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Trumps ehemaliger Sicherheitsberater Michael Flynn verlässt mit der Rechtsanwältin Sidney Powell das Bundesgericht in Washington.
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Trumps ehemaliger Sicherheitsberater Michael Flynn (rechts) hat so seine eigenen Ideen.

Impfstoffe im Salat

Michael Flynn: Trump-Vertrauter erfindet neue Corona-Verschwörung

  • Christian Stör
    VonChristian Stör
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Donald Trumps ehemaliger Sicherheitsberater Michael Flynn missversteht einen Text - und bezichtigt den Deep Staat in den USA eines gewaltigen Verbrechens.

USA – Michael Flynn lebt inzwischen in einer ganz eigenen Welt. Der Mann, der einst immerhin Sicherheitsberater von Donald Trump war, fabriziert in diesen Wochen und Monaten ein Verschwörungsmärchen nach dem anderen. Und immer, wenn es scheint, der höchste Grad an Absurdität sei nun endlich erreicht, setzt Flynn noch einmal einen obendrauf.

Nun also behauptet Flynn, dass das medizinische Establishment plane, demnächst die Corona-Impfstoffe heimlich Salatdressings beizugeben. Dahinter steckt angeblich der sogenannte Deep State, der nach Meinung der meisten Rechten in den USA an den Regierungen vorbei im Geheimen die Strippen zieht und vor allem den Republikanern an den Kragen will. Besonders während der Amtszeit von Donald Trump klagte die Partei, dass ihnen der verdeckte Staat im Staate ein vernünftiges Regieren unmöglich gemacht habe. Jetzt sollen also die Impf-Unwilligen überrumpelt werden.

Michael Flynn und die Corona-Impfstoffe in Salatdressings

Seinen neusten Mythos hat Michael Flynn, der immer wieder gerne in die Untiefen von QAnon abtaucht, in einer rechten Internetshow zur Sprache gebracht. Sein Forum war dabei gut gewählt. Die abstruse Sendung widmet sich ohnehin mit Vorliebe den beiden derzeit populärsten Verschwörungserzählungen der Rechten. Die Diskussionen über das Coronavirus werden wohl nur noch von den Gesprächen über den angeblich groß inszenierten Wahlbetrug der Demokraten übertroffen, der Donald Trump nach Ansicht der Verschwörungsgläubigen das Weiße Haus gekostet hat. Auch daran war am Ende wohl der Deep State schuld.

„Jemand hat mir heute Morgen etwas zugeschickt, in dem es darum geht, den Impfstoff in Salatdressing hineinzutun“, begann Flynn noch ganz harmlos, bevor er dann auf einmal Zeter und Mordio schrie. „Habt ihr das gesehen? Das ist doch – das kann nur die Bizarro-Welt sein, oder?“, rief Flynn. „Das ist definitiv die Bizarro-Welt ... diese Leute denken ernsthaft darüber nach, wie sie uns in unserer Gesellschaft ihren Willen aufzwingen können, und das muss aufhören.“

Corona-Impfstoffe: Michael Flynn missversteht Artikel

Michael Flynn, der auch schon mal einen gewaltsamen Militärputsch in den USA gefordert hat, bezog sich dabei auf einen Artikel, den er kurz zuvor gelesen hatte. Nun hat aber Flynn den von ihm zitierten Text offenbar etwas missverstanden. Wie Faktenchecker Mike Rothschild auf Twitter erklärte, geht es darin um eine Pilotstudie der University of California-Riverside, wo derzeit daran gearbeitet wird, essbare Pflanzen zu züchten, die die gleichen Medikamente wie ein mRNA-Impfstoff enthalten.

In einer Pressmitteilung der Universität wird auch Juan Pablo Giraldo zitiert. „Im Idealfall würde eine einzige Pflanze genug mRNA produzieren, um eine einzige Person zu impfen“, sagt der außerordentliche Professor am Fachbereich Botanik und Pflanzenwissenschaften der UCR.

Es gebe dabei nichts, „worüber man sich empören könnte“, schrieb Rothschild auf Twitter. „Dafür könnte man hier etwas über coole Wissenschaft lernen, die die Impfstofflieferung für Entwicklungsländer einfacher und billiger machen könnte.“ Von dieser Erkenntnis ist Michael Flynn aber offenbar noch ein gutes Stück entfernt. (cs)

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