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Corona in Deutschland: Infektionszahlen an Schulen steigen rasant

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Von: Tobias Utz, Christian Stör, Sandra Kathe

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Das RKI verzeichnet einen neuen Höchststand bei der Zahl der Corona-Neuinfektionen. Hunderttausende Schüler:innen sind infiziert oder in Quarantäne.

+++ 20.51 Uhr: In der vergangenen Woche ist die Zahl der Corona-Infektionen an Schulen erneut deutlich angestiegen. Das geht aus Zahlen der wöchentlichen KMK-Statistik vom Donnerstag (27.01.2022) vor. Demnach waren vergangene Woche deutschlandweit 147.000 Schüler:innen positiv auf das Coronavirus getestet worden. 212.000 weitere mussten wegen eines erhöhten Ansteckungsrisikos in Quarantäne. In der Woche vom 10. bis 16. Januar war über rund 73.000 bestätigte Infektionen und 111.000 Schüler:innen in Quarantäne berichtet worden.

Auch bei der Zahl der infizierten Lehrkräfte zeigt die KMK-Statistik eine deutliche Zunahme: Wurden in der Woche bis zum 16. Januar noch etwas mehr als 5900 infizierte Lehrer:innen erfasst, waren es in der Kalenderwoche bis 23. Januar bereits 9551. Ein KMK-Sprecher wies jedoch darauf hin, dass es in beiden Statistiken auch zu Doppelzählungen kommen könne, sofern sich eine Infektion oder Quarantäne auf beide Kalenderwochen erstreckte.

Corona und Schulen
In der vergangenen Woche wurden deutschlandweit über 147.000 Schüler:innen positiv auf Corona getestet. (Symbolfoto) © Matthias Balk/dpa

Die KMK legt wöchentlich Zahlen vor. Grundlage sind Rückmeldungen aus den Bundesländern aus mehr als 28.000 allgemeinbildenden Schulen und Berufsschulen mit etwa zehn Millionen Schülerinnen und Schülern. Insgesamt gibt es in Deutschland etwa elf Millionen Schülerinnen und Schüler und rund 40.000 Schulen und Berufsschulen.

Corona in Deutschland: Mehr als die Hälfte der Bevölkerung hat Booster-Impfung erhalten

+++ 14.00 Uhr: Mehr als die Hälfte der Bevölkerung hat eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus erhalten. Mindestens 43 Millionen Menschen (51,7 Prozent) seien inzwischen geboostert, teilte das Robert Koch-Institut am Donnerstag mit. Das ist wichtig für einen wirksamen Schutz vor der besonders ansteckenden Virusvariante Omikron. In Deutschland sind am Mittwoch rund 458 000 Impfungen gegen das Coronavirus verabreicht worden.

Mindestens 75,6 Prozent der Bevölkerung (62,9 Millionen Menschen) sind bislang einmal geimpft. Die Bundesregierung strebt 80 Prozent Erstgeimpfte bis Ende Januar an. Das Ziel scheint zunehmend unrealistisch. Mindestens 73,7 Prozent der Bevölkerung (61,3 Millionen) haben nach RKI-Angaben einen vollständigen Grundschutz erhalten. Dafür sind in der Regel zwei Impfdosen nötig. Noch zählt das RKI auch Menschen mit, die nur eine Dosis des Johnson-&-Johnson-Präparats erhalten haben, - allerdings wird das gerade umgestellt. Künftig sollen Johnson-&-Johnson-Geimpfte erst nach einer zweiten Impfdosis - möglichst mit einem mRNA-Impfstoff wie dem von Biontech/Pfizer oder Moderna - als vollständig geimpft gelten.

Corona-Inzidenz
Die Corona-Inzidenz in Deutschland hat erstmal den Wert 1000 überschritten. © Rene Traut/Imago Images

Nicht geimpft sind derzeit 24,4 Prozent der Bevölkerung (20,3 Millionen Menschen). Für 4,8 Prozent (vier Millionen) dieser Menschen im Alter von 0 bis 4 Jahren steht bisher kein zugelassener Impfstoff zur Verfügung. Auf dem RKI-Dashboard wird darauf hingewiesen, dass die Impfquoten als Mindestquoten zu verstehen sind, „da eine hundertprozentige Erfassung durch das Meldesystem nicht erreicht werden kann“. Das Robert Koch-Institut geht davon aus, dass die tatsächliche Impfquote um bis zu fünf Prozentpunkte höher liegt.

