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Corona-Impfstoff: Offenbar steht Einigung im Patent-Streit bevor

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Die Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen in Deutschland steigt. Der Bundestag ergreift interne Maßnahmen. Für arme Länder gibt es Hoffnung im Patent-Streit um Impfstoffe.

+++ 18.30 Uhr: Während in Deutschland über die Corona-Impfpflicht diskutiert wird, gibt es in ärmeren Ländern noch immer nicht genügend verfügbare Impfstoffe. Doch nun könnte im Streit um Impfstoff-Patente eine Einigung für ärmere Länder kurz bevorstehen, glaubt die Welthandelsorganisation (WTO). „Wir hoffen, dass wir in den kommenden Wochen einen Durchbruch erzielen können“, so die WTO-Vorsitzende Ngozi Okonjo-Iweala. Es zeichnet sich offenbar eine „Kompromisslösung“ ab, „die Entwicklungsländern einen besseren Zugang zu Technologietransfer und geistigem Eigentum ermöglicht und gleichzeitig Innovation und Forschung schützt“.

Indien und Südafrika hatten im vergangenen Oktober eine vorübergehende Aussetzung des Patentschutzes bei den Vakzinen vorgeschlagen, um die Produktion von Corona-Impfstoffen in Entwicklungsländern zu beschleunigen und der ungleichen Verteilung von Impfstoffen entgegenzuwirken. Seitdem laufen Verhandlungen auf Ebene der WTO. Pharmakonzerne und die Länder, in denen sie angesiedelt sind, argumentieren, Patente seien nicht das Haupthindernis bei der Erhöhung der Produktion. Zugleich warnen sie, durch eine Aussetzung der Patente würden Innovationen ausgebremst.

Virologin Sandra Ciesek gegen Lockerung der Corona-Schutzmaßnahmen

+++ 14.00 Uhr: Die Virologin Sandra Ciesek hat sich gegen eine Lockerung der Corona-Schutzmaßnahmen wie in Großbritannien oder Dänemark ausgesprochen. „Die Aufhebung der Maskenpflicht oder der Kontaktbeschränkungen wird dazu führen, dass sich mehr Menschen anstecken“, sagte die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt am Main in einer Videokonferenz mit dem hessischen Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne).

Im Streit um Impfstoff-Patente gibt es offenbar bald eine Lösung.
Im Streit um Impfstoff-Patente gibt es offenbar bald eine Lösung. © Daniel Leal/afp

Wenn man nur auf die Zahlen der Intensivpatienten und Gestorbenen blicke und anderes ausblende, dann könne man vielleicht die Schutzmaßnahmen zurücknehmen, sagte Ciesek. „Aber es gibt etwas zwischen gesund und tot, und darauf sollte man auch achten.“ Solange man noch nicht genau wisse, welche langfristigen Folgen eine Covid-19-Erkrankung habe, sollte man vorsichtig sein und die Beschränkungen aufrechterhalten. Das Maskentragen sei eine einfache und wirksame Maßnahme: „Jeder hat sie und sie bietet guten Schutz in Innenräumen.“ Die Maske verringere eine eingeatmete Virendosis, sodass bei einer Erkrankung die Krankheit weniger schlimm ausfalle.

Die Virologin hob zudem die Bedeutung des Impfens hervor. Noch nie hätten sich so viele Menschen angesteckt wie mit der derzeit grassierenden Omikron-Variante, sagte Ciesek. „Mit drei Impfungen ist man gegen einen schweren Krankheitsverlauf gut geschützt“, bekräftigte Ciesek.

