Die Lage international

Corona-Pandemie: Jemen steht erneut humanitäre Katastrophe bevor

  • Valerie Eiseler
    vonValerie Eiseler
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Mehr als sechs Millionen Menschen weltweit haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Nun könnte sich die Pandemie im Jemen mit katastrophalen Folgen ausbreiten. Der News-Ticker.

Update vom 5.6.2020, 11.02 Uhr: Jemen könnte laut Experten schon bald am schlimmsten von den Folgen der Corona-Pandemie betroffen sein. Das Land verzeichnete massive Anstiege bei der Zahl der Todesopfer, nachdem die Vereinten Nationen (UN) Hilfen für das vom Krieg geschwächte Land zu kürzen begonnen hatten. 

Nach dem Krieg die Pandemie: Humanitäre Krise im Jemen befürchtet

Die Lage sei gerade im Jemen besonders schlimm, da dort bereits viele Menschen hungern würden und nicht für das Virus gewappnet seien, sagte Lisa Grande, Koordinatorin der UN Hilfsorganisationen dem US-Fernsehsender CNN. Grundlegende medizinische Versorgung in der Hälfte aller Krankenhäuser, Zugänge zu sauberem Wasser und Hygiene-Anlagen und Nahrungsmittelunterstützung für rund 2,5 Millionen Kinder würden in den kommenden Wochen wegfallen. Insgesamt gibt es in dem Land nur 500 für die Behandlung von Covid-19 benötigte Beatmungsgeräte. Nur vier Labore können derweil Corona-Tests durchführen. 

Die Kürzungen begannen, nachdem die UN von den Mitgliedsstaaten nur die Hälfte der benötigten Gelder für die Corona-Bekämpfung erhalten hatten. Am Dienstag erhielt die UN in einer virtuellen Geberkonferenz etwas mehr als die Hälfte der benötigten 2,4 Milliarden Dollar für Untersützung im Jemen. „Das Worst-Case-Scenario - vor dem wir derzeit stehen - ist, dass die Todeszahlen durch das Virus, die von Krieg, Krankheit und Hunger der letzten fünf Jahre übersteigen“, sagte Grande. 

Rund 400.000 Corona-Todesopfer weltweit gemeldet

Erstmeldung vom 5.6.2020, 10.34 Uhr: Die Zahl der neuen Corona-Infektionsfälle ist binnen 24 Stunden auf den weltweit höchsten Stand seit Beginn der Pandemie geklettert. Am 4. Juni wurden laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) rund 129.000 neue Fälle gemeldet. 

Den negativen Rekord halten derzeit Brasilien mit 29.000 und die USA mit 25.000 Infektionen an einem Tag. Die jeweiligen Präsidenten Jair Bolsonaro und Donald Trump* haben sich seit Ausbruch der Pandemie gegen strikte Einschränkungen gesträubt. Beide Länder verzeichnen zugleich enorm viele Todesopfer der Pandemie. In Brasilien sind 34.000 und in den USA bereits 108.000 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. Nach den USA meldet das von dem Virus stark getroffene Großbritannien mit 40.000 Verstorbenen die zweitmeisten Opfer. 

WHO: Mehr als 6 Millionen Corona-Fälle weltweit

In anderen Ländern der Welt werden weitaus weniger Fälle gemeldet. In Indien sind es aktuell 9000 Fällen binnen 24 Stunden und in Russland 6000 Fällen. In ganz Europa gab es 6000 Neuinfektionen. Der Rest der Welt meldete insgesamt 51.000 neue Fälle. 

Weltweite Corona-Pandemie: Infektionszahlen steigen weiter 

Weltweit haben sich seit Ausbruch der Pandemie etwa 6.600.000 Menschen mit Sars-CoV-2* angesteckt. Rund 400.000 von ihnen sind an den Folgen der Infektion gestorben. Über 2 Millionen Infizierte haben sich wieder erholt.

Die Zahlen der WHO verstärken auch den Eindruck, dass die Weltbevölkerung in der Corona-Pandemie noch nicht über den Berg ist. 

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