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Eine Londoner Straße, auf der viele Menschen dicht an dicht zu Fuß unterwegs sind. Nur wenige tragen eine Maske.
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Großbritannien setzt im Kampf gegen Corona weiter auf eine hohe Imofquote statt Beschränkungen.

Corona-Pandemie

Corona in Großbritannien – Keine Beschränkungen trotz Fallzahlen-Rekord

  • VonNadja Austel
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In Großbritannien greift die Omikron-Variante des Corona-Virus um sich. Jeder zehnte Mitarbeiter im Gesundheitssektor fällt aus.

London – Ungeachtet steigender Infektionszahlen will die Regierung in Großbritannien vorerst keine neuen Corona-Restriktionen verhängen. Das Land müsse „versuchen, mit Covid-19 zu leben“, schrieb Gesundheitsminister Sajid Javid am Samstag (01.01.2022) in einem Beitrag für die Zeitung Daily Mail. Neue Einschränkungen werde es nur „als absolut letzten Ausweg“ geben. 

Unterdessen fehlt einem Bericht zufolge im Gesundheitssektor fast jeder zehnte Mitarbeiter. Großbritannien sieht sich derzeit mit immer neuen Rekordzahlen der Corona-Neuinfektionen konfrontiert. Dies liegt vor allem an der Omikron-Variante des Virus. Am Freitag (31.12.2021) wurden 189.000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden vermeldet. 

Auch die Zahl der Krankenhauseinweisungen steigt seit einiger Zeit wieder an und ist so hoch wie seit März 2021 nicht mehr. Auf den Intensivstationen sei die Zahl der Patienten aber stabil, schrieb Javid. Sie sei noch weit von den Zahlen entfernt, die es vor rund einem Jahr gegeben habe. Dies sei auch auf die massive Impfkampagne im Königreich zurückzuführen. Das Land sei nun „in einer viel stärkeren Position“.

Corona in Großbritannien – Omikron schwächt den Gesundheitssektor

Allerdings fehlten am Freitag (31.12.2021) zeitgleich mehr als 110.000 Beschäftigte im Gesundheitssektor bei der Arbeit, wie die Sunday Times berichtete. Das entspricht fast jedem zehnten Beschäftigten. Demnach war rund die Hälfte davon krank oder musste wegen des Coronavirus in Quarantäne. 

Die Zahl der fehlenden Krankenhausmitarbeiter hat sich seit Ende November 2021 laut Zahlen des staatlichen Gesundheitsdiensts NHS vervielfacht. Wegen der rasanten Ausbreitung der Omikron-Variante hatten die englischen Gesundheitsbehörden bereits am Donnerstag (30.12.2021) angekündigt, bis zu 4000 zusätzliche Krankenhausbetten bereitzustellen.

Bildungsminister Nadim Zahawi schrieb derweil in einem Beitrag im Sunday Telegraph, dass „ein gewisses Maß an Fernunterricht notwendig sein wird“, da immer mehr Lehrer:innen und Schüler:innen in Quarantäne müssen. Vor dem Ferienende empfahl er den Schüler:innen außerdem, als „vorübergehende“ Maßnahme Masken im Klassenzimmer zu tragen.

Großbritannien setzt gegen Corona-Pandemie weiter auf hohe Impfquote

Anders als die Regionalregierungen von Schottland, Wales und Nordirland hatte die britische Regierung, die für die Gesundheitspolitik in England zuständig ist, die Corona-Maßnahmen über die Feiertage nicht verschärft. Premierminister Boris Johnson setzt stattdessen auf eine Steigerung der Impfquote. In seiner Silvesterbotschaft hatte er die Menschen aufgerufen, das Impfen „zu ihrem Vorsatz für das neue Jahr zu machen – das ist viel einfacher als abzunehmen oder ein Tagebuch zu führen“.

In Schottland, Wales und Nordirland gilt seit bereits seit Längerem eine Maskenempfehlung in den Klassenzimmern. Gesundheitspolitik ist im Vereinigten Königreich Sache der Regionalregierungen. Für England, das keine eigene Regierung hat, ist die Zentralregierung in London zuständig.

Corona in Großbritannien: Auch in England wieder Maskenpflicht an Schulen

Am Samstag (01.01.2022) waren allein in England 162.572 neue Corona-Fälle gemeldet worden – ein Tagesrekord im größten britischen Landesteil. Wegen der rasanten Ausbreitung der Corona-Variante Omikron sollen nun auch dort zumindest ältere Schüler:innen im Klassenzimmer wieder Masken tragen. Die vorläufige Empfehlung gilt für Schüler:innen ab der siebten Klasse, also etwa ab einem Alter von zwölf Jahren. Das teilte die britische Regierung am Sonntag (02.01.2022) – wenige Tage vor dem Wiederbeginn der Schulen – mit. 

Die Maßnahme solle sicherstellen, dass so viele Jugendliche so lange wie möglich die Schule besuchen können. Der Verband der Schulleiter begrüßte die Empfehlung. Zudem kündigte das Gesundheitsministerium weitere 7000 Luftfilter für Schulklassen an. Die Lehrergewerkschaft kritisierte diese Zahl allerdings als viel zu niedrig.

Corona: Situation in Deutschland nicht mit Großbritannien vergleichbar

Der deutsche Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) schrieb am Samstagabend (01.01.2022) auf Twitter, dass Omikron in Großbritannien zu „sehr vielen“ Krankenhauseinweisungen führe. Einweisungen auf die Intensivstation stiegen hingegen langsamer. Eine „Tragödie“ sei dort bislang ausgeblieben, weil die Älteren eine hohe Impfquote hätten und 75 Prozent geboostert seien. Der Anteil der Geboosterten sei damit deutlich höher als in Deutschland, weshalb die britische Situation nicht mit der hiesigen vergleichbar sei.

Hierzulande stellte das Robert Koch-Institut (RKI) erneut eine leicht gestiegene bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz im Vergleich zum Vortag fest. Es besteht allerdings weiterhin die Einschränkung, dass die Corona-Daten aufgrund der geringen Test- und Meldeaktivitäten während der Feiertage ein unvollständiges Bild abgeben. Eine neue Studie gibt unterdessen einen Hinweis darauf, warum Omikron-Verläufe häufig milder sind. (na/afp/dpa)

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