Corona: 168 Kreise haben Inzidenz über 1000

+++ 11.30 Uhr: Das RKI hat am Donnerstagmorgen abermals einen neuen Höchststand an Corona-Neuinfektionen in Deutschland vermeldet (s. Erstmeldung). Die Liste der Hotspots, welche einen Inzidenzwert über 1000 aufweisen, ist sehr lang: 168 sind es laut Statistik. Die Hauptstadt Berlin bleibt dabei ein Problemfall. Gleich sechs Berliner Stadtkreise befinden sich in den Top 10 der Corona-Hotspots:

KreisInzidenzwert
Stadtkreis Berlin Mitte2891,0
Stadtkreis Berlin Tempelhof-Schöneberg2828,6
Stadtkreis Berlin Pankow2815,3
Stadtkreis Berlin Friedrichshain-Kreuzberg2377,4
Stadtkreis Berlin Neukölln2240,8
Stadtkreis Offenbach2148,3
Landkreis Dachau2112,0
Stadtkreis Berlin Spandau1940,5
Stadtkreis Wiesbaden1908,1
Stadtkreis Solingen1904,0
Quelle: Robert Koch-Institut/RKI

Corona in Deutschland: Kuriose Impflücke aufgedeckt

+++ 09.45 Uhr: In Deutschland wurden seit Beginn der Impfkampagne vor 13 Monaten 42,6 Millionen mehr digitale Impfzertifikate ausgestellt als Corona-Impfdosen verabreicht. Bis zum vergangenen Freitag (21.01.2022) wurden 204,7 Millionen digitale Zertifikate über erfolgte Corona-Impfungen ausgegeben, wie das Bundesgesundheitsministerium auf Anfrage der Neuen Osnabrücker Zeitung mitteilte. Allerdings wurden dem Ministerium zufolge bis zu diesem Montag „nur“ 162,1 Millionen Dosen für Erst-, Zweit- und Drittimpfungen gespritzt, also 42,6 Millionen weniger.

Das Ministerium sieht dem Bericht zufolge in der Differenz weder einen Hinweis auf Fake-Impfpässe noch auf millionenfach nicht gemeldete Impfungen. Ein Ministeriumssprecher nannte auf NOZ-Nachfrage „verschiedene Gründe“. Zum einen seien „insbesondere zu Beginn der Anwendung viele Zertifikate automatisch durch Impfzentren erstellt und an die geimpften Personen geschickt“ worden, während die betroffenen Personen oftmals bereits ein Zertifikat in einer Apotheke ausgestellt bekommen hätten. Des Weiteren könnten Zertifikate „auch mehrfach ausgestellt werden, wenn beispielsweise eine Person ihr Zertifikat verliert“.

Corona in Deutschland: Kuriose Lücke bei Erfassung von Impfungen

Allerdings ist die Diskrepanz in den zurückliegenden Wochen noch erheblich gewachsen. So waren laut Ministerium bis zum 15. Dezember 162.397.255 digitale Impfzertifikate ausgestellt und nach Angaben des Robert Koch-Institutes 136.641.993 Impfdosen verabreicht worden. Mitte Dezember betrug der „Überhang“ an Zertifikaten demnach „erst“ knapp 26 Millionen gegenüber aktuell mehr als 42 Millionen.

