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Kryptische Corona-Funde in der Kanalisation - Forschende stehen vor Rätsel

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Von: Sandra Kathe

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Die Corona-Mutationen, die die Forschenden vermehrt im Abwasser finden, scheinen zunächst keinen Einfluss auf das Infektionsgeschehen unter den Menschen in der Stadt zu haben.
Die Corona-Mutationen, die die Forschenden vermehrt im Abwasser finden, scheinen zunächst keinen Einfluss auf das Infektionsgeschehen unter den Menschen in der Stadt zu haben. © Spencer Platt/AFP

In Abwasseranalysen in New York City taucht seit einiger Zeit eine geheimnisvolle Corona-Sequenzierung auf. Ihre Herkunft ist seit Monaten unbekannt.

New York – Fast seit Beginn der Corona-Pandemie suchen Forschende auch im Abwasser nach Hinweisen dazu, wie sich das Coronavirus ausbreitet und weiterentwickelt. Was in vielen Fällen schon hilfreich war, kann in anderen jedoch auch Rätsel aufgeben. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den USA haben in der Fachzeitschrift Nature Communications nun eine Studie aus New York veröffentlicht, die zunächst mehr Fragen aufwirft als beantwortet.

So sei im Rahmen der Routinekontrollen, welche die Entwicklung des Coronavirus in der Metropole dokumentieren und dabei Hinweise auf mögliche neue Virusvarianten geben können, bereits Anfang 2021 eine mysteriöse Virus-Sequenzierung im New Yorker Abwasser festgestellt worden. Diese beinhalte laut Zusammenfassung der Studie eine Kombination von Virusmutationen, die selbst einzeln in Proben von Patient:innen nur in den seltensten Fällen festgestellt worden seien.

Unbekannte Corona-Mutationen in New York entdeckt: Herkunft bleibt ein Rätsel

Dabei gäbe es keine Hinweise, dass die Virusmutationen, die seit etwa einem Jahr regelmäßig im New Yorker Abwasser festgestellt werden, eine Auswirkung auf das Infektionsgeschehen in der Stadt haben. In den Proben corona-positiv getesteter Patient:innen dominierten im Untersuchungszeitraum die gängigen Sequenzierungen der Delta- und Omikron-Varianten. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bestätigten, dass die geheimnisvollen Funde für Menschen wohl keine Gefahr darstellen. Woher sie kommen, das weiß man allerdings nicht.

Als mögliche Erklärung für die Funde werteten die Forschenden die Möglichkeit, dass es sich um eine Corona-Variante handeln könnte, die zwar bei Menschen auftritt aber noch nie durch einen positiven Test aufgefallen ist. Bei mehr als zwei Millionen nachgewiesenen Infektionen in der Stadt seit Pandemiebeginn halten das jedoch zahlreiche Forschende für unwahrscheinlich.

Forschende untersuchen Corona-Spuren im Abwasser: Mögliche Spur führt zu Tieren

Eine weitere Erklärung ist, dass es sich um eine Variante handelt, die ausschließlich bei Tieren, etwa der Rattenpopulation in der Stadt, auftreten könnte. Als mögliche Wirte einer solchen Virusform kämen allerdings auch Stinktiere oder Eichhörnchen in Frage. Wie Wissenschaftler:innen inzwischen in mehreren Studien herausgefunden haben, könne das Virus zahlreiche Spezies infizieren.

Zum Forschungsteam zählen Fachleute aus der Virologie und der Mikrobiologie aus New York und anderen Bundesstaaten der USA. Gemeinsam haben Sie seit Juni 2020 Proben von 14 New Yorker Kläranlagen ausgewertet. Seit Januar 2021 liegt der Fokus bei der Sequenzierung der Proben auf dem Spike-Protein des Coronavirus. (ska)

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