Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Pandemie

Corona-Lage: Deutschland erklärt Nachbarstaat zum Hochrisikogebiet

  • Stefan Krieger
    VonStefan Krieger
    schließen

Das RKI meldet die aktuellen Zahlen zur Corona-Lage in Deutschland. Die steigenden Infektionen stellen das Gesundheitssystem auf eine harte Probe. Der News-Ticker.

  • Am Freitag melden die Gesundheitsämter in Deutschland einen Rekord bei den Fallzahlen in der Corona-Krise.
  • Über weitere Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie informieren Gesundheitsminister Karl Lauterbach, RKI-Chef Lothar Wieler und Virologe Christian Drosten auf einer Pressekonferenz in Berlin.
  • Corona-Lage in Deutschland: Alle Informationen, Neuigkeiten und Entwicklungen in unserem News-Ticker.

+++ 16.20 Uhr: Ab Sonntag (16.01.2022) gilt Österreich erneut als Corona-Hochrisikogebiet. Das teilt das Robert Koch-Institut (RKI) auf seiner Website mit. Vor nicht notwendigen touristischen Reisen in das Nachbarland wird gewarnt – was besonders den Wintertourismus hart treffen dürfte. Die Durchreise durch Österreich ohne Zwischenstopp ist jedoch weiter ohne Einschränkungen möglich. In Österreich waren zuvor die Infektionszahlen mit der Virusvariante Omikron sprunghaft angestiegen.

Reisen Ungeimpfte aus Hochrisikogebieten nach Deutschland ein, gelten für sie besonders strenge Bestimmungen: Sie müssen einen negativen Corona-Test vorweisen und nach der Einreise unverzüglich auf eigene Kosten für mindestens zehn Tage in Quarantäne. Die Quarantänepflicht gilt auch für Kinder – bei Kindern unter sechs Jahren endet die Isolation nach fünf Tagen automatisch.

Das RKI meldet täglich die Zahlen zur Pandemie in Deutschland. (Symbolfoto)

Österreich war zuletzt im November und Dezember 2021 aus deutscher Sicht zum Hochrisikogebiet erklärt worden. Derzeit sind viele EU-Staaten Hochrisikogebiete – unter anderem Deutschlands Nachbarländer Frankreich, Belgien, die Niederlande, Dänemark, Polen, Tschechien und die Schweiz.

Corona könnte Krankenhäuser vor Belastungsprobe stellen

+++ 13.53 Uhr: Die steigende Zahl von Corona-Infektionen könnte Berlins Krankenhäuser schon bald vor eine Belastungsprobe stellen. „Wir haben Personal eingebüßt, und das Personal, was noch da ist – da kann ja keiner mehr. Wenn wir wieder Patientenzahlen wie aus der zweiten Welle haben – egal auf welchen Stationen –, dann droht wirklich eine Überlastung“, sagte der Chefarzt am Sankt Gertrauden-Krankenhaus in Berlin-Wilmersdorf, Jörg Weimann, der Tageszeitung taz (Freitag).

„Wir haben jetzt schon nahezu alle verschiebbaren Behandlungen verschoben. Das wird noch weitergehen. Und diese Welle, die jetzt kommt, ist mit den vergangenen Wellen kaum vergleichbar“, sagte Weimann, der Chefarzt der Anästhesie und interdisziplinären Intensivmedizin ist. „Nun sind wir Intensivmediziner von Hause aus aber eher Pessimisten und bereiten uns aufs Schlimmste vor.“

Seriös lasse sich nicht sagen, wie schlimm es werde, so Weimann: „Aber wenn wir tatsächlich gleichzeitig einen hohen Ausfall in allen Lebensbereichen inklusive der Krankenhäuser haben und viele Patienten kommen – selbst wenn die nur Sauerstoff brauchen und jemanden, der nach ihnen schaut –, dann sind wir in einer Situation, in der gar nicht mehr viel geht.“

Pflegekräfte auf Intensivstationen sind in der Corona-Pandemie besonders gefordert.

Corona-Pandemie: WHO empfiehlt neue Covid-19-Medikamente

+++ 12.44 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt zwei weitere Arzneimittel für die Behandlung von Covid-19-Patienten. Es handelt sich dabei um den Wirkstoff Baricitinib, der zur Behandlung von rheumatoider Arthritis entwickelt wurde, und Sotrovimab, einen eigens für Covid-19-Patienten entwickelten monoklonalen Antikörper. Die neue Empfehlung basiert auf sieben Studien mit mehr als 4000 Patienten, berichteten die WHO-Experten im Fachmagazin „The BMJ“.

Schwerkranke Covid-19-Patientinnen und -Patienten hätten mit Baricitinib bessere Überlebenschancen und die Notwendigkeit einer künstlichen Beatmung werde reduziert, heißt es in der neuen Richtlinie. Es seien keine Nebenwirkungen beobachtet worden. Das Arzneimittel solle in Kombination mit Kortikosteroiden verabreicht werden.

