US-Konzern vor Durchbruch bei Impfstoff

Corona in den USA: Biden mahnt nach Impfstoff-Fortschritt zur Vorsicht - Trump betreibt Eigenwerbung

  • Patrick Huljina
    vonPatrick Huljina
    schließen
  • Felix Durach
    Felix Durach
    schließen

Die Infektionslage in den USA spitzt sich weiterhin zu. Experten des künftigen Präsidenten Joe Biden wollen mit gezielten Maßnahmen breite Lockdowns vermeiden.

  • Nach der US-Wahl 2020 steigen die Corona-Neuinfektionen* in den USA weiterhin an.
  • Seit mehreren Tagen meldet die Johns-Hopkins-Universität* täglich mehr als 100.000 neue Fälle.
  • Donald Trump und Joe Biden äußerten sich nun zu den Fortschritten bei der Entwicklung eines Corona-Impfstoffs.
  • Dieser News-Ticker ist beendet. Die Fortsetzung ab dem 17. November finden Sie hier.

Update vom 17. November, 10.05 Uhr: Der gewählte US-Präsident Joe Biden hat die Fortschritte beim Corona-Impfstoff der US-Firma Moderna begrüßt. Gleichzeitig mahnte er die Amerikaner aber zur Vorsicht. „Die heutige Nachricht zu einem zweiten Impfstoff ist ein weiterer Grund, um hoffnungsvoll zu sein“, schrieb Biden am Montag auf Twitter. Er lobte die Verantwortlichen für den „Durchbruch“, der die Menschen einen Schritt näher an die Bekämpfung des Coronavirus gebracht habe.

Was bereits für den Impfstoff der Firmen Biontech und Pfizer galt, gelte aber auch für Moderna: Man sei noch Monate davon entfernt, dass weite Teile der Bevölkerung geimpft werden könnten, machte Biden deutlich. Bis dahin müssten die Menschen Abstand halten und Masken tragen, um das Coronavirus unter Kontrolle zu bringen.

Der noch amtierende US-Präsident Donald Trump hat die vielversprechenden Daten des neuen Corona-Impfstoffs hingegen für Eigenwerbung genutzt. Historiker sollten sich daran erinnern, dass diese großartigen Entdeckungen bei Impfstoffen „alle unter meiner Aufsicht gemacht wurden“, schrieb Trump am Montag auf Twitter. Die US-Regierung hat eine Reihe von Pharmaunternehmen, unter anderem Moderna, mit Milliardenzahlungen und einem Sonderprogramm bei der Entwicklung von Impfstoffen unterstützt.

Update vom 16. November, 22.25 Uhr: Eine US-Krankenschwester aus Texas hat schwerste Vorwürfe gegen die angebliche Corona-Politik ihrer Klinik erhoben - live bei Facebook*. Sie berichtete unter anderem von einem Raum, der nur zum Sterben da sei (siehe Link).

Corona-Pandemie in den USA: US-Pharmakonzern Moderna legt Daten für Covid-19-Impfstoff vor

Update vom 16. November, 14.49 Uhr: Mit dem US-Pharmakonzern Moderna hat ein weiterer Hersteller maßgebliche Daten für seinen Corona-Impfstoff vorgelegt.

Der RNA-Impfstoff habe eine Wirksamkeit von 94,5 Prozent, hieß es in einer Mitteilung von Moderna am Montag. Der renommierte US-Immunologe und Corona-Experte Anthony Fauci hat mit Begeisterung auf die Daten reagiert. „Das sind offensichtlich sehr aufregende Ergebnisse“, sagte er nach Angaben des TV-Senders CNN. „Besser wird es nicht - 94,5 Prozent sind wirklich hervorragend“, so Fauci.

Seiner Einschätzung zufolge könnten die ersten Impfungen in den USA im Dezember bei Hochrisikogruppen beginnen, der breite Rest der Bevölkerung könnte eher ab Ende April dran sein. „Und das wird in den Mai, Juni und Juli hineingehen. Das wird ein paar Monate dauern“, sagte Fauci.

Corona in den USA: Bidens Experte will mit gezielten Maßnahmen Lockdown verhindern

Update vom 16. November, 12.38 Uhr: Die Regierung des künftigen US-Präsidenten Joe Biden will in ihrem Kampf gegen die Corona-Pandemie durch gezielte Maßnahmen breite Lockdowns vermeiden. „Wir haben Ansätze mit der Präzision eines Skalpells statt der rohen Kraft einer Axt“, sagte Vivek Murthy, einer der Co-Chefs des Coronavirus-Expertenrats von Biden, dem TV-Sender Fox am Sonntag.

