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Experten-Prognose

Endet Corona im Frühling? Wichtiger Faktor bereitet Experten Sorgen

  • VonMalin Schneider-Pluppins
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Immer wieder wagen es Experten, Prognosen dazu abzugeben, wann die Corona-Pandemie endlich endet. Doch ein entscheidender Faktor könnte dafür sorgen, dass das Ende in weite Ferne rückt.

Dortmund – Wann hat das alles endlich ein Ende? Diese Fragen treibt aktuell wohl viele Menschen um. Doch wann der pandemische Ausnahmezustand endet, wann das Coronavirus endlich als besiegt gelten könnte und wann wieder so etwas wie Normalität einkehrt, hängt offenbar vor allem von einem Faktor ab. Wie RUHR24* berichtet, ist dazu ein Blick auf die weltweite Impfkampagne nötig – und der offenbart ernüchterndes.

VirusCoronavirus (Sars-CoV-2)
Inzidenz Deutschland77,9 (15. September)
Neue Fälle weltweit 451.361 (14. September)

Ende der Corona-Pandemie: Ungeimpften steht harte Zeit bevor

Es war wie die eine gute Nachricht unter vielen schlechten: Ende August wagte der Epidemiologe Klaus Stöhr eine Corona-Prognose*, der zufolge die Schrecken der Corona-Pandemie bereits im Sommer 2022 der Vergangenheit angehören könnten. Zwar verpasste der Experte der guten Nachricht auch gleich einen Dämpfer und warnte davor, dass es zum Ende der Pandemie vor allem die Ungeimpften hart treffen würde. Doch letztendlich sei ab dem nächsten Sommer mit einer Entspannung der Lage zu rechnen.

Doch ein Faktor könnte das Eintreten der Experten-Voraussagen kräftig ins Wanken bringen. Vor allem dann, wenn es um das endgültige, das weltweite Ende der Pandemie geht. Die entscheidende Zahl, warum es noch dauern könnte, bis Corona als besiegt gelten kann, ist die internationale Impfquote. Die Einschätzung, dass die Pandemie im Frühjahr vorbei ist, offenbare eine „sehr deutsch-zentrierte Sicht“, erklärt Epidemiologe Hajo Zeeb vom Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie laut dpa

Ende der Corona-Pandemie hängt von weltweiter Impfquote ab

Denn während in Deutschland laut RKI bereits 62,4 Prozent der Bevölkerung als vollständig geimpft gelten, sieht das in anderen Ländern ganz anders aus. Vor allem in Afrika liegt die Impfquote weit hinter der Quote Deutschlands oder der EU zurück – und zwar deutlich: In den Ländern des südlichen Kontinents liegt der Anteil der vollständig gegen das Coronavirus* geimpften Menschen nach den Zahlen der Johns Hopkins University bei aktuell deutlich unter zehn Prozent.

In Afrika geht das Impfen nur langsam voran.

Laut WHO wurden weltweit inzwischen mehr als 5,7 Milliarden Impfdosen verabreicht. Doch nur zwei Prozent davon wurden in Afrika verimpft. Wie das ZDF erläutert, ist das langsame Impftempo in den afrikanischen Ländern hauptsächlich auf die noch mangelnde Verfügbarkeit von Impfdosen zurückzuführen. Doch auch Vorurteile und Skepsis in großen Teilen der Bevölkerung gegenüber der Corona-Impfung* müssten noch überwunden werden.

Mehrfach hatte die WHO bereits gefordert, für mehr Gerechtigkeit bei der Impfstoffverteilung zu sorgen. Auch, weil die niedrige Impfquote in Afrika nicht nur den Menschen in Afrika schade, sondern allen, so WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus in einem Bericht des RND.

Niedrige Impfquote: Ende der Corona-Pandemie rückt in weite Ferne

Ein Ende der Pandemie rückt damit in weite Ferne. Denn je länger die „Ungleichheit bei den Impfstoffen anhält, desto mehr wird das Virus weiter zirkulieren und sich verändern“, so Tedros. Ein Ende der Pandemie könne es erst dann geben, wenn eine echte globale Zusammenarbeit bei der Versorgung mit und dem Zugang zu den Impfstoffen gebe.

Denn inzwischen scheint klar, dass Afrika aufgrund der niedrigen Impfquote zur Brutstätte neuer Corona-Varianten werden könnte – die dann auch wieder geimpfte Menschen, zum Beispiel in Deutschland und Europa, gefährden könnte. Laut Ärzteblatt sagen Experten sogar voraus, dass Europa vermutlich das erste Ziel neuer besorgniserregender Varianten wäre, die das Potenzial haben, sich global auszubreiten.

Ende der Pandemie eingeläutet? Nicht, solange Virus weiter zirkuliert

Dass die aktuell sinkende Inzidenz in Deutschland (RKI: 77,9, Stand 15. September; ein Minus von 3,2 Prozentpunkten zum Vortag) also ein Ende der Pandemie einläutet, ist in zweierlei Hinsicht ein Trugschluss. Solange die Impfquote nicht auch international weiter nach oben getrieben wird, erwarten Epidemiologen, dass das Virus immer weiter zirkuliert.

Und auch auf nationaler Ebene halten Experten nach einem Bericht der FAZ einen erneuten sprunghaften Wiederanstieg der Corona-Zahlen in den Herbst- und Wintermonaten für möglich. So, wie es auch im vergangenen Jahr beobachtet werden konnte. Grund dafür laut Zeebs auch hier: Noch immer gibt es einige Millionen Menschen, die nicht geschützt sind und von denen immer noch Tausende wirklich krank werden können.*RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Hannah Mckay/dpa

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