch wahrscheinlicher, wenn es Covid-19 hat und ein Intensivbett braucht: Wir haben keins. Euer Kind wird warten müssen, bis ein anderes Kind stirbt“, wird er von CNN zitiert.

„Euer Kind muss dann nicht nur an das Beatmungsgerät. Euer Kind muss mit dem Hubschrauber nach Temple oder Oklahoma City geflogen werden, oder wo auch immer wir ein Bett finden können. Aber hier werden sie keins erhalten. Es sei denn, eins wird frei.“

Jenkins fügte hinzu, dass der Mangel an Intensivbetten mit fehlendem Personal in Verbindung stehe. „In Krankenhäusern wird eine bestimmte Zahl an Betten zugelassen. Die meisten Krankenhäuser teilen weniger Personal ein als sie zugelassene Betten haben. Sie können die Betten, die nicht durch Personal besetzt sind, nicht benutzen“, erklärte Sprecherin Lara Anton angesichts der sich verschlechternden Corona-Lage.

Corona in Texas: Fallzahlen steigen deutlich an

Gouverneur Abbott reagierte bereits und kündigte an, mehr als 2500 zusätzliche medizinische Kräfte einzusetzen, um die Situation in den Krankenhäusern von Texas unter Kontrolle zu bekommen. Im ganzen Bundesstaat befinden sich offiziellen Angaben zufolge mindestens 11.200 Corona-Patient:innen im Krankenhaus. Texas hat eine Bevölkerung von rund 29 Millionen Menschen.

Dallas war eines von mehreren Countys in Texas, die diesen Monat gegen Gouverneur Greg Abbott geklagt und eine einstweilige Verfügung beantragt haben. Sie wollen die Maskenpflicht gegen den Willen des Republikaners durchsetzen, um das Coronavirus einzudämmen. „Unsere Krankenhäuser und unsere Leute brauchen dringend Zeit für freie Betten- und Ärzte-Kapazitäten, sie nicht überrannt werden, so Jenkins.

Am Mittwoch wurde die Maskenpflicht in bestimmten öffentlichen Innenräumen im Dallas County durch eine Notfallverordnung beschlossen, auch in Schulen, unabhängig vom Impfstatus. Clay Jenkins warf dem Gouverneur vor, die Bevölkerung durch seine Handlungen in der Corona-Pandemie zu gefährden.

Corona in Texas: Republikaner Greg Abbott geht gegen Maskenpflicht vor

Greg Abbott reagierte sofort mit einer Gegenpetition, zusammen mit Generalstaatsanwalt Ken Paxton. Die Notfallverordnung verletze die Anordnung des Gouverneurs. „Wir müssen uns nicht zum ersten Mal mit solchen Aktivisten herumschlagen. Es ist schon wieder ein Déjà-vu“, sagte Paxton am Mittwoch. „Richter und Bürgermeister, die Aufmerksamkeit wollen, haben sich Anordnungen schon widersetzt, als die Pandemie begann. Die Gerichte haben für uns entschieden – das Gesetz.“ Paxton hoffe, dass eine Entscheidung vor Gericht „zugunsten der Freiheit und individuellen Wahl“ ausfalle.

Clay Jenkins reagierte: „Wir müssen uns diesen Versuchen, die lokale Kontrolle zu untergraben, widersetzen, weil eine Regierung am besten funktioniert, wenn sie nah an den Leuten ist. Doch wir müssen uns auch daran erinnern, dass das kein Kampf zwischen Gouverneur Abbott und lokalen Vertretern ist, die zufällig Demokraten oder in der Schulbehörde sind“, sagte der 57-Jährige. „Wir sind alle im Team der öffentlichen Gesundheit.“ Jeder müsse verstehen, dass das Coronavirus der Feind sei und nicht die politische Gegenseite. (lrg)

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