Die Impfungen der niedergelassenen Ärzte werden von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) organisiert. Diese kann die Lücke laut NOZ nicht erklären. „Wir gehen auf Basis der vertragsärztlichen Abrechnungsdaten davon aus, dass eine Untererfassung durch das digitale Impfquoten-Monitoring (DIM) nicht generell gegeben ist und damit die dargestellte Lücke nicht erklären kann“, sagte ein KBV-Sprecher der NOZ und ergänzte: „Um diese Lücke zu erklären, sind vertiefende Analysen der Daten zur Zertifikatsausstellung nötig, die aktuell nur das Robert-Koch-Institut durchführen kann.“

Corona
Das RKI hat die aktuellen Corona-Fallzahlen veröffentlicht. (Symbolfoto) © Jeff Pachoud/AFP

Das RKI wollte sich nicht äußern und verwies auf das Bundesgesundheitsministerium. Kritik kam aus der Opposition. Die gesundheitspolitische Sprecherin der Linken-Fraktion, Kathrin Vogler, sagte der NOZ: „Das schreit nach weiterer Aufklärung. Die Bundesregierung muss dringend für Klarheit sorgen.“ Vogler gab zu bedenken, dass vermutlich längst nicht jeder Geimpfte auch ein digitales Zertifikat habe, gerade von den Hochbetagten. „Dann wäre bei mehr als jeder vierten Impfung etwas schiefgelaufen.“

Irritiert gibt sich auch die AfD-Fraktion. „Die enorme Diskrepanz zwischen den Impfzahlen des RKI und den digitalen Impfzertifikaten zeigt einmal mehr das Daten-Chaos bei der Bundesregierung“, sagte der Sprecher für Arbeit und Soziales, René Springer, der NOZ.

Corona-Fallzahlen: RKI meldet mehr als 200.000 Neuinfektionen in Deutschland

Erstmeldung vom Donnerstag, 27.01.2022, 06.00 Uhr: Berlin – Die vom Robert Koch-Institut (RKI) gemeldete bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz hat exakt zwei Jahre nach dem ersten bestätigten Corona-Fall in Deutschland erstmals die Schwelle von 1000 überschritten. Das RKI gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Menschen und Woche am Donnerstagmorgen mit 1017,4 an.

Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 940,6 gelegen. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 638,8 (Vormonat: 222,7). Auch die Zahl der Corona-Neuinfektionen erreichte erneut einen Rekordwert und überschritt zugleich die Schwelle von 200.000: Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 203.136 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.59 Uhr wiedergeben.

Am 19. Januar hatte die Zahl erstmals über 100.000 gelegen. Vor einer Woche waren es 133.536 erfasste Neuinfektionen. Experten gehen von einer hohen und weiter steigenden Zahl von Fällen aus, die in den RKI-Daten nicht erfasst sind, unter anderem, weil Testkapazitäten und Gesundheitsämter vielerorts am Limit sind.

Corona-Fallzahlen in Deutschland: Neuinfektionen, Todesfälle und Inzidenz

TagNeuinfektionen | Todesfälle | Inzidenz
Donnerstag (27.01.2022)203.136 | 188 | 1017,4
Mittwoch (26.01.2022)164.000 | 166 | 940,6
Dienstag (25.01.2022)126.955 | 214 | 894,3
Montag (24.01.2022)63.393 | 28 | 840,3
Sonntag (23.01.2022)85.440 | 74 | 806,8
Samstag (22.01.2022)135.462 | 179 | 772,7
Freitag (21.01.2022)140.160 | 170 | 706,3
Donnerstag (20.01.2022)133.536 | 234 | 638,8
Quelle: Robert Koch-Institut / RKI

Die Fallzahlen des RKI können von denen der einzelnen Bundesländer abweichen. Ein Grund dafür sind die längeren Übertragungswege zwischen RKI und den zuständigen Gesundheitsämtern. Das Covid-19-Dashboard des RKI kann darüber hinaus im Laufe des Tages angepasst werden.

Corona-Fallzahlen in Deutschland: RKI meldet 188 Todesfälle

Wie das RKI weiter mitteilte, wurden am Donnerstag 188 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gezählt.

Seit Pandemie-Beginn verzeichneten die Gesundheitsämter laut den jüngsten Angaben des Instituts insgesamt 9.238.931 Infektionsfälle. Die Gesamtzahl der registrierten Corona-Toten in Deutschland liegt nun bei 117.314. Die Zahl der von einer Erkrankung durch das Coronavirus genesenen Menschen in Deutschland beziffert das RKI mit rund 7.443.300.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Personen innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Mittwoch mit 4,26 (Dienstag 4,07; Montag 3,87) an. (csu/tu/ska mit dpa/AFP)

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