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Stephan  Weil
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Wirtschaft in Niedersachsen: Stephan Weil bringt Vermögenssteuer in Bezug auf Corona ins Spiel. (Symbolbild)

Weil und Arbeitgeber äußern sich

Corona in Niedersachsen: Düstere Aussichten für die Wirtschaft 2021 - Weil und Arbeitgeber sehen schwarz

  • VonLucas Maier
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Seit Anfang der Corona-Pandemie wird über den Schaden für die Wirtschaft spekuliert. Jetzt gibt es für Niedersachsen erste Zahlen. Auch Stephan Weil äußerte sich.

  • Corona in Niedersachsen*: 2020 gab es starke Produktionseinbrüche in der Wirtschaft.
  • Für Niedersachsen wird im Jahr 2021 nur ein geringes Wachstum erwartet.
  • Ministerpräsident Weil zieht eine Vermögenssteuer in Betracht.

Hannover - Seit Beginn der Corona-Pandemie wird vor dem Schaden für die Wirtschaft gewarnt. Jetzt wurden die Erwartungen für das Jahr 2021 von den Unternehmen in Niedersachsen noch einmal nach unten geschraubt. Grundlage war eine Befragung unter Arbeitgebern.

Der Ministerpräsident von Niedersachsen Stephan Weil (SPD), hat sich ebenfalls zur Lage der Wirtschaft im Corona-Jahr 2021 geäußert. Er befürchtet ebenfalls starke Schäden für die Wirtschaft in Niedersachsen.

Corona in Niedersachen 2021: Konjunkturumfrage gibt düsteren Ausblick für die Wirtschaft

Insgesamt 14 Arbeitgeberverbände haben eine Konjunkturumfrage bei den Unternehmen in Niedersachsen gemacht. Dadurch wurde die ohnehin schon zurückhaltende Prognose für das Corona-Jahr 2021 stark nach unten korrigiert. Die Ergebnisse wurde in am Freitag, 15.01.2021, in Hannover vorgestellt.

Die Führung bei der Umfrage hatte Niedersachsenmetall übernommen. Dessen Hauptgeschäftsführer, Volker Schmidt sieht den Zukunftsoptimismus für 2021 „schmelzen wie Butter in der Sonne“.

Wirtschaft in Niedersachsen 2021: Corona bescherte bereits im Jahr 2020 ganze 20 Prozent Einbruch

Nachdem im Jahr 2020 die Wirtschaft in Niedersachsen einen Produktionseinbruch von durchschnittlich 20 Prozent verzeichnete, waren viele Firmen im Dezember noch relativ zuversichtlich. Die Unternehmen in Niedersachsen rechneten damals noch mit einem Plus von 10 Prozent im Jahr 2021.

Doch der aktuelle Lockdown und die weiterhin in die Höhe schießenden Infektionszahlen hat diese Vorsichtige Hoffnung ersterben lassen. Aktuell gehen die Unternehmer in Niedersachsen nur noch von einem Produktionsplus von 6 Prozent im Vergleich zum Jahr 2020 aus.

Corona in Niedersachsen 2021: Auch in der Autoindustrie sieht es düster aus

Die meisten Industrie-Arbeitsplätze in Niedersachsen werden durch die Automobilindustrie gestellt. Rund jeder zweite Arbeitsplatz in der Industrie entfällt auf die Autobranche. In der Branche erhofften sich die Unternehmer 2m Dezember 2020 noch ein Plus von 13 Prozent im Jahr 2021. Laut der Umfrage ist das erhoffte Wachstumsplus auf mickrige 8 Prozent geschrumpft.

Einen noch stärkeren Rückgang der Prognose für das Jahr 2021 befürchten Dienstleister und der Handel, so die Arbeitgeberverbände. Hier ging die Prognose aufgrund der Corona-Pandemie von 20 Prozent auf 8 Prozent zurück.

Der starke Wachstumseinbruch bleibt nicht ohne Folgen. Die Industrie in Niedersachsen rechnet mit dem Verlust von 55.000 Arbeitsplätzen in den Jahren 2020 und 2021. Von diesen werden alleine 35.000 bei den Automobilzulieferfirmen erwartet, so Niedersachsenmetall. Ein „Kollaps“ auf dem Arbeitsmarkt sei bislang aber durch das Kurzarbeitergeld verhindert worden, so Schmidt.

Corona in Niedersachsen: Ministerpräsident äußert sich zum Wirtschaftsjahr 2021

Nicht nur die Unternehmen in Niedersachsen malen ein düsteres Bild für die Wirtschaft im Corona-Jahr 2021. Auch Ministerpräsident Stephan Weil (SPD), äußert sich wenig optimistisch.

 „Das Wirtschaftsjahr 2021 wird sehr schwer werden. Wir werden uns auf eine Insolvenzwelle einrichten müssen, obwohl sich der Staat größte Mühen gegeben hat, die Wirtschaft nicht im Stich zu lassen“

- Stephan Weil gegenüber dem RND

Der Sozialdemokrat erwartet durch die Corona-Pandemie schwere Folgen für die Wirtschaft in Niedersachsen. Eine Krise vom Ausmaß der Corona-Pandemie, kann nicht komplett von der Allgemeinheit abgefangen werden, so Weil.

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Corona in Niedersachsen 2021: Die Wirtschaft muss schnell wiederbelebt werden

Der Ministerpräsident plädiert dafür, so schnell wie möglich die stillgelegten Zweige der Wirtschaft wiederzubeleben. So könnten durch Wachstum die Kosten der Corona-Krise abgezahlt werden. Er verwies hierbei auf den „schnelle“ Sanierung der Wirtschaft, nach der Finanzkrise im Jahr 2009.

Aber auch konkrete Maßnahmen kamen zur Sprache. Ein weiterer Lösungsansatz könnte laut Weil auch die stärkere Einbindung der Profiteure der Krise sein. Beispielsweise könnte der Onlinehandel stärker herangezogen werden.

Auch eine Vermögenssteuer sprach der Ministerpräsident als Möglichkeit an. Er prophezeite, dass dies auch um Bundestagswahlkampf eine Rolle spielen werde.

„Sicher wird man auch fragen müssen, ob die stärkeren Schultern nicht mehr tragen müssen als die schwächeren, etwa durch eine Vermögenssteuer“

Stephan Weil

Corona und die Wirtschaft: Das Brutto-Inlandsprodukt

Die Ökonomen der Landesbank von Norddeutschland haben dagegen einen positiveren Blick auf die Wirtschaft im Jahr 2021. Die deutsche Wirtschaftsleistung in Deutschland wird laut den Prognosen der Experten um 3,5 Prozent steigen. Hierbei wird allerdings von einer sukzesssiven Besserung der Corona-Situation ausgegangen.

Sollte das zutreffen, würde das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in der Bundesrepublik um 4,1 Prozent im Vergleich zum Jahr 2020 steigen. Im ersten Corona-Jahr 2020 ist das BIP, laut Schätzungen des Statistischen Bundesamtes, im Vergleich zum Vorjahr um 5 Prozent eingebrochen. Nur nach der Finanzkrise im Jahr 2009 gab es einen stärkeren Rückgang des BIP. Damals waren es 5,7 Prozent. (Lucas Maier mit dpa) *hna.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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