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Trotz des zweiten Lockdowns ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen weiterhin hoch. Wissenschaftler:innen suchen Erklärungen für die Verbreitung des Virus.
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Trotz des zweiten Lockdowns ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen weiterhin hoch. Wissenschaftler:innen suchen Erklärungen. (Symbolbild)

Corona-Pandemie

Corona-Neuinfektionen am Arbeitsplatz? Wissenschaft sucht Erklärung für hohe Fallzahlen

Seit mehr als zwei Monaten gilt der Lockdown als Maßnahme gegen das Coronavirus. Die Fallzahlen bleiben hoch. Wissenschaftler:innen suchen Erklärungen und geben Empfehlungen.

  • Trotz Lockdown sind die Corona-Zahlen hoch.
  • Wissenschaftler:innen suchen Erklärungen für Corona-Neuinfektionen.
  • Home-Office wird als mögliche Maßnahme diskutiert.

Frankfurt – Bei der Erklärung der hohen Corona-Zahlen in Deutschland, die trotz des Lockdowns hoch sind, suchen Wissenschaftler:innen nach Erklärungen für die weiteren Neuinfektionen. Aber es gibt Hindernisse. Es fehlen Daten. Häufig sei unbekannt, wo Infizierte sich angesteckt haben, sagte Hajo Zeeb vom Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie in einem Interview mit der Deutschen Presse Agentur. Es gebe zwar weniger Kontakte, aber wir wüssten wenig darüber, wo es gewesen sein könnte. Das liegt auch daran, dass es nur wenige große Ausbrüche gibt.

Corona-Neuinfektionen: Einfluss der Virus-Mutation bei der Verbreitung ist unklar

Von Infektionsherden könne nicht gesprochen werden, eher von Kerzen, so Hajo Zeeb. Infektionsketten seien nicht eindeutig nachvollziehbar und das Robert-Koch-Institut (RKI) spreche in seinen Berichten oft von einer diffusen Ausbreitung der Corona-Infektionen in der Bevölkerung. Häufungen sieht Zeeb im Zusammenhang mit Ausbrüchen in Pflegeeinrichtungen, im beruflichen Umfeld und in privaten Haushalten.

Welche Rolle die mutmaßlich ansteckendere Virus-Variante B.1.1.7 aus Großbritannien bei den Corona-Neuinfektionen in Deutschland spielt, ist ebenfalls unklar. Die Zahl der untersuchten Proben sei zu gering, um Rückschlüsse darauf zu ziehen. Streeb sieht allerdings das langsame Sinken der Infektionszahlen als mögliches Indiz für Veränderungen des Coronavirus. Außerdem nicht zu beantworten sei die Frage, ob die Lockerungen der Kontaktbeschränkungen über die Weihnachtsfeiertage für die konstant hohen Corona-Zahlen verantwortlich seien. Es sei aber positiv, dass es keinen starken Anstieg gegeben habe, so Hajo Zeeb.

Gründe für Corona-Neuinfektionen: Wissenschaftler:innen plädieren für mehr Home-Office

Im Unterschied zum ersten Lockdown im Frühjahr 2020 seien viele Unternehmen und Betriebe weiterhin offen. Das führe dazu, dass viele Menschen unterwegs sein müsste, so der Epidemiologe Zeeb im Gespräch mit der dpa. Die Suche nach einer Ursache für die Neuinfektionen mit Corona dürfe sich allerdings nicht zu einfach gemacht werden.

Das Berufsleben hat aber einen gewissen Anteil. Der Arbeitsplatz sei ein Bereich, wo noch mehr Kontakte eingeschränkt werden könnten, sagte die Virologin Melanie Brinkmann in der ARD. Aktuell arbeiten deutlich weniger Menschen von zu Hause, als es im Frühjahr 2020 der Fall gewesen sei. Es müsse verhindert werden, dass Menschen bei der Arbeit zusammenträfen und möglicherweise im Pausenraum die Masken abnehmen, so die Virologin vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig.

Ursachen für Corona-Neuinfektionen: Unterschiedliches Verhalten der Menschen im zweiten Lockdown

Auch Kai Nagel, Leiter des Fachgebiets Verkehrssystemplanung und Verkehrstelematik an der TU Berlin, sieht einen Unterschied zum ersten Corona-Lockdown, meldet die dpa. Die Menschen hätten sich zu diesem Zeitpunkt selbst eingeschränkt und Aktivitäten reduziert, bevor die Regierung Maßnahmen gegen Corona anordnete. Im vergangenen November und Dezember sei das umgekehrt gewesen. Nagel plädiert außerdem für das Tragen von Mund-Nasen-Masken, um Corona-Neuinfektionen zu verhindern. Plexiglas-Abtrennungen am Arbeitsplatz seien dagegen aufgrund der Corona-Verbreitung über Aerosole weniger wirksam.

Epidemiologe zu Verbreitung von Corona: Grundlage für politische Entscheidungen muss verbessert werden

Home-Office wird daher als mögliche Maßnahme gegen die Verbreitung des Coronavirus gesehen. Strengere Maßnahmen können bei der Einschränkung Coronas helfen. Das zeige das Beispiel China, wo die Regierung im Kampf gegen das Virus hart durchgreift. Ob die damit verbundenen Folgen gewollt seien, müsse für jeden einzelnen Fall diskutiert werden, sagte Hajo Zeeb der dpa.

Generell müsse die Datengrundlage für politische Entscheidungen verbessert werden. Die aktuellen Corona-Maßnahmen könnten noch nicht gut begründet werden, so Hajo Zeeb im dpa-Interview. Aktuell sei die Datenerhebung noch lückenhaft und uneinheitlich. Es müsse festgelegt werden, welche Daten erhoben werden wollen und diese interpretiert werden könnten. (Max Schäfer mit dpa)

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