Sandra Ciesek, Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt sowie Professorin für Medizinische Virologie an der Goethe-Universität.
Sandra Ciesek, Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt sowie Professorin für Medizinische Virologie an der Goethe-Universität. © Sebastian Gollnow/dpa

Corona-Infektionen in Deutschland: Lauterbach gibt sich optimistisch

+++ 12.18 Uhr: Trotz der hohen Corona-Fallzahlen zeigte sich Karl Lauterbach bei der Pressekonferenz zur Corona-Lage am Freitagmorgen optimistisch. Die Omikron-Welle sei gut unter Kontrolle, erklärte der Bundesgesundheitsminister. Bisher sei es gelungen, vulnerable Gruppen zu schützen und schwere Krankheitsverläufe und Todesfälle zu verringern. RKI-Präsident Lothar Wieler pflichtete ihm bei. Das Ziel bleibe dabei weiter, „schwere Krankheitsverläufe zu verringern und die Arbeitsfähigkeit von Kliniken, aber auch von anderen kritischen Infrastrukturen, aufrechtzuerhalten“.

Lauterbach verteidigte in der Pressekonferenz die umstrittene Verkürzung des Genesenen-Status nach einer Corona-Infektion von sechs auf drei Monate. Der Genesenen-Status für sechs Monate sei mit Blick auf die nicht gebannte Infektions- und Ansteckungsgefahr „nicht sicher“, sagte Lauterbach.

Corona-Infektionen in Deutschland: Bundestag hebt Präsenzpflicht auf

+++ 11.35 Uhr: Angesichts neuer Höchststände bei den Corona-Infektionen (s. Erstmeldung) dünnt der Bundestag seinen Sitzungskalender aus. Am Dienstag, dem 15. Februar, werde die Präsenzpflicht für die Abgeordneten aufgehoben, sagte Bundestagspräsidentin Bärbel Bas (SPD) in Berlin. Die Entscheidung sei vom Ältestenrat getroffen worden. Die Tage unmittelbar nach dem 15. Februar sind weiterhin als Sitzungstage vorgesehen. In den beiden ersten Februar-Wochen waren ohnehin keine Sitzungstage vorgesehen.

Der Ältestenrat legt gemäß den Bestimmungen im Abgeordnetengesetz fest, an welchen Tagen im Bundestag Sitzungen stattfinden. Für diese Tage gilt eine Präsenzpflicht für die Abgeordneten. Ihre Präsenz müssen sie durch einen Eintrag in einer Anwesenheitsliste belegen. Kommen sie dem nicht nach, werden ihnen 100 Euro von ihrer Vergütung abgezogen.

Robert Habeck, Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, gibt bei der Plenarsitzung im Deutschen Bundestag eine Regierungserklärung ab. Der Bundestag hat jetzt auf die Omikron-Welle reagiert.
Robert Habeck, Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, gibt bei der Plenarsitzung im Deutschen Bundestag eine Regierungserklärung ab. Der Bundestag hat jetzt auf die Omikron-Welle reagiert. © Bernd von Jutrczenka/dpa

Corona-Lage in Deutschland: Hendrik Streeck verbreitet Hoffnung

+++ 10.05 Uhr: Hendrik Streeck hat die Menschen angesichts der rasant wachsenden Corona-Infektionszahlen (s. Erstmeldung) zur Vorsicht aufgerufen. Bei so hohen Zahlen sollte jeder noch einmal aufpassen und Kontakte beschränken, sagte der Virologe im ZDF-„Morgenmagazin“. Auch Geimpfte und - in reduzierter Form - auch Geboosterte könnten das Virus übertragen. „Es geht wirklich darum, jetzt nochmal diese Zeit zu überbrücken, bis wir eine Trendumkehr haben.“ Dann komme das Frühjahr mit sinkenden Fallzahlen. „Das wird ein guter Sommer wieder werden“, sagte das Mitglied des Expertenrats der Bundesregierung voraus.

Streeck riet jedem, sich impfen zu lassen. Man werde um eine Verbreitung des Virus nicht herumkommen. „Wir werden alle irgendwann mal Kontakt mit diesem Virus machen“, sagte der Virologe. Eine allgemeine Impfpflicht sieht Streeck aber „sehr skeptisch“. Es gebe auch andere Mittel, dem Virus beizukommen.

Virologe Hendrik Streeck
Hendrik Streeck rät allen Menschen, sich impfen zu lassen. © Rolf Vennenbernd/dpa

Corona-Fallzahlen: RKI registriert 190.148 Neuinfektionen

Erstmeldung vom Freitag, 28.01.2022, 06.04 Uhr: Berlin - Das Robert Koch-Institut (RKI) hat einen deutlichen Anstieg der bundesweiten Sieben-Tage-Inzidenz gemeldet und damit erneut einen Höchstwert. Das RKI gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Personen und Woche am Freitagmorgen mit 1073,0 an.

Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 1017,4 gelegen, am Freitag vergangener Woche bei 706,3. Die Zahl der Neuinfektionen binnen 24 Stunden betrug nach Daten der Gesundheitsämter am Freitag 190.148 - nach 203.136 am Vortag und 140.160 am Freitag vergangener Woche. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche waren es 140.160 Ansteckungen.

Corona-Fallzahlen in Deutschland: Neuinfektionen, Todesfälle und Inzidenz

Wie das RKI unter Berufung auf Daten der Gesundheitsämter weiter mitteilte, wurden am Freitag 170 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gezählt. Seit Pandemie-Beginn verzeichneten die Gesundheitsämter laut den jüngsten Angaben des Instituts insgesamt 9.429.079 Infektionsfälle. Die Gesamtzahl der registrierten Corona-Toten in Deutschland liegt nun bei 117.484. Die Zahl der von einer Erkrankung durch das Coronavirus genesenen Menschen in Deutschland beziffert das RKI mit rund 7.494.200.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Personen innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Freitag mit 4,72 an (Donnerstag 4,64).

TagNeuinfektionen | Todesfälle | Inzidenz
Freitag (28.01.2022)190.148 | 170 | 1073,0
Donnerstag (27.01.2022)203.136 | 188 | 1017,4
Mittwoch (26.01.2022)164.000 | 166 | 940,6
Dienstag (25.01.2022)126.955 | 214 | 894,3
Montag (24.01.2022)63.393 | 28 | 840,3
Sonntag (23.01.2022)85.440 | 74 | 806,8
Samstag (22.01.2022)135.462 | 179 | 772,7
Freitag (21.01.2022)140.160 | 170 | 706,3
Donnerstag (20.01.2022)133.536 | 234 | 638,8
Quelle: Robert Koch-Institut / RKI

Die Fallzahlen des RKI können von denen der einzelnen Bundesländer abweichen. Ein Grund dafür sind die längeren Übertragungswege zwischen RKI und den zuständigen Gesundheitsämtern. Das Covid-19-Dashboard des RKI kann darüber hinaus im Laufe des Tages angepasst werden.

Corona in Deutschland: 32 Prozent der Tests fallen positiv aus

Im jüngsten Wochenbericht vom Donnerstag wies das RKI darauf hin, dass in der vergangenen Woche in Deutschland 32 Prozent der gemeldeten Coronatests positiv ausfielen. In der Vorwoche waren es noch 24 Prozent. Aufgrund des „massiven“ Anstiegs des „Infektionsdrucks“ gibt es schon länger Befürchtungen, dass die registrierten Infektionszahlen nicht das tatsächliche Infektionsgeschehen abbilden.

Coronavirus - PCR Labor
Derzeit fallen etwa 32 Prozent der Corona-Tests positiv aus. (Symbolbild) © Bernd Weißbrod/dpa

Das RKI erklärte dazu: „Auch wenn nicht mehr jeder Einzelfall im Meldesystem erfasst wird“, sei durch ergänzende Indikatoren „eine zuverlässige Einschätzung der Gesamtentwicklung“ möglich. Für die Lagebewertung in der aktuellen Situation der Pandemie stehe zudem „nicht die Erfassung aller Infektionen durch SARS-CoV-2, sondern die Entwicklung der Anzahl und Schwere der Erkrankungen im Vordergrund“. (red/dpa/afp)

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