Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Pandemie

Virologe Streeck kritisiert Corona-Pläne: „Wir haben keine Ziele“

  • Lukas Rogalla
    VonLukas Rogalla
    schließen

Der Virologe Hendrik Streeck sagt einen „schleichenden Übergang“ von der Pandemie zu einer Endemie voraus.

Hamburg – Wann ist die Corona-Pandemie vorbei? Und wie wird das Ende der Krise in Deutschland aussehen? Mit Ausbreitung der ansteckenderen Omikron-Variante steht Deutschland noch ein Winter voller Einschränkungen bevor. Bei einem Corona-Gipfel am Freitag (07.01.2022) wollen Bund und Länder neue Maßnahmen beschließen. Dazu werden neben neuen Kontaktbeschränkungen und Quarantäne-Regeln auch eine Ausweitung der 2G- und 2G-Plus-Regeln erwogen. Das geht aus der Beschlussvorlage des Gipfels hervor, welche unserer Redaktion vorliegt.

Im TV-Talk von Markus Lanz im ZDF am Donnerstagabend drehte sich deshalb fast alles um die Corona-Pandemie. Zu Gast war unter anderem Hendrik Streeck. Und der Virologe aus Bonn, der auch dem Corona-Expertenrat der neuen Bundesregierung angehört, ließ aufhorchen.

Corona: Virologe Streeck bemängelt fehlende Pläne in Deutschland

„Wir haben keine Ziele, wie wir in die Endemie reinkommen“, sagte Hendrik Streeck kritisch über die derzeitige Corona-Lage in Deutschland. Es gebe Pandemie-Pläne, die vor allem in den ersten Phasen zu Beginn genau festgelegt seien, aber immer verschwommener würden, je länger die Pandemie dauere.

Der Virologe Hendrik Streeck äußert sich zu einem Ende der Corona-Pandemie. (Archivfoto)

Einen Tag der Befreiung vom Coronavirus werde es nicht geben, sondern einen „schleichenden Übergang“. Streeck sagte für das Frühjahr einen Abfall der Infektionszahlen voraus. Dann beginne „die harte Arbeit“, betonte der Virologe.

Die Politik müsse kurz- und langfristige Ziele festlegen, für ein krisenfesteres Gesundheitssystem sorgen und die Corona-Impfkampagne fortführen. Mit Hinblick auf die Omikron-Variante, die den Schutz der Corona-Impfstoffe teilweise umgehen kann, müsse man schauen, ob es angepasste Vakzine gibt.

Corona: Virologe Streeck gegen Impfpflicht

Eine allgemeine Corona-Impfpflicht, wie Gesundheitsminister Karl Lauterbach forderte, lehnt Hendrik Streeck ab. „Wir sehen, dass sich auch Geboosterte infizieren können und der Impfschutz nach drei Monaten nachlässt“, begründete er seine Haltung bei Markus Lanz. Die Impfpflicht-Debatte halte er generell für „ein bisschen Fehl am Platze“. Einen Impfstoff, der gänzlich vor einer Infektion schützt und dafür sorgen kann, dass das Virus ausgerottet wird, gebe es nicht.

In der Sendung von Markus Lanz äußerte sich auch Gregor Gysi zum Thema Corona-Impfpflicht. Der Linken-Politiker argumentierte dagegen und sagte: „Was man nicht leisten kann, soll man nicht machen.“ Um eine solche Impfpflicht durchzusetzen und zu kontrollieren, gebe es keine Kapazitäten. Journalistin Eva Quadbeck vom Redaktionsnetzwerk Deutschland sprach von der „verlogensten Debatte, die ich in den 20 Jahren, in denen ich Politikberichterstattung mache, erlebt habe“. Sie trage nur zum Misstrauen in die Politik bei.

Virologe Streeck: Omikron wird für „enorme Welle“ sorgen

Studien zufolge ist die Omikron-Variante des Coronavirus zwar ansteckender, dafür gebe es nicht mehr so viele schwere Krankheitsverläufe von Covid-19 infolge einer Infektion, so Streeck. Die Variante dringe auch nicht mehr so gut in die Lunge ein, sondern befalle vor allem die oberen Atemwege. Dennoch rechne man mit einer „enormen Welle“ von Infektionen – auch bei zweifach Geimpften. Der Virologe wirbt daher für Booster-Impfungen, die den Schutz gegen Omikron erhöhen. Den Vorschlag, etwa Quarantänezeiten zu verkürzen, finde Streeck „sehr gut“.

Virologe stellt Prognose für 2022 auf

In diesem Jahr werden laut Hendrik Streeck alle Menschen in Deutschland mit dem Coronavirus in Kontakt kommen.

Mit Hinblick auf den Corona-Gipfel am Freitag forderte Streeck eine gute Vorbereitung auf die Folgen, die durch die Omikron-Welle zu erwarten sind. Man müsse auf eine steigende Belegung auf den Normalstationen der Krankenhäuser achten. (lrg/dpa)

Rubriklistenbild: © Christoph Hardt/Imago Images

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare