Menschenrechte

Corona-Pandemie führt zu einem Anstieg von Kinderehen und Zwangsheiraten

Die Corona-Krise hat einen Anstieg von Kinderehen zur Folge, so ein Bericht der NGO Save The Children.

Die Corona-Pandemie und die dadurch hervorgerufene Notlage vieler Familien führen einem Bericht zufolge zu einem deutlichen Anstieg von Kinderehen und Zwangsheiraten. Allein in diesem Jahr würden eine halbe Million Mädchen mehr zwangsverheiratet, heißt es in dem Report der Kinderrechtsorganisation Save the Children. In den kommenden fünf Jahren könnte die Zahl der Kinderehen weltweit um bis zu 2,5 Millionen ansteigen. Vor Beginn der Pandemie wurden den Angaben zufolge jährlich rund zwei Millionen von insgesamt zwölf Millionen Mädchen vor ihrem 15. Geburtstag verheiratet. Mit Kinderehen einher gingen oft Schulabbrüche und Teenager-Schwangerschaften, warnt Save the Children. Eine Million minderjährige Frauen mehr könnten nun laut Bericht schwanger werden. Für viele der Mädchen sei eine Geburt mit erhöhten Risiken verbunden - etwa, weil sie an Mangelernährung und Blutarmut litten.

Die Pandemie habe etliche Familien in Armut gestürzt, sagte Susanna Krüger, Vorstandsvorsitzende von Save the Children Deutschland. Das verschärfe den Druck auf die minderjährigen Frauen. Viele Mädchen müssten arbeiten oder kranke Angehörige pflegen, erklärte Krüger. „Und vielen Eltern bleibt kaum etwas anderes übrig als ihre Töchter zur Heirat mit häufig viel älteren Männern zu zwingen.“ Damit würden 25 Jahre Fortschritt zunichte gemacht, in denen die Zahl der Kinderehen kontinuierlich sank, heißt es in dem Bericht. (dpa)

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