Präsident Donald Trump versuchte im Wahlkampf, den Wählern mit der Aussicht auf landesweite Lockdowns unter Biden Angst einzujagen. Unterdessen gerät die Corona-Situation in den USA immer mehr außer Kontrolle. Am Sonntag wurde die Marke von elf Millionen Infektionen seit Beginn der Pandemie überschritten (siehe Update vom 16. November, 7.42 Uhr). Eine Million Fälle kamen in nur sechs Tagen dazu. Mehrere Bundesstaaten verschärften am Wochenende Corona-Maßnahmen wie Maskenpflicht und die Schließung einiger Geschäfte. So dürfen in Michigan Restaurants vorerst nur noch außer Haus verkaufen und wer kann, soll aus dem Homeoffice arbeiten.

Corona in den USA: Mehr als 130.000 Neuinfektionen am Sonntag

In den USA haben sich binnen eines Tages mehr als 130.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Nach Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore vom Montagmorgen (MEZ) stieg die Zahl der Neuinfektionen am Sonntag (Ortszeit) um 133.045. Am Sonntag zuvor waren es knapp 110.000 gewesen. Den bisherigen Rekordwert verbuchte die Universität mit 177.224 Neuinfektionen am vergangenen Freitag.

Corona in den USA: Mediziner warnen vor steigenden Todeszahlen - Angst vor Thanksgiving

Update vom 16. November, 7.42 Uhr: Die USA haben die Marke von elf Millionen Corona-Infektionen überschritten. Bisher haben sich 11.036.935 Menschen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert, teilt die Johns-Hopkins-Universität (JHU) mit. 246.214 Menschen starben im Zusammenhang mit Covid-19.

Der Mediziner Jonathan Reiner von der George Washington Universität warnte im Nachrichtensender CNN am Sonntag, dass in wenigen Wochen täglich erst 2000 und dann 3000 Erkrankte sterben würden, wenn man nicht umgehend Maßnahmen wie eine Maskenpflicht umsetze.

Ein Notarzt befürchtet, dass es in den USA nach Thanksgiving (26. November) zu einem drastischen Anstieg kommen könnte. Dr. James Phillips, Chef der Katastrophenmedizin am George Washington Universitätskrankenhaus sagte CNN, er habe „Angst“ vor dem, was in dieser Ferienzeit passieren wird. „Wir werden nach Thanksgiving in diesem Jahr eine beispiellose Zunahme von Fällen erleben, und wenn die Leute nicht von Thanksgiving lernen, werden wir es auch nach Weihnachten sehen“, sagte Phillips.

Noch-Präsident Donald Trump hatte die Gefahr durch das Coronavirus insbesondere im Endspurt seines Wahlkampfs heruntergespielt und verkündet, dass die USA in der Pandemie bald über den Berg sein würden. Inzwischen erlassen Gouverneure einzelner Bundesstaaten verstärkt Anordnungen zum Tragen von Masken und Einschränkungen für den Betrieb von Geschäften und Restaurants.

Corona in den USA: Erneut höchster Tageswert an Neuinfektionen

Update vom 14. November, 10.26 Uhr: Für den Tag, an dem der amtierende US-Präsident Donald Trump* den USA einen baldigen Corona-Impfstoff versprach (siehe vorheriges Update), verzeichnete das Land den bislang höchsten Tageswert an Neuinfektionen*. Die Anzahl der registrierten Fälle binnen 24 Stunden erreichte am Freitag 184.514, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) hervorgeht.

Die JHU twitterte am Freitag Verhaltungsempfehlungen mit den Worten: „Da die Zahl der Covid-19-Fälle in den USA stetig steigt und der Frust aufgrund der Pandemie wächst, sagen wir Ihnen, was Sie an den anstehenden Feiertagen beachten sollten.“

Trump zu Coronavirus-Pandemie: Biontech-Impfstoff soll in USA sehr schnell zugelassen werden

Update vom 13. November, 23.01 Uhr: Außer den Fortschritten beim Impfstoff lobte Trump auch die Schritte bei der Entwicklung der Antikörpertherapie mit Remdesivir, die die Todesrate zu 85 Prozent reduzieren könne. Nach ihm ermahnte vor allem Vizepräsident Mike Pence die Amerikaner dazu, weiter Abstand zu halten und Masken zu tragen. Einen Lockdown schlossen die beiden erneut aus. Angesichts jüngst dramatisch ansteigender Infektionszahlen beteuerte Trump wieder einmal, dass die USA weitaus mehr teste als alle anderen Länder der Welt - eine Behauptung, die bereits mehrfach widerlegt worden war.

