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Eine elektromikroskopische Aufnahme des Coronavirus Sars-CoV-2. (Archivfoto)
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Eine elektromikroskopische Aufnahme des Coronavirus Sars-CoV-2. (Archivfoto)

Pandemie

Immunsystem gegen Omikron: So reagiert der Körper auf eine Infektion mit der Corona-Variante

  • Andreas Apetz
    VonAndreas Apetz
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Eine Booster-Impfung hilft bei der Produktion von Antikörpern. Doch das Immunsystem hat noch mehr Waffen im Kampf gegen eine Corona-Infektion.

Frankfurt – Das wichtigste Mittel zur Bewältigung der Corona-Pandemie ist die Booster-Impfung. Eine „sehr offensive und schnelle“ Booster-Strategie soll die Zahl der Neuinfektionen durch die Omikron-Variante so gering wie möglich halten, beteuerte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) bereits bei mehreren Pressekonferenzen und Interviews.

Sobald unser Körper gegen das Coronavirus ankämpfen muss, kommt es auf die sogenannten Antikörper an. Eine Impfung soll das Immunsystem zur Produktion der Y-förmigen Proteine anregen. Doch gegen die stark mutierte Omikron-Variante scheinen Erst- und Zweitimpfung nicht mehr auszureichen. Auch wenn Antikörper bei der Abwehr einer Covid-19-Erkrankung bedeutsam sind, sind sie nicht die einzige Waffe unseres Körpers gegen das Virus.

Coronavirus: So reagiert das Immunsystem

Vielmehr gebe es „eine komplexe und koordinierte Antwort“ unseres Immunsystems auf die Bedrohung, sagt Immunologe Roger Shapiro von der Harvard University. Schon in den ersten Minuten und Stunden nach dem Kontakt mit dem Virus versetzten Signalproteine unseren Körper in Alarmbereitschaft. „Das ist wie ein Flächenbombardement im ganzen Gebiet und hoffentlich schadet man dem Eindringling so gut es geht“, erklärt John Wherry, Immunologe an der Universität von Pennsylvania.

Zunächst setzt unser Körper den Viren sogenannte Neutrophile vor. Sie machen 50 bis 70 Prozent unserer weißen Blutkörperchen aus. Die Neutrophile kämpfen zwar schnell gegen die Erreger, sterben aber auch schnell ab. Daneben gibt es noch die Makrophagen, welche die Krankheitserreger verschlingen und entscheidende Bestandteil wieder ausscheiden, um die natürlichen Killerzellen des Körpers auf den Erreger abzurichten.

Corona: T-Zellen – „Mörder“ und „Generäle“ unseres Immunsystems

Sollte das Virus durch die erste Immunreaktion nicht gänzlich unschädlich gemacht werden, so setzt wenige Tage nach der Infektion die adaptive Immunabwehr ein. Die B-Zellen, ein bestimmter Typ weißer Blutkörperchen, beginnen mit der Produktion von Antikörpern. Eine Corona-Impfung trainiert eben jene Reaktion des Körpers. Insbesondere in den Lymphknoten in unseren Achselhöhlen nahe der Einstichstelle. Dort wird ein Vorrat an B-Zellen angelegt, die auf das Coronavirus abgerichtet sind.

Die wichtigsten Verbündeten der B-Zellen sind die T-Zellen, welche in T-Helferzellen und T-Killerzellen eingeteilt sind. T-Killerzellen seien vergleichbar mit „Mördern“, sagt Harvard-Immunologe Shapiro. „Sie gehen hin und greifen die Zellen an, die infiziert wurden.“ Die Abwehrreaktion kann zu entzündlichen Proteinen führen, welche den Körper anstrengen. Je nach Tempo dieser Reaktion können bei einem geimpften Mensch mit Impfdurchbruch mild, erkältungsähnliche oder grippeähnliche Symptome auftreten.

Die Helferzellen seien „wie Generäle“, ergänzt Shapiro. Sie entwickeln einen Schlachtplan, regen die B-Zellen zur Produktion von Antikörpern an und geben den T-Killerzellen die Anweisungen, welche Zellen zu attackieren sind.

Omikron-Variante: Boostern kurbelt Antikörper-Produktion an

Die Omikron-Variante schafft es aufgrund seiner zahlreichen Mutationen den Antikörpern zu entwichen. Eine Infektion mit Symptomen ist somit wahrscheinlicher. Anders als Antikörper lassen die T-Killerzellen nicht so schnell von dem Erreger ab und sind längerfristig in der Lage, die wesentlichen Bestandteile des Virus in befallen Zellen ausfindig zu machen, erläutert Immunologe John Wherry. Eine Booster-Impfung steigert die Produktion von Antikörpern und scheint auch die B- und T-Zellen zu trainieren.

Doch mit einer Drittimpfung wird es aller Voraussicht nach nicht getan sein. Lauterbach erklärte im Gespräch mit dem WDR 2, dass man sich auf eine vierte Impfung im Laufe des Jahres einstellen müsse. Wann das der Fall ist, hängt davon ab, wie lange eine Auffrischungsimpfung schützt. (aa/afp)

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