1. Startseite
  2. Panorama

Online-Shopping in der Corona-Pandemie: Wie sich das Kaufverhalten geändert hat

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Tim Vincent Dicke

Kommentare

Eine Frau kauft im Internet ein.
Die Corona-Pandemie beeinflusst auch das Einkaufsverhalten im Internet. (Symbolbild) © Josep Rovirosa/imago

Durch Corona hat sich das Einkaufsverhalten vieler Menschen geändert. Das zeigt eine Datenanalyse aus den USA. Was kann man beim Online-Shopping beobachten?

Frankfurt – Durch die Corona-Krise hat sich der Alltag vieler Menschen grundlegend verändert. Das wird nicht nur in der Arbeitswelt deutlich, wo stark auf Home-Office gesetzt wird, sondern auch beim Einkaufen. Seit Beginn der Pandemie bestellen immer mehr Menschen im Internet – und beim Online-Shopping zeigt sich, welche Produkte mehr erworben werden und welche an Beliebtheit verloren haben.

Wird Toilettenpapier immer noch wie wild gekauft? Und wie sieht es mit Alkohol oder anderen Genussmitteln aus? Um das veränderte Einkaufsverhalten zu bewerten, hat sich die Nachrichtenseite Axios mit Google Trends zusammengetan. Der Online-Dienst des IT-Giganten wertet Daten zu Suchanfragen aller Google-Nutzer:innen aus und stellt diese grafisch dar. Bei der gemeinsamen Datenanalyse wurden Produkte untersucht, die die Menschen in den USA gegoogelt haben. Eingeteilt werden die Waren in drei Kategorien:

Online-Shopping während Corona: Diese Produkte sind in der Pandemie beliebter geworden

Dass Menschen mehr Zeit in den eigenen vier Wänden verbringen, wird bei der Datenanalyse klar. So decken sich die Menschen seit der Coronavirus-Ausbreitung vermehrt mit Computerzubehör und Monitoren ein. Auch das Interesse nach den eigentlich veralteten Fax-Geräten ist gestiegen. Offenbar scheint das bei vielen US-Amerikaner:innen im Home-Office nicht fehlen zu dürfen. Zum „neuen Normal“ zählt auch das gestiegene Interesse nach Scannern und Fernsehgeräten.

Außerdem stehen Pflegeprodukte hoch im Kurs: Google-User:innen suchen mehr nach Haut- und Haarpflegeprodukten, Nägeln und nach dem Stichwort Massage. Zudem sind gemütliche Loungewear und Kochutensilien sehr beliebt. Schließlich wird schicke Kleidung weniger als vor der Corona-Pandemie gebraucht, da viele Veranstaltungen nicht mehr stattfinden – und auch auf den Gang ins Restaurant wird oftmals verzichtet, um Ansteckungen zu vermeiden. Nach Pfefferspray suchen Amerikaner:innen öfter, ebenso wie nach einzelnen Spirituosen. Beim Schnaps steht Tequila im Fokus.

Corona-Pandemie: Ungewöhnliches Interesse an alltäglichen Produkten

Ein ungewöhnliches Suchverhalten zeigt sich bei Produkten des alltäglichen Bedarfs und Lebensmitteln. Dort gab es im Verlauf der Pandemie teils eine massive Nachfrage, diese hat sich jedoch mittlerweile wieder normalisiert. So wurde zu Beginn der Pandemie – insbesondere zwischen Februar und April 2020 – stark nach Toilettenpapier, Taschentüchern, Masken (auch Gasmasken), Mehl, Reis und Hefe gesucht. Im Frühjahr 2020 sorgten Hamsterkäufe kurzzeitig für Engpässe. Auch in Deutschland waren über mehrere Wochen die Regale einzelner Produkte leer gefegt.

Kurioserweise stiegen zum gleichen Zeitpunkt der Pandemie die Suchanfragen nach Bleichmittel. Der Hintergrund: Der damalige US-Präsident Donald Trump hatte angedeutet, es könne im Kampf gegen das Coronavirus sinnvoll sein, sich Bleich- oder Desinfektionsmittel zu spritzen.

Bei einer Pressekonferenz im April 2020 sagte Trump über das Virus: „Und dann sehe ich Desinfektionsmittel, das es in einer Minute ausknockt. In einer Minute. Gibt es einen Weg, so etwas zu machen durch eine Injektion oder eine Säuberungsprozedur? (...) Es wäre interessant, das zu prüfen.“ Tatsächlich nahmen Menschen in mehreren US-Bundesstaaten nach der Äußerung Desinfektionsmittel zu sich und wurden vergiftet. Fachleute reagierten auf die gefährlichen Aussagen des Republikaners mit Fassungslosigkeit.

Corona: Hier ist beim Online-Shopping alles normal geblieben

Keinen Einfluss auf die Nachfrage scheint die Corona-Pandemie auf verderbliche Produkte zu haben. So blieben die Suchen bei Äpfeln, Butter, Buttermilch, Käse, Eiern, Eiscreme, Pilzen und Schlagsahne stets auf dem Vor-Krisen-Niveau. Offenbar essen die Amerikaner:innen auch nicht mehr Süßigkeiten oder Schokolade. Bei Kaffee, Tee, Rum, Wodka, Whisky und Wein sieht es ähnlich aus. Ein größeres Verlangen nach Sexspielzeugen kann ebenfalls nicht festgestellt werden. (tvd)

Auch interessant

Kommentare