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Ein älterer Herr kommt zum Impfen am Impfzentrum an.
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Am Montag (08.02.2021) tritt eine neue Impfverordnung in Kraft. Sie sieht Änderungen in der Einstufung vor. (Archivfoto)

Covid-19-Pandemie

Jens Spahn ändert Corona-Impfverordnung – So verändert sich die Reihenfolge

  • Ines Alberti
    vonInes Alberti
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Mit einer neuen Impfverordnung soll das Impfen gegen das Coronavirus in Deutschland mehr an Fahrt aufnehmen. Die Reihenfolge kann in Ausnahmen abweichen.

  • Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Impfverordnung erneuert.
  • Die neue Verordnung tritt am Montag (08.02.2021) in Kraft und soll das Impfen beschleunigen.
  • Die Corona-Impfung älterer Menschen soll durch die Zulassung des AstraZeneca-Impfstoffs schneller vorangehen.

Berlin – Ab Montag (08.02.2021) gilt eine neue Impfverordnung in Deutschland. Mit ihr will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Corona-Impfungen beschleunigen und flexibler machen. „So kann die Impfkampagne weiter an Fahrt aufnehmen“, sagte Spahn am Sonntag (07.02.2021) der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Die neue Impfverordnung sieht einige Änderungen bei der Einstufung der Bevölkerung in drei vorrangig zu impfende Gruppen vor. Zudem kann von der Reihenfolge künftig in Einzelfällen abgewichen werden, etwa wenn dies „zur kurzfristigen Vermeidung des Verwurfs von Impfstoffen notwendig ist“, wie es in der der dpa vorliegenden Verordnung heißt. Bereits bisher hatte Spahn gesagt, dass etwa Impfdosen aus angebrochenen Fläschchen zum Beispiel an Gesundheitspersonal verimpft werden sollen, statt sie wegzuwerfen.

Corona-Impfung: Menschen mit Krebs, Lungenerkrankungen und Diabetes werden hochgestuft

„Mit der Impfverordnung folgen wir den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission“, sagte Spahn. Es werde damit auf erste Erfahrungen mit der Impfkampagne in der Praxis reagiert. Spahn: „Ältere können so schneller als geplant geimpft werden.“ Denn Menschen unter 65 Jahren sollen durch die neuen Regeln vorrangig mit dem Impfstoff von AstraZeneca versorgt werden, der mangels ausreichender Studiendaten für Ältere vorerst nicht vorgesehen ist. Das betrifft etwa auch Pflegekräfte, die bereits in der ersten Gruppe vorrangig geimpft werden. Somit bleibt also mehr von den anderen Impfstoffen (Biontech/Pfizer und Moderna) für die Menschen über 80.

Die Bundesländer dürften einzelne Jahrgänge zudem nun zeitversetzt einladen, erläuterte Spahn. Somit könnten sie die Impfungen flexibler organisieren. Anders als bisher sollen Personen mit bestimmten schweren Krankheiten zudem schneller berücksichtigt werden - und zwar nun in der Gruppe zwei mit hoher Priorität. Höher priorisiert werden sollen dabei unter anderem Krebskranke und Menschen mit schweren Lungenerkrankungen, schwerem Diabetes und chronischen Leber- oder Nierenerkrankungen.

Corona-Impfung: Wer wird in Gruppe zwei vorgezogen?

Zum einen wird in der neuen Impfverordnung die Gruppe zwei um einige Vorerkrankungen erweitert. Außerdem werden weitere Personengruppen in diese aufgenommen.

  • Menschen mit Krebserkrankung ohne gestopptes Tumorwachstum
  • Menschen mit schwerer chronischer Lungenerkrankung
  • Menschen mit chronischer Leber- oder Nierenerkrankung
  • Menschen mit schwerem Diabetes
  • Menschen mit Fettleibigkeit mit einem Body-Mass-Index über 40
  • Menschen mit bipolarer Störung, Schizophrenie und schwerer Depression
  • Auch andere Risikopatient:innen sollen mit Arzt-Bescheinigung hier zum Zug kommen
  • Bisher waren schon Menschen mit Demenz, geistiger Behinderung, Trisomie 21 sowie nach Organtransplantationen hier vorgesehen
  • Bis zu zwei enge Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen zuhause oder Schwangeren
  • Ärzt:innen
  • Polizei- und Ordnungskräfte insbesondere für Demonstrationen
  • Beschäftigte von Gesundheitsdiensten und Kliniken
  • Bewohner:innen von Obdachlosen- und Geflüchtetenunterkünften
  • Betreuungspersonal geistig behinderter Menschen

Grundsätzlich bleibt es bei der neuen Impfverordnung aber bei der Eingruppierung - auch dabei, dass Ärztinnen und Ärzte im Grundsatz erst in Gruppe zwei zum Zug kommen sollen und Lehrkräfte und Erzieher:innen in Gruppe drei. Vertreter:innen dieser Berufe hatten schnellere Impfungen gefordert. Der Deutsche Städtetag plädiert dafür, Lehrkräfte und Erzieher:innen früher zu impfen. Sobald das Infektionsgeschehen es zulasse, müssten Kitas und Schulen stufenweise wieder geöffnet werden, sagte Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montag). „Weil es hier viele Kontakte gibt, auch sehr enge, sollten dem dort tätigen Personal rasch Impfungen angeboten werden.“ Dedy sagte, dass das Infektionsrisiko in Schulen und Kitas sinke, sobald Lehrkräfte und Erzieher geimpft seien.

Corona-Impfung: Kritik an Platz von Lehrkräften in der Reihenfolge

Der Vorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) sagte der Deutschen Presse-Agentur dazu: „Wer Lockerungen im Bildungsbereich priorisiert, muss auch den Gesundheitsschutz für die dort Beschäftigten priorisieren. In der aktuellen Lage bedeutet das, Lehrkräften und dem Personal in Kindertagesstätten schnellstmöglich ein Impfangebot zu unterbreiten.“ Das heiße im Klartext: „Eine weitere Öffnung der Schulen kann erst erfolgen, wenn dem Personal ein Impfangebot unterbreitet wurde.“

Zuvor hatte sich bereits Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) dafür ausgesprochen, Lehrer und Erzieher priorisiert zu impfen. Da nach der Empfehlung der Ständigen Impfkommission der Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers AstraZeneca nur an Menschen unter 65 Jahren verabreicht werden soll, könnte diese Vakzin „schon bald für Lehrerinnen und Lehrer und Erzieherinnen und Erzieher angeboten werden“, sagte Karliczek den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Neue Corona-Impfverordnung: Wer wird in Gruppe drei geimpft?

Neben Lehrkräften und Kitapersonal sollen folgende Menschen in Gruppe drei geimpft werden:

  • Menschen über 60 Jahre
  • Menschen mit weiteren Krankheiten wie etwa Asthma oder Herzinsuffizienz
  • Lehrkräfte
  • Erzieher:innen
  • Polizist:innen
  • Beschäftigte in Supermärkten

Erst danach sollen alle weiteren folgen - bis Ende des Sommers laut Kanzlerin Angela Merkel. (ial/dpa)

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