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Neue Israel-Studie zu Omikron macht Hoffnung: Booster-Impfung bietet „signifikanten Schutz“

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Von: Luisa Billmayer, Michelle Brey, Martina Lippl

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Israel hat mit Booster-Impfungen die vierte Corona-Welle gebremst.
Israel hat mit Booster-Impfungen die vierte Corona-Welle gebremst. © JINI/imago

Wie entwickelt sich die Lage rund um die neue Corona-Mutation Omikron? Karl Lauterbach sieht keinen Grund zur Beruhigung. Jetzt gibt es eine neue Studie aus Israel. Der News-Ticker.

Update vom 12. Dezember, 14.29 Uhr: Eine Booster-Impfung mit Biontech schützt vor Omikron. Das legen erste Studien aus Israel zur neuen Corona-Variante nahe. Israelische Forscher haben festgestellt, dass eine Dreifachimpfung mit dem Vakzin von Biontech einen „signifikanten Schutz“ gegen die Omikron-Variante bietet, berichtet The Jerusalem Post (TJP). Allerdings nimmt die neutralisierende Fähigkeit des Biontech-Corona-Impfstoffs im Vergleich zur Delta-Variante ab und sei viermal geringer. Das Team am Sheba Medical Centers in Tel Aviv ist trotzdem sehr optimistisch.

Eine Auffrischungsimpfung habe die Schutzwirkung gegen Omikron um etwa das 100-Fache erhöht, sagte Gili Regev-Yochay, Leiterin der Abteilung für Infektionskrankheiten des Sheba Medical Centers.

„Es sieht so aus, als ob bei Omikron die Möglichkeit besteht, dass Menschen mit dem Booster infiziert werden, aber eine viel geringere Chance haben, sich ernsthaft zu infizieren“, sagte Regev Yochay. Noch sei unklar, ob die Wirksamkeit der Booster-Impfung im Laufe der Zeit ebenfalls nachlasse, das würde von den Forschern jetzt untersucht.

Video mit Experten-Interview zu Omikron: Kommt die vierte Impfung?

Im Rahmen der israelischen Studie untersuchten die Forscher die Fähigkeit der Seren von 40 geimpften Mitarbeitern des Gesundheitspersonals bei Sheba. 20 davon hatten eine Biontech-Auffrischungsimpfung innerhalb des letzten Monats erhalten. Die anderen 20 hatten nur zwei Impfungen erhalten, davon lag die letzte fünf oder sechs Monate zurück. Wichtig zu betonen: Die neutralisierende Antikörperstudie wurde im Labor durchgeführt und basiert nicht auf realen Daten. Die Studie wurde zum Peer-Review eingereicht. Schon Anfang Dezember twitterte Karl Lauterbach über Daten zum Omikron und Biontech aus Israel*.

Wie gut eine Booster-Impfung gegen Omikron schützt, versuchen Forschende aus der ganzen Welt herauszufinden. Es gibt auch eine Cluster-Studie von sieben Deutschen, die sich in Südafrika mit Omikron angesteckt haben. Die Virologin Sandra Ciesek ordnet die Ergebnisse ein.

Israel hat mit Booster-Impfungen die vierte Corona-Welle gebremst.
Israel hat mit Booster-Impfungen die vierte Corona-Welle gebremst. © JINI/imago

Weniger tödlich, dafür ansteckender? Gerade deshalb ist Omikron für Lauterbach eine „Gefahr“

Update vom 11. Dezember, 20.20 Uhr: Erste Forschungsergebnisse der Coronavirus-Variante Omikron deuten darauf hin, dass die Variante ansteckender, aber nicht tödlicher ist. Karl Lauterbach wies mit einer Grafik, die er auf Twitter geteilt hat, darauf hin, dass das alles andere als eine gute Nachricht ist.

„Hier sieht man noch einmal in Modellrechnung, weshalb Corona-Varianten, die viel ansteckender sind, deutlich mehr Menschen töten als tödlichere, die sich nicht schnell ausbreiten“, schrieb er dazu.

Aber wie ist die Grafik genau zu verstehen? Es handelt sich um ein Modell, in dem vier verschiedene Virusvarianten und deren verursachte Todesfälle im Zeitverlauf beispielhaft verglichen werden. Die Varianten sind in vier Farben dargestellt: grau, blau, rot und grün.

Der Grafik ist eindeutig zu entnehmen, dass die rote Variante die schlimmste ist. Die Todeszahlen nehmen viel schneller zu als bei den anderen Varianten. Ansteckender ist damit deutlich schlimmer als tödlicher, denn bei der blauen Variante nimmt die Todeszahl bei weitem nicht so schnell zu. Es wird aber auch klar: weniger tödlich und ansteckender fordert ebenfalls innerhalb recht kurzer Zeit viele Todesfälle. Auch diese Kurve steigt plötzlich extrem in die Höhe. „Schwerer Verlauf tötet linear, hohe Ansteckung tötet exponentiell. Da liegt die Gefahr durch Omikron“, bringt Lauterbach es auf den Punkt.

Hinweis: Bei der Grafik handelt es sich lediglich um ein mathematisches Modell, das Ansteckung und Tödlichkeit ins Verhältnis setzt. Es zeigt nicht die tatsächlichen Werte von Ansteckung und Tödlichkeit der aktuell grassierenden Coronavirus-Varianten.

Karl Lauterbach (SPD) verwies via Twitter auf eine Studie zur Wirksamkeit der Impfstoffe gegen die Omikron-Variante.
Karl Lauterbach (SPD) verwies via Twitter auf eine Studie zur Wirksamkeit der Impfstoffe gegen die Omikron-Variante. © Kay Nietfeld/dpa

Update vom 11. Dezember, 17.35 Uhr: Erste Studienergebnisse lassen vermuten, dass die bisher - eigentlich für andere Varianten - entwickelten Impfstoffe nicht so gut gegen eine Omikron-Infektion schützen. Deshalb an der Impfung zu zweifeln und auch Booster infrage zu stellen, halten zahlreiche Expertinnen und Experten aber für falsch. Wichtige Fragen anhand deren Einschätzungen beantwortet.

Omikron-Variante: Wie ansteckend ist die Coronavirus-Mutation? - Lauterbach schlussfolgert

Erstmeldung vom 11. Dezember, 15.54 Uhr:

München - Die neue Coronavirus*-Mutation Omikron ist weiterhin eines der bestimmenden Themen. Die Datenlage zu der Virus-Variante ist noch rar. Aus Großbritannien, wo sich die Corona-Lage drastisch zu verschärfen scheint, gibt es nun allerdings zwei Studien, die zu (nahezu) dem gleichen Ergebnis gelangen.

Ein Preprint aus England lässt Schlüsse über die Ansteckung und die Schutzwirkung der Corona-Impfstoffe zu. „Diese wichtige UK-Studie zu Omikron zeigt erstmals klarer, wie ansteckend die Variante ist“, schrieb Bundesgesundheitsminister und Epidemiologe Karl Lauterbach via Twitter.

In die Studie wurden 581 symptomatische Omikron-Fälle miteinbezogen. Wie die Autoren schrieben, würden die Studienergebnisse zeigen, dass die Wirksamkeit des Impfstoffes gegen symptomatische Erkrankungen mit der Omikron-Variante deutlich geringer sei als bei der Delta-Variante.

Die Ergebnisse im Überblick:

Eine „frühere Boosterimpfung scheint sinnvoll, wahrscheinlich notwendig“, kommentierte Gesundheitsminister Lauterbach die Studienergebnisse via Twitter.

Omikron: Booster schützt zwischen 70 und 75 Prozent gegen Corona-Mutation

Auch in einem Bericht des britischen Gesundheitsministeriums kam man zu diesem Ergebnis. Menschen, die die Booster-Impfung erhalten würden, seien zwischen 70 und 75 Prozent gegen die neue Corona-Variante geschützt. Grundlage dieser Annahme ist eine Studie, die auf 131 Omikron-Fällen basiert. Weiter hieß es in dem Bericht vom 10. Dezember: „Erste Schätzungen der Impfstoffwirksamkeit (VE) gegen symptomatische Infektionen finden eine signifikant niedrigere VE gegen Omikron-Infektion im Vergleich zur Delta-Infektion.“

Indes sagen Experten anhand erster Daten, dass Kinder stärker von der Omikron- als von der Delta-Variante betroffen sein werden. (mbr) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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