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Corona in Deutschland: Inzidenz erreicht Höchstwert – Warnung vor Öffnungsschritten

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Die Sieben-Tage-Inzidenz überschreitet am Sonntag (06.02.2022) erstmals die Schwelle von 1400. Die Politik diskutiert über die nächsten Öffnugsschritte.

+++ 20.30 Uhr: In der Debatte um mögliche Lockerungen der Corona-Maßnahmen haben Politiker von SPD und Grünen am Wochenende vor vorschneller Öffnung gewarnt. Bei zu frühen Lockerungen „stellen wir unseren eigenen Erfolg unnötig infrage und riskieren neue, gefährliche Infektionen und eine Verlängerung der Welle“, sagte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) am Sonntag (06.02.2022). Aus der FDP und einigen Bundesländern kamen dagegen Forderungen nach baldigen Öffnungsschritten.

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) wünscht sich für die Bund-Länder-Runde „kluge Ideen für Erleichterungen“. Den Menschen müsse Sicherheit gegeben werden, „dass es auch wieder Lockerungen gibt“, sagte sie der „Rheinischen Post“ vom Samstag. Dreyer betonte aber, dass erst der Höhepunkt der Omikron-Welle abgewartet werden müsse.

Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) während einer Pressekonferenz. (Archivbild)
Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) während einer Pressekonferenz. (Archivbild) © CHRISTIAN MANG/afp

Corona in Deutschland: Proteste und Gegenbewegungen auf den Straßen

+++ 16.28 Uhr: Auch am Sonntag (06.02.2022) kam es in ganz Deutschland erneut zu Protesten gegen die geltenden Corona-Maßnahmen. Vielerorts gingen Gegendemonstranten auf die Straße. Nach Polizeiangaben blieb es bei den Protesten und Gegendemonstrationen überwiegend friedlich.

+++ 10.45 Uhr: Im Zusammenhang mit einem Corona-Impfnachweis sind zwei Männer in Bremen schwer verletzt worden. Die beiden 38 und 39 Jahre alten Männer wurden in einer Gaststätte in Bremen-Osterholz abgewiesen, da sie keinen ausreichenden Corona-Impfschutz hatten. Es kam zu Randalen, in deren Verlauf etwa zehn Menschen die beiden mit Faustschlägen und Tritten angegriffen haben sollen.

Schilder, die auf „2G-plus“ hinweisen, hängen an einem Tanzlokal.
Schilder, die auf „2G-plus“ hinweisen, hängen an einem Tanzlokal. © Daniel Bockwoldt/dpa

Corona in Deutschland: Friseurhandwerk weiter hart getroffen

+++ 8.00 Uhr: Auch zwei Jahre nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie fürchten Friseurinnen und Friseure angesichts der andauernden Beschränkungen um ihre Existenz. „Wir haben nach wie vor zwischen 20 bis 40 Prozent weniger Umsätze“, sagte die Präsidentin des Zentralverbands des Deutschen Friseurhandwerks, Manuela Härtelt-Dören, der Nachrichtenagentur dpa.

Durch die Auflage, einen Mindestabstand von 1,5 Meter einzuhalten, könnten die Salons nicht zu 100 Prozent ausgelastet werden. Da diese Regelungen bundeseinheitlich seien, gebe es keine großen regionalen Unterschiede. „Unser Handwerk ist hart getroffen“, sagte Härtelt-Dören.

Corona in Deutschland: RKI meldet Fallzahlen

Erstmeldung vom Sonntag, 06.02.2022: Berlin - Die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen in Deutschland hat einen weiteren Höchstwert erreicht. Sie lag nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) am Sonntagmorgen bundesweit bei 1400,8. Die Inzidenz beziffert die Zahl der neuen Ansteckungen pro 100.000 Personen im Zeitraum von sieben Tagen.

Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 1388,0 gelegen. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 1156,8 (Vormonat: 285,9). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 133.173 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche waren es 118.970 Ansteckungen.

Corona-Fallzahlen des RKI
Das RKI hat die aktuellen Corona-Fallzahlen veröffentlicht. (Symbolfoto) © National Institute of Infectious Diseases/rtr

Fachleute gehen von einer hohen und weiter steigenden Zahl von Fällen aus, die in den RKI-Daten nicht erfasst sind, unter anderem, weil Testkapazitäten und Gesundheitsämter vielerorts am Limit sind.

Corona-Fallzahlen für Deutschland: Inzidenz steigt weiter

TagNeuinfektionen | Todesfälle | Inzidenz
Sonntag (06.02.2022)133.173 | 41 | 1400,8
Samstag (05.02.2022)217.815 | 172 | 1388,0
Freitag (04.02.2022)248.838 | 170 | 1349,5
Donnerstag (03.02.2022)236.120 | 164 | 1283,2
Mittwoch (02.02.2022)208.498 | 196 | 1227,5
Dienstag (01.02.2022)162.613 | 188 | 1206,2
Montag (31.01.2022)78.318 | 61 | 1176,8
Sonntag (30.01.2022)118.970 | 59 | 1156,8
Quelle: Robert Koch-Institut / RKI

Corona-Fallzahlen für Deutschland: RKI verzeichnet 41 Todesfälle

Wie das RKI weiter mitteilte, wurden am Sonntag zudem 41 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus verzeichnet.

Seit Pandemie-Beginn verzeichneten die Gesundheitsämter nach Angaben des RKI insgesamt 11.022.590 Infektionsfälle. Die Gesamtzahl der registrierten Corona-Toten in Deutschland liegt nun bei 118.717. Die Zahl der von einer Corona-Erkrankung genesenen Menschen in Deutschland beziffert das RKI auf rund 8.058.100.

Als entscheidenden Maßstab für eine Verschärfung oder Lockerung der Corona-Maßnahmen hatten Bund und Länder im November die sogenannte Hospitalisierungs-Inzidenz festgelegt. Dieser Wert gibt an, wie viele Menschen pro 100.000 Personen binnen sieben Tagen wegen einer Corona-Infektion im Krankenhaus liegen. Laut dem aktuellsten RKI-Bericht lag die Hospitalisierungs-Inzidenz am Freitag bundesweit bei 5,45. Darunter können auch Menschen mit positivem Corona-Test sein, die eine andere Haupterkrankung haben. (red/dpa/afp)

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