Corona-Antikörper: WHO rät von Ruxolitinib und Tofacitinib ab

Covid-19-Patienten mit weniger schwerem Krankheitsverlauf, aber hohem Risiko einer Krankenhauseinweisung könnten vom Einsatz des monoklonalen Antikörpers Sotrovimab profitieren, schreibt die WHO. Das Mittel mit dem Markennamen Xevudy ist auch in der EU zugelassen. Die WHO hat sich bereits für den Einsatz eines anderen Antikörper-Cocktails, Casirivimab/Imdevimab, ausgesprochen.

Vom Einsatz zweier anderer Mittel, Ruxolitinib und Tofacitinib, rät die WHO dagegen ab. Kleine Studien hätten bislang keinen Nutzen gezeigt, und bei Tofacitinib könnten sich womöglich schwere Nebenwirkungen entwickeln.

Sotrovimab wirkt nach Angaben der Hersteller gegen die neue Coronavirus-Variante Omikron und wurde von den britischen Aufsichtsbehörden bereits zugelassen.

Karl Lauterbach: „Haben die Mittel, die Pandemie in diesem Jahr weitestgehend zu beenden“

+++ 11.20 Uhr: Die neuen Quarantäneregeln für Corona-Infizierte und Kontaktpersonen können in Kraft treten. Nach dem Bundestag hat am Freitag (14.01.2022) auch der Bundesrat einer Verordnung zugestimmt, die dafür einen rechtlichen Rahmen schafft. Sie sieht unter anderem vor, dass sich dreifach geimpfte Kontaktpersonen von Corona-Infizierten nicht mehr in Quarantäne begeben müssen. Außerdem werden damit kürzere Quarantänezeiten im Fall von Infektionen ermöglicht, um bei stark steigenden Infektionszahlen den personellen Zusammenbruch wichtiger Versorgungsbereiche zu verhindern.

In der Sondersitzung der Länderkammer sagte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD), die Pandemie sei an einer „Schnittstelle“ angekommen. Man gehe in das dritte Jahr. In diesem stelle sich die Frage, ob es gelinge, die Pandemie so zu entschärfen, dass man in eine endemische Lage mit nur noch sporadischen Ausbrüchen und wenigen Todeszahlen komme - oder ob man diese Gelegenheit ungenutzt passieren lasse. „Wir müssen diese Gelegenheit ergreifen und wir haben die Mittel dafür. Wir haben die Mittel dafür, die Pandemie in Deutschland in diesem Jahr weitestgehend zu beenden.“

+++ 11.05 Uhr: Angesichts der rasanten Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) vor weiteren Lernlücken in den Schulen gewarnt. Um dies zu verhindern, sollten betroffene Lehrer auch aus der Quarantäne heraus unterrichten, um den „Unterrichtsausfall möglichst gering zu halten“, sagte GEW-Chefin Maike Finnern der Wirtschaftswoche. Fraglich sei aber, ob die „technischen Voraussetzungen in der Schule überhaupt vorhanden sind“ für einen solchen Hybridunterricht.

Virologe: „Kontaktnachverfolgung ist sinnlos“

+++ 09.50 Uhr: Der Virologe Klaus Stöhr hält die Kontaktnachverfolgung zur Bekämpfung der Corona-Pandemie in Deutschland für nicht mehr sinnvoll. „Wir brauchen einen Exitplan“, sagte er in einem Podcast von Kölner Stadt-Anzeiger und Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) laut Vorabmeldung vom Freitag (14.01.2022). „Ich kann Ihnen nicht sagen, warum man in Deutschland noch Kontaktnachverfolgung machen sollte. Von der Inzidenz her ist es von den Gesundheitsämtern nicht mehr zu stemmen“.

„Wenn ein Großteil der Bevölkerung mild und asymptomatisch infiziert ist und Antikörper hat, wird eine sogenannte Kontaktnachverfolgungs-Quarantäne sinnlos“, bekräftigte Stöhr. „Der beste Weg aus der Pandemie wäre: sich erst impfen lassen und sich dann infizieren.“ Im „Paket“ werde es dann einen langanhaltenden Immunschutz geben.

Karl Lauterbach äußert sich zur Corona-Situation in Deutschland

+++ 08.50 Uhr: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach wird sich heute vor der Bundespressekonferenz (13.00 Uhr) zur Corona-Lage äußern. Außerdem will der Bundesrat am heutigen Freitag (14.01.2022, 10.00 Uhr) den Weg für die Umsetzung der jüngsten Bund-Länder-Beschlüsse zu neuen Quarantäne-Regeln frei machen. Die Länderkammer entscheidet über die am Mittwoch (12.01.2022) von der Bundesregierung gebilligte Schutzmaßnahmen-Ausnahmeverordnung, mit der der Rahmen für die geplanten Neuerungen gesetzt wird. In der zur Abstimmung stehenden Verordnung wird definiert, welche grundsätzlichen Ausnahmen es von Quarantäne und Isolation wegen Impfung oder Genesung gibt.

