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Impfungen gegen Coronavirus

Corona-Vakzin von Novavax kein Totimpfstoff – Experte platzt der Kragen

  • Nico Scheck
    VonNico Scheck
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Viele Impfskeptiker warten auf die Zulassung von Totimpfstoffen. Der Corona-Impfstoff von Novavax wird oft als solcher betitelt – doch die Bezeichnung ist falsch.

Frankfurt – Die vierte Corona-Welle schwappt seit Wochen über Deutschland. Als größte Wellenbrecher-Hoffnung gelten die Corona-Impfstoffe, doch nicht jeder ist von den derzeit verfügbaren Vakzinen überzeugt. Zur Erinnerung: Bisher werden mRNA- und Vektor-Impfstoffe gespritzt.

Zahlreiche Impfskeptiker wollen lieber auf sogenannte Totimpfstoffe warten, diese beruhen auf dem klassischen Impfverfahren. Tatsächlich steht mit dem Vakzin von Novavax ein vermeintlicher Totimpfstoff in der EU kurz vor der Zulassung.

Corona-Impfung: Was ist ein Totimpfstoff?

Doch was ist überhaupt ein Totimpfstoff? Dieser enthält nur abgetötete Viren und vermehrt sich nach der Impfung nicht im Körper, wie Martina Sester, Professorin für Immunologie an der Universität des Saarlandes, gegenüber dem Bayerischen Rundfunk erklärte. Und: „Das, was in der Spritze drin ist, das allein wirkt quasi als Impfstoff.“

Beispiele für bekannte Totimpfstoffe sind etwa Vakzine gegen Tetanus, Keuchhusten oder etwa Diphtherie.

Der Impfstoff von Novavax gegen das Coronavirus soll bald zugelassen werden.

Ist Novavax ein Corona-Totimpfstoff? Karl Lauterbach fassungslos

Nun wird auch das Vakzin von Novavax häufig als Totimpfstoff betitelt. Das stimmt so aber nicht. Tatsächlich handelt es sich dabei um einen Impfstoffkandidaten auf Proteinbasis. Das zumindest schreibt das US-Unternehmen Novavax auf seiner Website. Ins gleiche Horn bläst auch der neue Gesundheitsminister Karl Lauterbach. Der SPD-Politiker reagierte jüngst auf Twitter auf einen Beitrag von Florian Krammer, einem Professor für Impfstoffkunde. Dieser betonte: „Kann man bitte aufhören den Impfstoff von Novavax als Totimpfstoff zu bezeichnen? Es ist ein rekombinanter Proteinimpfstoff.“

Lauterbach schrieb dazu: „Stimmt zwar. Aber weil so viele Ungeimpfte nur Totimpfstoff wollen, warum auch immer, wird bald erhältliches Novavax als solcher bezeichnet.“ Zudem seien die mRNA-Corona-Impfstoffe, anders als das Vakzin von Novavax, „milliardenfach bewährt“.

Das Vakzin von Novavax zählt somit auch nicht zu den mRNA-Impfstoffen, wie etwa von Biontech und Moderna, und auch nicht zu der Gruppe der Vektorimpfstoffe (AstrazenecaJohnson & Johnson).

So funktioniert Corona-Impfstoff von Novavax

Was also heißt das, „rekombinanter Proteinimpfstoff“? Beim Impfstoff von Novavax wird das das sogenannte Spike-Protein von Sars-CoV-2 verwendet und massenhaft in Insektenzellen reproduziert. Die Folge ist eine Reaktion des menschlichen Immunsystems. Dieses bildet nach der Impfung Antikörper gegen das Protein, eine Corona-Infektion kann so abgewehrt werden.

Zudem wird ein Wirkverstärker (ein sogenannter Adjuvant) hinzugefügt, um die Immunantwort zu verstärken. So wird eine hohe Menge neutralisierender Antikörper stimuliert. Das Immunsystem kann direkt nach der Impfung damit beginnen, Antikörper gegen das Spike-Protein des Coronavirus zu bilden – ein Vorteil des proteinbasierten Vakzins.

Corona: Novavax als Lichtblick für alle Impfskeptiker?

Somit sieht etwa auch Impfstoffforscher Dr. Torben Schiffner den Impfstoff von Novavax als kleinen Lichtblick. Gegenüber dem MDR betonte er, dass sich proteinbasierte Vakzine vor allem bei der Grippeimpfstoffherstellung über viele Jahre hinweg bewährt hat. „Vielleicht beruhigt das auch Menschen, die bisher skeptisch waren und bei den neuartigen Impfstoffen Sorgen hatten.“

Allerdings ist das Vakzin von Novavax bisher nur in in Indonesien und auf den Philippinen zugelassen. Laut US-Medienberichten von Oktober verzögert sich die EU-Zulassung des Novavax-Impfstoffs aufgrund von Produktionsproblemen. Entwarnung hingegen gab es jüngst von Silvia Taylor, Vice President Of Global Corporate Affairs And Investor Relations von Novavax. Sie ist davon überzeugt, dass ihre Firma anno 2022 über zwei Milliarden Impfdosen herstellen kann. Und: Der Impfstoff werde bereits an die neue Omikron-Variante angepasst. (nc)

Rubriklistenbild: © Tomislav Miletic/imago

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