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Corona-Pandemie

Weihnachten und Corona: Fachleute warnen vorm „Todesrisiko“ an Feiertagen

  • vonJoel Schmidt
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Die Corona-Regeln in Deutschland werden im Dezember nochmals verschärft. An Lockerungen zu Weihnachten und Silvester kommt deutliche Kritik aus dem Gesundheitsbereich.

  • Die Corona-Pandemie hat Deutschland weiterhin im Griff.
  • Eine Verschärfung der Corona-Regeln soll ermöglichen, Weihnachten und Silvester zu feiern.
  • Vertreter:innen des Gesundheitssystems kritisieren Lockerungen zu Weihnachten und Silvester.

Berlin/Düsseldorf - Die von Bund und Ländern beschlossenen Corona-Regelungen für Weihnachten und Silvester stoßen bei Ärztevertreter:innen und Patientenschützer:innen auf ein gemischtes Echo. Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, fand im Radioprogramm SWR Aktuell am Donnerstag (26.11.2020) deutliche Worte: „Medizinisch-epidemiologisch ist es Wahnsinn, an Weihnachten wieder aufzumachen. Das Virus kennt kein Weihnachten und keinen Ramadan. Das sucht sich seine Opfer täglich da, wo es sie findet.“

Weltärztepräsident Montgomery: Kein Verständnis für Corona-Lockerungen von Weinachten bis Silvester

Montgomery zeigte Verständnis dafür, dass die Menschen während der Corona-Pandemie an Weihnachten Kontakte brauchten. Er betonte jedoch auch, dass eine „saubere Balance“ gefunden werden müsse. Seine düstere Prognose: „Zwei bis drei Wochen nach Weihnachten werden die Todeszahlen hochgehen. Weihnachten wird damit zu einem Fest mit einem Todesrisiko für manche Menschen.“ Er appelliert daher an die Bevölkerung, die bestehenden Corona-Regeln einzuhalten. Kein Verständnis zeigte er jedoch für eine Ausdehnung der Corona-Lockerungen bis Silvester.

Susanne Johna, Vorsitzende des Margburger Bundes, warnt in der Corona-Pandemie vor einem Kollaps der Kliniken über Silvester.

Corona in Deutschland: Kritik an Gleichsetzung von Weihnachten und Silvester

In eine ähnliche Kerbe schlug auch Susanne Johna, Vorsitzende der Ärzt:innengewerkschaft Marburger Bund. „Was an Weihnachten möglich ist, muss nicht auch für Silvester gelten“, sagte sie am Donnerstag (26.11.2020) den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Größere Zusammenkünfte in geschlossenen Räumen sind vor allem dann Treiber von Infektionen, wenn Alkohol im Spiel ist“, gab sie zu Bedenken. Von daher sei es Johna zufolge besser, Silvester genauso wie Weihnachten, im kleineren Kreis zu feiern. Schließlich sei die Belastung der Kliniken durch die Corona-Pandemie bereits jetzt hoch.

Die Vorsitzende des Marburger Bunds warnte zudem davor, dass sich die aktuelle Corona-Lage zu Silvester durch akute Notfälle zu einem „Kollaps“ auswachsen könne. „Die Ärztinnen und Ärzte in den Notaufnahmen werden es allen danken, die keine Raketen zünden und erst recht auf Chinaböller verzichten“, sagte Johna. Sie erinnerte daran, dass an Silvester jedes Mal schwerste Verletzungen an Händen und Augen behandelt werden müssten. Ihr Wunsch für Silvester: „Das alles sollten wir uns diesmal bitte sparen.“

Weihnachten und Silvester während der Corona-Pandemie: Sorge im Gesundheitsbereich

Auch die Stiftung Patientenschutz übt mit Blick auf Weihnachten und Silvester Kritik an der Bereitstellung von Corona-Tests im Gesundheitsbereich. Mit 30 Corona-Schnelltests pro Monat für Pflegebedürftige, Klinikpatient:innen, Angehörige und Personal könne es nicht gelingen, „das Virus dort frühzeitig zu erkennen und aufzuhalten, wo es am härtesten zuschlägt“. „Für pflegebedürftige, chronisch- und schwerstkranke Menschen wird es wohl ein düsteres Weihnachtsfest“, sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Corona vor Weihnachten und Silvester: Bisherige Regelungen gelten als mangelhaft

Das „European Centre for Disease Prevention and Control“ (ECDC) äußerte bereits am Montag (23.11.2020) Bedenken darüber, ob die derzeit in Deutschland geltenden Corona-Maßnahmen ausreichend seien. Nach Einschätzung der EU-Gesundheitsbehörde ECDC gelinge es mit den aktuell geltenden Regeln womöglich nicht, die Corona-Infektionszahlen in Deutschland bis Weihnachten zu verringern. „Es gibt neun Länder, in denen wir prognostizieren, dass die momentanen Maßnahmen nicht ausreichend sein werden, um zu einem Abwärtstrend bei der Inzidenz der bestätigen Fälle zu führen“, hieß es am Montag (23.11.2020) in einem von der ECDC veröffentlichtem Bericht. Dazu zählte demnach auch Deutschland. (Joel Schmidt mit Agenturen)

Rubriklistenbild: © Marburger Bund/dpa

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