Update vom 13. November, 22.50 Uhr: In einer Pressekonferenz zur „Operation Warp Speed“, seiner Operation zur Entwicklung eines Corona-Impfstoffes, hat US-Präsident Donald Trump einen beispiellosen Monolog voller Selbstlob gehalten. Er lobte den US-Pharma-Konzern Pfizer, der in Rekordzeit einen Impfstoff zur Verfügung stellen werde. „Binnen Wochen“ würden mehrere Dutzend Millionen Menschen aus Risikogruppen versorgt werden, Mitte April könnte die gesamte Bevölkerung zur Verfügung stehen.

Mit keinem Wort erwähnte er den deutschen Konzern Biontech, der den Impfstoff federführend in Zusammenarbeit mit Pfizer entwickelt hatte. Den Durchbruch schrieb er lediglich den „großartigen amerikanischen Forschern“ zu, die ohne die Unterstützung seines Administration nicht in der Lage gewesen wären, den Impfstoff in dieser Geschwindigkeit zu entwickeln.

US-Präsident Donald Trump geht in den Rosengarten des Weißen Hauses, um bei einer Pressekonferenz über die Maßnahmen seiner Regierung gegen die Corona-Pandemie zu sprechen.

Corona in USA: Neuinfektionen auf Höchststand

Update vom 13. November, 14.31 Uhr: Die USA haben einen weiteren Höchststand an Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet. Am Donnerstag wurden 153.496 neue Fälle registriert, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) vom Freitag hervorgeht. Das sind rund 10.000 mehr als noch am Vortag. Seit einer Woche liegt die Zahl der täglichen Neuinfektionen nach der Statistik der Johns-Hopkins-Universität bei mehr als 100.000.

Die Bewohner von Chicago sollen aufgrund der steigenden Zahl von Corona-Infektionen ab Montagmorgen zuhause bleiben. Im Bezirk Cook, zu dem Chicago gehört, haben sich zuletzt durchschnittlich mehr als 4000 Menschen neu mit dem Coronavirus infiziert. Bürgermeisterin Lori Lightfoot veröffentlichte am Donnerstag einen Warnhinweis, der alle Menschen in der Millionenstadt dazu aufruft, nur zum Arbeiten, für die Schule, zum Einkaufen oder aus anderen wesentlichen Gründen ihre Wohnungen zu verlassen. Abgeraten wird von Besuchen, auch von außerhalb des eigenen Haushalts lebenden Familienmitgliedern. Geplante Feiern zum Erntedankfest am 26. November sollten abgesagt werden.

Corona in den USA: El Paso neuer Hotspot - Mobile Leichen-Lkw stehen parat

Update vom 13. November, 10.02 Uhr: Als erster US-Bundesstaat hat Texas die Marke von einer Million bestätigter Corona-Fälle überschritten. Pro Tag werden dort rund 10.000 neue Infektionen bekannt. Die Zahl der Patienten, die in Zusammenhang mit dem Coronavirus im Krankenhaus behandelt werden müssen liegt bei fast 7000, davon sind etwa 1900 Infizierte auf einer Intensivstation. Seit Beginn der Pandemie gab es in Texas knapp 20.000 Corona-Todesfälle, alleine am Mittwoch 141.

Ein Großteil der Neuinfektionen wurde in den vergangenen Wochen in der Grenzstadt El Paso festgestellt. Jeder siebte Corona-Patient, der in Texas im Krankenhaus liegt, liegt in El Paso. Fast 300 Menschen befinden sich auf der Intensivstation. Die Krankenhäuser haben dort keine Kapazitäten mehr, wie focus.de berichtet. Im Kongresszentrum der Stadt wurde daher ein provisorisches Krankenhaus errichtet. Zudem wurden Zelte aufgebaut, um Patienten versorgen zu können.

Es sind bereits sechs mobile Kühlgeräte geliefert worden, die insgesamt 176 Leichen aufnehmen können. „In den nächsten zwei bis drei Wochen könnten es bis zu 20 pro Tag sein. Die Zahl der Todesfälle könnte immer weiter ansteigen“, sagte der Bezirksrichter Ricardo Samaniego dem Lokalsender KFOX. Ein Krankenpfleger erklärte, was er derzeit in El Paso erlebe, sei „härter“ als die Zeit, die er im Frühjahr in New York, dem damaligen Corona-Hotspot des Landes, verbracht habe.