Die von Bund und Ländern am vergangenen Freitag vereinbarten neuen Regelungen müssen nun noch durch Länderverordnungen konkret umgesetzt werden. Kontaktpersonen, die geboostert sind, sollen demnach künftig nicht mehr in Quarantäne gehen müssen. Auf der Bundesratssondersitzung soll erstmals auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sprechen.

Corona-Fallzahlen: RKI meldet historische Höchstwerte - Über 92.000 Neuinfektionen, Inzidenz 470

Erstmeldung: Berlin/Frankfurt – Die Zahl der Corona-Neuinfektionen erreicht mit 92.223 gemeldeten Fällen den nächsten Tageshöchstwert. Der bislang höchste Stand war erst gestern (13.01.2022) mit 81.417 Neuinfektionen vermeldet worden. Auch der Inzidenzwert bei den Neuinfektionen in Deutschland steigt seit Wochen kontinuierlich an.

Corona-Fallzahlen in Deutschland: Überblick über Neuinfektionen, Todesfälle, Inzidenz

TagNeuinfektionen | Todesfälle | Inzidenz
Freitag (14.01.2022)92.223 | 286 | 470,6
Donnerstag (13.01.2022)81.417 | 316 | 427,7
Mittwoch (12.01.2022)80.430 | 384 | 407,5
Dienstag (11.01.2022)45.690 | 322 | 387,9
Montag (10.01.2022)25.255 | 52 | 375,7
Sonntag (09.01.2022)36.552 | 77 | 362,7
Samstag (08.01.2022)55.889 | 268 | 335,9
Freitag (07.01.2022)56.335 | 264 | 303,4
Quelle: Robert Koch-Institut

Information zu den Fallzahlen

Die Fallzahlen des RKI können von denen der einzelnen Bundesländer abweichen. Ein Grund dafür sind die längeren Übertragungswege zwischen RKI und den zuständigen Gesundheitsämtern. Das Covid-19-Dashboard des RKI kann darüber hinaus im Laufe des Tages angepasst werden.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) gab die Sieben-Tage-Inzidenz für den heutigen Freitag (14.01.2022) bekannt – sie beträgt 470,6 und ist damit so hoch wie noch nie. Am gestrigen Donnerstag lag die Inzidenz noch bei 427,7. Der bisherige Höchstwert lag bei 452,4 am 29. November 2021. Der Wert beziffert die Zahl der neuen Ansteckungen pro 100.000 Einwohner im Zeitraum von sieben Tagen. Vor einer Woche betrug die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz 303,4.

Wie das RKI unter Berufung auf Daten der Gesundheitsämter weiter mitteilte, wurden am Freitag 286 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gezählt. Seit Pandemie-Beginn verzeichneten die Gesundheitsämter laut den jüngsten Angaben des Instituts insgesamt 7.835.451 Infektionsfälle.

Die Gesamtzahl der registrierten Corona-Toten in Deutschland stieg auf 115.337. Die Zahl der von einer Erkrankung durch das Coronavirus genesenen Menschen in Deutschland bezifferte das Institut mit rund 6.914.700.

Corona-Fallzahlen in Deutschland: Hospitalisierungsinzidenz bundesweit bei 3,09

Als entscheidenden Maßstab für eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen hatten Bund und Länder im November die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz festgelegt. Dieser Wert gibt an, wieviele Menschen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen wegen einer Corona-Infektion im Krankenhaus liegen. Laut dem aktuellsten RKI-Bericht vom Donnerstag lag die Hospitalisierungsinzidenz bundesweit bei 3,09.

Corona-Fallzahlen in Deutschland: Omikron jetzt dominierend

Wie das RKI in seinem aktuellsten Wochenbericht vom Donnerstag feststellte, ist die hochansteckende Omikron-Variante mittlerweile auch in Deutschland die dominante Variante des Coronavirus. Demnach betrug der Anteil an allen übermittelten Fällen in der ersten Kalenderwoche dieses Jahres 73 Prozent. Bundesweit gibt es hier jedoch noch große Unterschiede, der Omikron-Anteil lag laut Institut zwischen elf Prozent in Mecklenburg-Vorpommern und 96 Prozent in Bremen.

Das RKI warnte, dass in den nächsten Wochen mit einer starken Zunahme von Infektionen auch bei Geimpften und Genesenen gerechnet werde. Erste Studien deuteten auf einen geringeren Anteil an Krankenhauseinweisungen im Vergleich zu Infektionen mit der Delta-Variante bei Infizierten mit vollständiger Impfung hin. Für eine abschließende Bewertung der Schwere der Erkrankungen durch die Omikron-Variante sei die Datenlage aber noch nicht ausreichend. (skr mit afp/dpa)

Rubriklistenbild: © Michael Gstettenbauer/Imago Images

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare