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Omikron: Virologe Streeck mit deutlicher Warnung – auch an Geimpfte

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Von: Sarah Neumeyer

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Virologe Hendrik Streeck kritisiert die RKI-Entscheidung, den Genesenenstatus auf drei Monate zu verkürzen.
Virologe Hendrik Streeck kritisiert die RKI-Entscheidung, den Genesenenstatus auf drei Monate zu verkürzen. © Fabian Sommer/dpa

Die Omikron-Welle hat Deutschland im Griff. Immer mehr Menschen infizieren sich mit dem Coronavirus. Nun warnt der Virologe Streeck Geimpfte und Geboosterte.

Frankfurt – Ist es überhaupt noch möglich, eine Corona-Infektion zu umgehen? Angesichts der steigenden Infektionszahlen durch die Omikron-Variante und Impfdurchbrüchen gehen immer mehr Menschen davon aus, dass sie sich früher oder später infizieren werden. Doch bedeutet diese Befürchtung, dass Vorsichtsmaßnahmen überflüssig werden?

„Nein“, sagt der Virologe Hendrik Streeck, der Mitglied im Corona-Expertenrat der Bundesregierung ist. „Gerade jetzt bei so hohen Infektionszahlen sollte jeder von uns – auch geboostert, geimpft – natürlich nochmal aufpassen“, warnte Streeck am Freitag (04.02.2022) im ZDF-Morgenmagazin. Denn auch Geimpfte könnten das Virus übertragen und auch Geboosterte könnten sich infizieren und das Virus übertragen, aber asymptomatisch sein.

Virologe Hendrik Streeck: „Werden alle irgendwann mal Kontakt mit diesem Virus machen“

Es ginge jetzt darum, die Zeit zu überbrücken, so der Virologe. Laut seiner Einschätzung werden die Fallzahlen im Frühjahr wieder sinken und es werde wieder „ein guter Sommer“ werden. Doch auch der Virologe geht langfristig nicht davon aus, dass Geboosterte und Geimpfte eine Infektion vermeiden können. „Wir werden alle irgendwann mal Kontakt mit diesem Virus machen“, so Streeck. Angesichts dessen appelliert er an Ungeimpfte, sich noch impfen zu lassen.

Vollständig Geimpfte in Deutschland74,6 %
Anteil der Bevölkerung mit Auffrischungs­impfung54,7 %
Quelle: Impfdashboard.de (Stand: 09.02.2022)

Mit Blick auf den Sommer appelliert Streeck, Deutschland müsse „viele Dinge machen, viele Dinge nacharbeiten, damit wir nächsten Herbst und Winter nicht wieder in sowas hineinsteuern“. Denn entscheidender Faktor für Corona-Maßnahmen sollte laut dem Virologen die Hospitalisierungsinzidenz sein. Doch: „Da haben wir eine sehr schlechte Datenlage“, sagt Streeck im ZDF-Interview und verweist auf eine diesbezügliche Stellungnahme des Corona-Expertenrats. Dieser fordere eine Digitalisierung und eine elektronische Patientenakte, damit man Echtzeit-Daten habe und sofort eine Überbelastung erkennen könne.

Der Omikron-Subtyp BA.2 der Omikron-Variante biete derzeit laut Streeck keinen Anlass zur Sorge. Doch es gebe noch nicht genug Daten, so der Virologe weiter. (sne)

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