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Virologe Prof. Dr. Christian Drosten
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Christian Drosten, Virologe an der Charité in Berlin, steht seit Beginn der Corona-Pandemie im Fokus der Öffentlichkeit. (Archivbild)

Virologe Drosten

Corona: Ungeimpfte „richtig in Gefahr“ – Drosten sieht Problem in Deutschland

  • Lukas Rogalla
    VonLukas Rogalla
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Christian Drosten macht Hoffnung auf ein Ende der Corona-Pandemie 2022 – zumindest für Geimpfte.

Frankfurt/Berlin – Wegen der hochansteckenden Omikron-Variante steigen die Infektionszahlen mit dem Coronavirus auf nahezu der ganzen Welt an. Zahlreiche Länder führen Maßnahmen ein, um eine neue Welle zu verhindern und das Gesundheitssystem vor einem möglichen Kollaps zu bewahren.

Zwar bringt eine Infektion mit Omikron wohl einen milderen Verlauf mit sich, wie erste Studien zeigen. Und insgesamt seien die Erkenntnisse zu Omikron „erfreulich“, teilte Christian Drosten zuletzt auf Twitter mit. Allerdings könnte ein schneller Anstieg der Inzidenz den Effekt „zunichtemachen“, sagte der Virologe zugleich. Nun warnt Drosten erneut, aus virologischer Sicht, doch auch mit Hinblick auf die Wirtschaft und Gesellschaft: Deutschland könnten Nachteile erfahren, wenn ein Problem hinsichtlich der Corona-Impfungen bestehen bleibt.

Omikron-Variante des Coronavirus: Booster-Impfungen nötig

Eine wichtige Eigenschaft der Corona-Variante B.1.1.529 – Omikron genannt – ist, dass sie die schützende Wirkung der hierzulande zugelassenen Corona-Impfstoffe umgehen kann. Die Vakzine, ob von Biontech/Pfizer, Moderna oder Astrazeneca, wirken nur teilweise. Forschende sind sich weitgehend einig, dass eine zweifache Impfung nicht ausreicht, um geschützt zu sein. Die Hersteller arbeiten derzeit daran, die Impfstoffe an die Omikron-Variante anzupassen.

Eine dritte Impfung zur Auffrischung, auch Booster-Impfung genannt, sei Drosten zufolge „gut effizient“ gegen Omikron, wie er nun kurz vor Jahresende im Deutschlandfunk-Interview erklärte. Der Virologe geht davon aus, dass jeder eine Auffrischungsimpfung mit einem Update­-Impfstoff braucht, um breit geschützt zu sein. Außerdem sei es wahrscheinlich, dass die Inzidenz zum kommenden Winter erneut ansteigt, sodass gefährdete Personen einen weiteren Booster benötigen werden.

Christian Drosten über Corona: Deutschland hat „große Impflücke“ und „Spezial-Problem“

In der Corona-Pandemie habe Deutschland laut Drosten eine Art „Spezial-Problem“, denn: „Wir haben zu viele ungeimpfte Leute in Deutschland, gerade auch über 60. Und die sind natürlich richtig in Gefahr“, sagte der Leiter der Virologie an der Charité in Berlin. „Das wird in Konsequenz auch verhindern, dass wir in Deutschland in die endemische Phase eintreten können, und das wird uns einen extremen gesell­schaftlichen, auch wirtschaft­lichen Nachteil bringen gegenüber anderen Ländern, wenn wir das nicht hinbekommen. Das holt uns auch zum nächsten Winter wieder ein.“ Unter den großen Industrieländern in Europa gebe es kein anderes Land, das so eine große Impflücke hat wie Deutschland.

Der Übergang von einer pandemischen zu einer endemischen Phase würde bedeuten, dass das Coronavirus sich zwar weiterhin verbreitet – es wird mit Ende der Pandemie nicht einfach verschwinden – aber weniger gefährlich ist. Die Zahl der Erkrankungen würde relativ konstant bleiben. Das Virus wäre dann in etwa vergleichbar mit den typischen Erkältungsviren, zu denen auch andere Coronaviren zählen.

Virologe Drosten: Corona-Pandemie könnte 2022 vorbei sein – für Geimpfte

Allen Impfwilligen macht der Virologe Hoffnung auf eine Rückkehr zu so etwas wie Normalität im kommenden Jahr: „Ich gehe davon aus, dass wir bei den Leuten, die impfbereit und impfwillig sind, eigentlich einen ganz normalen Zustand haben werden. Die Pandemie wird für diese Menschen vorbei sein.“

Doch sollte es Deutschland nicht schaffen, die Impflücke zu schließen, müssten diese Leute weiterhin Rücksicht nehmen auf „diejenigen, die es einfach nicht verstehen, dass sie zur Impfung gehen und ihren Beitrag leisten müssen“. Deshalb werde man beispielsweise im Winter wohl weiterhin Masken in Innenräumen brauchen. „Ich glaube aber nicht, dass wir in großer Breite dann noch diese Belastung der Kranken­häuser haben werden“, sagte Drosten.

Mit Hinblick auf das momentane Infektionsgeschehen in Deutschland rechnet Drosten mit einer klaren Zahlenbasis Mitte Januar. Omikron breite sich in Deutschland wegen bestehender Maßnahmen mit Verzögerung aus. In Großbritannien und anderen europäischen Ländern dominiert die Variante bereits. Hierzulande sei sie noch recht ungleich verteilt. (lrg)

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