Bezirksrichter Samaniego ordnete bereits Ende Oktober eine zweiwöchige Schließung aller nicht lebensnotwendigen Geschäfte an. Der Gouverneur Greg Abbott bezeichnete die Anordnung allerdings als rechtswidrig. Auch Dee Margo, der Bürgermeister von El Paso, lehnte Samaniegos Anordnung ab und appellierte sogar im Fernsehen an die Bürger, Geschäfte offenzulassen. Mehrere Unternehmen und der Generalstaatsanwalt von Texas schlossen sich in einem Rechtsstreit zusammen, um die Anordnung des Richters zu blockieren. Das Staatsgericht entschied zugunsten von Samaniegos Beschränkungen. Am Mittwoch wurden diese bis zum 1. Dezember verlängert.

Corona in den USA: Gouverneur von New York ruft Bürger auf - „Nehmt das ernst“

Erstmeldung vom 12. November: New York City - Die Metropole New York City stand im Frühjahr wie kaum eine zweite Stadt für die extreme Härte, mit der die Vereinigten Staaten von der ersten Welle der Corona-Pandemie getroffen wurden. US-Präsident Donald Trump* machte im April gewohnt medienwirksam das aus der Kontrolle geratene Infektionsgeschehen in New York zumindest insoweit zur Chefsache, als er ein US-Lazarett-Schiff in den Big Apple schickte. Die „USNS Comfort“ sollte dabei helfen, die hoffnungslos überlasteten Krankenhäuser in der Metropole zu entlasten.

Über ein halbes Jahr später hat Donald Trump die Wiederwahl zum US-Präsidenten verpasst - nach der Meinung vieler Experten nicht zuletzt wegen seiner Corona-Politik - und New York City könnte sich erneut zu einem Corona-Hotspot der zweiten Welle* entwickeln. „Es wird jeden Tag wirklich schlimmer“, gab der Gouverneur des Bundesstaates New York Andrew Cuomo von den Demokraten am Mittwoch bekannt. Um für eine Entlastung des Gesundheitssystems zu sorgen, ordnete Cuomo strengere Maßnahmen an. „Der Anstieg an Fällen ist da. Wir ergreifen Maßnahmen, aber sind darauf angewiesen, dass die New Yorker ihren Teil beitragen. Tragt eine Maske. Lasst euch testen*. Haltet euch an die Gesundheits-Richtlinien. Nehmt es ernst“, schrieb Cuomo auf Twitter.

Corona in den USA: Neue Einschränkungen in New York - „letzte Chance“

Ab Freitag sollen Restaurants, Bars und Fitnessstudios bereits um 22 Uhr schließen. Private Treffen im Inneren werden auf maximal zehn Personen beschränkt. Wenn die Maßnahmen nicht für eine Entspannung in der Infektionslage sorgen würden, könnte auch eine komplette Schließung der Innenräume kommen, stellte Cuomo in Aussicht. Auch Bill de Blasio, der Bürgermeister von New York City, bezeichnete die Maßnahmen als eine „letzte Chance“, eine Eskalation in der zweiten Corona-Welle noch abwenden zu können.

Andrew Cuomo, Gouverneur von New York, trägt während einer Pressekonferenz im Terminal B des Laguardia-Flughafens einen Mundschutz.

In den gesamten USA sind die Zahlen der Neuinfektion in den vergangenen Wochen wieder deutlich angestiegen. Die Johns-Hopkins-Universität aus Baltimore meldet seit einer Woche tägliche Neuinfektionswerte über 100.000. Am Mittwoch wurden so für das gesamte Land 136.325 Neuinfektionen gemeldet. Darüber hinaus starben 1.420 Menschen innerhalb von 24 Stunden an den Folgen von Covid-19*.

Corona-Sorgen auch im Weißen Haus: Trumps politischer Direktor positiv getestet

Neue Corona-Sorgen gibt es derweil auch für US-Präsident Donald Trump, der sich weiterhin weigert seine Niederlage bei der US-Präsidentschaftswahl gegen Joe Biden* einzugestehen. Knapp einen Monat nach der Corona-Infektion des US-Präsidenten wurde ein weiterer Mitarbeiter im Weißen Haus positiv getestet*. Nach Informationen von CNN und der New York Times handelt es sich dabei um Trumps politischen Direktor Brian Jack. Jack hatte in der vergangenen Woche noch an einer Wahl-Party im Weißen Haus teilgenommen. (fd) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © picture alliance/Curtis Compton/TNS via ZUMA Wire/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare