Lage im Nahen Osten

Corona-Krise: Saudi-Arabien verhängt Ausgangssperre in Mekka und Medina

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Das Coronavirus breitet sich im Nahen Osten aus. Nun schränkt auch Saudi-Arabien das öffentliche Leben ein.

  • Das Coronavirus Sars-CoV-2* breitet sich auch im Nahen Osten aus
  • Besonders der Iran ist von der Covid-19-Pandemie betroffen – dort gibt inzwischen mehr als 3000 Tote
  • Ärzte und NGOs warnen vor einem Ausbruch und Zehntausenden Toten im Bürgerkriegsland Syrien*


+++ 16.40 Uhr:  Saudi-Arabien hat wegen des Coronavirus eine Ausgangssperre für die beiden wichtigsten muslimischen Städte Mekka und Medina verhängt. Bis auf Gemüseläden, Apotheken, Tankstellen und Banken sollen alle Geschäfte geschlossen bleiben, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur SPA am Donnerstag. Die Ausgangssperre gelte bis auf Weiteres. Die Behörden hatten schon vorher den Zutritt zu den Moscheen beschränkt, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern. 

Saudi-Arabien ist in der arabischen Welt besonders stark von der Corona-Epidemie betroffen. Nach offiziellen Angaben sind 1885 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Vor allem die beiden Städte Mekka und Medina verzeichneten zuletzt ansteigende Fallzahlen.

Corona-Krise: Iran lehnt Hilfe aus Furcht vor Spionage ab

+++ 2.4.2020, 11.03 Uhr: Ein Notfallteam der Organisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) sitzt im Iran fest. Die Mediziner warten darauf, einen Hilfseinsatz in dem von der Corona-Pandemie schwer betroffenen Land beginnen zu können. Angeblich gab es Bedenken bei den Hardlinern im Iran, dass es sich bei den Ärzten von MSF um westliche Spione handeln könnte. 

In der zentraliranischen Provinz Isfahan hatten die Mediziner Anfang der vergangenen Woche eigentlich eine Mini-Klinik mit 50 Betten aufbauen wollen. Überraschend hatte das Gesundheitsministerium dann aber bekanntgegeben, dass der Iran die Hilfe doch nicht annehmen will. Ein Sprecher der Hilfsorganisation sagte, man sei weiter im Gespräch mit den iranischen Behörden, „um medizinische Aktivitäten zu starten, wo sie am nötigsten sind“.

Nach Angaben des iranischen Gesundheitsministeriums hat sich die Zahl der Toten im Land bis Anfang April auf mehr als 3000 erhöht, die der Corona-Infizierten auf fast 48 000.

Corona-Krise: Saudi-Arabien entbindet Frauen teilweise von „ehelichen Pflichten“

+++ 17.55 Uhr: In Zeiten der weltweiten Corona-Pandemie hat ein Religionsgelehrter in Saudi-Arabien Ehefrauen teilweise von ihren ehelichen Pflichten entbunden. Frauen hätten das Recht, „dem Ehebett fernzubleiben“, wenn sie durch ihren Ehemann eine Ansteckung mit dem Coronavirus befürchteten, erklärte ein Mitglied des saudischen Rats der Höchsten Religionsgelehrten im saudischen Fernsehen. 

In der Sendung „Fatwa“ antwortete der Religionsgelehrte Abdallah bin Mohammed al-Mutlak auf die Frage einer Zuschauerin, dass es „keine Sünde ist, wenn sich die Frau dem Ehebett verweigert“. Vor allem, wenn sich der Mann nicht an öffentliche Ausgangsbeschränkungen halte, um die Verbreitung des Virus zu verhindern.

Naher Osten: Mekka wegen Coronavirus derzeit abgeriegelt

+++ 12.00 Uhr: Im Iran hat die Zahl der Corona-Todesopfer die Marke von 3000 überschritten. Wie das iranische Gesundheitsministerium meldete, sind in den letzten 24 Stunden 138 Menschen am Virus gestorben, wodurch sich die Gesamtzahl der Todesfälle auf 3036 erhöhte.

Im gleichen Zeitraum wurden auch 2.987 neue positive Fälle registriert, nach offiziellen Angaben sind nun 47.593 infiziert.

Unterdessen fällt Nouruz, das größte Familienfest der Iraner, für die meisten in der Corona-Krise aus*. Doch der Iran ist nicht nur von Corona geplagt. Er ist auch vom US-Wirtschaftskrieg geplagt. Wegen der Sanktionen wurden Schutzmasken und Desinfektionsmittel Mangelware. 25 Ärzte mussten mit ihrem Leben bezahlen.

+++ 1.4.2020, 7.10 Uhr: Saudi-Arabien hat an Muslime in aller Welt appelliert, angesichts der Coronavirus-Pandemie Vorbereitungen für die große Pilgerfahrt im Sommer nach Mekka vorläufig einzustellen. 

Unklar, ob 2020 die Pilgerfahrt wegen Corona stattfinden kann

Die Gläubigen sollten keine Verträge mit Reiseagenturen für die Wallfahrt abschließen, bis sich die Situation rund um das Coronavirus geklärt habe, sagte der für Pilgerreisen an die heiligen Stätten des Islam zuständige Minister Mohammad Benten im Staatsfernsehen. 

In den derzeitigen Umständen gehe es der saudiarabischen Regierung darum, „die Gesundheit von Muslimen und Bürgern zu schützen“, betonte der Minister. Er ließ offen, ob die für den Zeitraum zwischen Ende Juli und Anfang August geplante große Pilgerfahrt - der sogenannte Hadsch - ganz gestrichen werden könnte. Aus Furcht vor Ausbreitung des neuartigen Virus hatte Saudi-Arabien bereits vor einigen Tagen Mekka sowie den ebenfalls bedeutenden Wallfahrtsort Medina abgeriegelt.

+++ 17.40 Uhr: US-Präsident Donald Trump und der Staatschef der Türkei  Recep Tayyip Erdogan halten Waffenruhen in Syrien und Libyen vor dem Hintergrund der Coronavirus-Krise für zwingend. Wie das Weiße Haus in Washington am Dienstag (31.03.2020) mitteilte, berieten Trump und Erdogan in einem Telefongespräch über Maßnahmen, „um das Virus zu besiegen und die Weltwirtschaft zu stützen“.

Am Wochenende hatte bereits die UNO einen Waffenstillstand in Syrien gefordert. Dies sei nötig, um „die Katastrophe nicht zu verschlimmern“, erklärte der Leiter der UN-Untersuchungskommission für Syrien, Paulo Pinheiro. Das neuartige Coronavirus sei eine „tödliche Bedrohung für die syrische Zivilbevölkerung“.

Corona im Nahen Osten: Fast 2900 Covid-19-Tote im Iran

+++ 14.00 Uhr: Der Ausnahmezustand im Iran wegen der Corona-Krise könnte nach den Worten von Präsident Hassan Ruhani verlängert werden. „Wir haben den Zustand der Reduzierung sozialer Kontakte (vom 3.) bis zum 8. April verlängert ... über weitere Schritte werden wir nach dem neuen Bericht des Gesundheitsministeriums am kommenden Sonntag (5. April) entscheiden“, sagte Ruhani am Dienstag.

Update vom Dienstag, 31.03.2020, 12.55 Uhr: Im Iran hat sich die Zahl der Todesfälle durch das Coronavirus offiziellen Angaben zufolge auf fast 2900 erhöht. 141 weitere Menschen seien in den vergangenen 24 Stunden an der von dem Virus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 gestorben, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Teheran am Dienstag. Damit gebe es nun 2898 Todesfälle. Die Zahl der Infektionsfälle erhöhte sich demnach auf mehr als 44.600.

In den vergangenen Stunden seien mehr als 3100 Neu-Infektionen registriert worden, sagte der Sprecher Kianusch Dschahanpur. Unter den Infizierten, die im Krankenhaus behandelt würden, befänden sich mehr als 3700 in Lebensgefahr. Mehr als 14.600 Patienten hätten sich inzwischen von ihrer Infektion erholt. 

Unterdessen sitzen viele Menschen in Deutschland aufgrund der Coronakrise im Homeoffice. Damit stellt sich die Frage, wer die Mehrkosten trägt und ob man diese bei der Steuer absetzen kann.

Keine gedruckten Zeitungen mehr im Iran

Update vom Montag, 30.03.2020, 20.27 Uhr: In dem von der Corona-Pandemie besonders hart betroffenen Iran sollen vorerst keine gedruckten Zeitungen und Zeitschriften mehr erscheinen. „Zur effektiven Umsetzung des vom Gesundheitsministerium verabschiedeten Plans zur Reduzierung sozialer Kontakte sollen bis zum angegebenen Datum (8. April) keine Zeitungen mehr gedruckt werden und nur noch online erscheinen“, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur IRNA am Montag einen Sprecher des Corona-Krisenstabs im Innenministerium. 

Derzeit erscheinen etwa 65 Zeitungen und Zeitschriften im Land, einschließlich der bei den Iranern sehr beliebten Sportzeitungen. Der Iran leidet schon seit Febrar unter der Corona-Krise. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden bisher mehr als 40.000 Infektionen und 2757 Covid-19-Tote registriert.

Coronavirus: Türkei schottet Dörfer ab

Update vom Montag, 30.03.2020, 17.12 Uhr: Die Türkei hat wegen der Coronakrise mehrere Wohngebiete in 18 Provinzen unter Quarantäne gestellt. Von Montagnachmittag an seien 39 Gebiete, darunter eine Kleinstadt und 28 Dörfer, abgeschottet, teilte das Innenministerium mit, ohne die Namen der betroffenen Provinzen zu nennen. 

Die Türkei hat bislang mehr als 9000 Coronavirus-Fälle und 131 Todesopfer durch Covid-19 gemeldet. Die Behörden geben keine regionale Aufschlüsselung der Fälle bekannt. Die Türkische Ärztevereinigung (TTB) kritisiert das scharf und fordert mehr Transparenz von der Regierung. 

In der Türkei wurden bislang zwar Einschränkungen des öffentlichen Lebens vorgenommen, aber nur eine Ausgangssperre für Menschen ab 65 Jahren und chronisch Kranke verhängt. Der Istanbuler Bürgermeister Ekrem Imamoglu von der größten Oppositionspartei CHP hatte vor kurzem eine Ausgangssperre für die Millionenmetropole gefordert.

Coronavirus: Israels Regierungschef Netanjahu in Quarantäne

Update vom Montag, 30.03.2020, 14.56 Uhr: Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu begibt sich wegen eines Corona-Falls in seinem Büro vorsorglich in Quarantäne. Wie der Pressedienst des Ministerpräsidenten am Montag mitteilte, befolgen nun Netanjahu und seine engsten Mitarbeiter sicherheitshalber die Quarantäne-Maßnahme. Der Regierungschef habe keinen engen Kontakt zu der mit dem neuartigen Coronavirus infizierten Mitarbeiterin gehabt und diesen auch nicht persönlich getroffen. 

In den vergangenen zwei Wochen seien Netanjahu und die Mitarbeiterin niemals gleichzeitig im selben Raum gewesen. Nun würden der Ministerpräsident und seine engsten Mitarbeiter Corona-Tests erhalten. In Israel wurden bisher mehr als 4000 Corona-Infektionen registriert.

Coronavirus: Millionen Schutzmasken in Saudi-Arabien beschlagnahmt

Update vom Sonntag, 29.03.2020, 15.13 Uhr: In Saudi-Arabien haben die Behörden einem Medienbericht zufolge mehr als fünf Millionen illegal gehortete Atemschutzmasken beschlagnahmt. In Hail nordwestlich der Hauptstadt Riad stellte das Handelsministerium rund 1,2 Millionen Masken sicher, wie die staatliche Nachrichtenagentur SPA am Sonntag berichtete. 

Weitere rund vier Millionen Masken waren bereits am Mittwoch wegen Verstoßes gegen Handelsbestimmungen in der westlichen Stadt Dschedda beschlagnahmt worden. Die Verantwortlichen würden strafrechtlich belangt und die Ausrüstung werde wieder dem freien Markt zur Verfügung gestellt, teilte das Ministerium mit. 

Wegen Panikkäufen sind auch in Saudi-Arabien Atemschutzmasken knapp geworden. In dem Land wurden nach offiziellen Angaben bisher mehr als 1200 Infektionsfälle mit dem Coronavirus und vier Todesfälle gemeldet. Die Regierung hat landesweite Ausgangsbeschränkungen verhängt und den Zugang zu den Pilgerstätten Mekka und Medina gesperrt. Auch Inlandsreisen zwischen den Provinzen des Landes sind verboten.

Coronavirus: In der Türkei steigt die Zahl der Toten

+++ 20.47 Uhr: In der Türkei steigt die offizielle Zahl der Corona-Toten weiter an. Wie Gesundheitsminister Fahrettin Koca mitteilte, stieg die Zahl der an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorbenen Menschen auf mehr als 100. Die Zahl der Infizierten lag demnach bei 7400. 

In der Türkei ist bereits eine weitreichende Ausgangsbeschränkung in Kraft, um die Ausbreitung desCoronavirus Sars-CoV-2 zu verlangsamen. So wurden Sport- und Kulturveranstaltungen abgesagt und viele öffentliche Gebäude geschlossen. 

Auch der zweitgrößte Flughafen der Metropole Istanbul soll um Mitternacht Ortszeit (23 Uhr Mitteleuropäischer Zeit) geschlossen werden, wie Canan Soysal, Pressesprecher des Flughafens Sabiha Gokcen, mitteilte.

Coronavirus auch im Bürgerkriegsland Syrien

Update vom Samstag, 28.03.2020, 14.00 Uhr: Angesichts der Coronakrise haben UN-Ermittler zu einem Waffenstillstand in Syrien aufgefordert. Dies sei nötig, um „die Katastrophe nicht zu verschlimmern“, erklärte der Leiter der UN-Untersuchungskommission für Syrien, Paulo Pinheiro, am Samstag in Genf. In dem Bürgerkriegsland wurden bislang fünf Infektionsfälle mit dem neuartigen Coronavirus gemeldet.

Die Coronavirus-Pandemie sei eine „tödliche Bedrohung für die syrische Zivilbevölkerung“, erklärte Pinheiro. Das Virus werde „wahllos zuschlagen und verheerend für die Schwächsten sein“, wenn nicht sofort Maßnahmen zu dessen Eindämmung ergriffen würden. Um eine Tragödie zu verhindern, müssten die Kriegsparteien der Forderung von UN-Generalsekretär Antonio Guterres nach einem Waffenstillstand nachkommen, erklärte Pinheiro weiter.

Mehr als 35.000 Infizierte im Iran

Update vom Samstag, 28.03.2020, 13.15 Uhr: Im Iran ist die Zahl der Todesfälle durch das neuartige Coronavirus auf mehr als 2500 gestiegen. 139 weitere Menschen seien seit Freitag an den Folgen ihrer Coronavirus-Infektion gestorben, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Samstag in Teheran. Innerhalb von 24 Stunden seien zudem 3076 neue Infektionsfälle registriert worden, sagte der Sprecher Kianusch Dschahanpur. Die Gesamtzahl der Infektionen liege damit bei 35.408.

Im Nachbarland Irak haben sich nach offiziellen Angaben rund 500 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert. 42 Menschen sind nach einer Erkrankung an Covid-19 verstorben. Der einflussreiche schiitische Geistliche Muktada al-Sadr hat gleichgeschlechtliche Ehen als einen der Gründe für die Ausbreitung des Coronavirus bezeichnet. „Ich rufe deshalb alle Regierungen dazu auf, dieses Gesetz (zur Legalisierung von Homo-Ehen) unmittelbar und ohne Zögern aufzuheben“, schrieb Al-Sadr am Samstag bei Twitter. Damit könnten sie auch Buße tun für ihre Schuld. Homosexualität ist nach islamischem Glauben streng verboten. 

Im Irak, der mehrheitlich von Schiiten bewohnt wird, steht gleichgeschlechtlicher Sex zwar nicht explizit unter Strafe. Irakische Behörden nutzen aber Gesetze zu Prostitution und zum Erhalt der öffentlichen Ordnung, um zu bestrafen. Menschenrechtler werfen der Regierung zudem vor, insbesondere schwule Männer nicht ausreichend vor Verfolgung zu schützen.

Coronavirus: Viele Infektionen im Iran

Update vom Freitag, 27.03.2020, 14.15 Uhr: Im besonders stark von der Pandemie betroffenen Iran sind nach offiziellen Angaben binnen 24 Stunden 144 weitere Menschen am Coronavirus gestorben. Damit stieg die Zahl der Todesfälle auf insgesamt 2378, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Freitag erklärte. 2926 Neuinfektionen wurden gemeldet. Insgesamt haben sich im Iran nach Behördenangaben mindestens 32.332 Menschen mit dem neuartigen Virus infiziert. Mehr als 11.100 von ihnen sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums inzwischen wieder gesund. Fast 2900 Menschen sind hingegen lebensbedrohlich erkrankt. 

Unterdessen droht in Deutschland der Notstand. Hunderttausende unterstützen eine Petition von Pflegekräften in der Coronakrise.

Update vom Donnerstag, 26.03.2020, 14.15 Uhr: Wegen der Corona-Krise sollen alle Iraner mitten in den persischen Neujahrsferien ihren Urlaub abbrechen und ohne Umwege in ihre Heimatstädte zurückkehren. Das verfügte das iranische Innenministerium am Donnerstag. Außerdem dürfen den neuen Anweisungen zufolge nur noch Einheimische in ihre Städte einreisen. Autos mit Nummernschildern aus anderen Städten werden für einen Monat beschlagnahmt und die Besitzer müssen eine Geldstrafe von umgerechnet 30 Euro bezahlen. Im Iran laufen derzeit die zweiwöchigen persischen Neujahrsferien. Viele Iraner nutzen die Zeit für Urlaub. Die Ferien gehen Anfang April zu Ende.

Die Zahl der Corona-Toten und Infizierten im Iran stieg zuletzt erneut an. Laut Gesundheitsministerium hat sich die Zahl der Toten am Donnerstag auf 2234 erhöht, die der Infizierten auf fast 30 000.

Corona-Pandemie: Mehr als 2000 Tote im Iran - Saudi Arabien reagiert

Update vom Mittwoch, 25.03.2020, 13.58 Uhr: Der Iran meldet mehr als 2000 Tote in Folge der Corona-Pandemie. Die neuen Zahlen verkündete das Gesundheitsministerium am Mittwoch (25.03.2020). In den vergangenen 24 Stunden habe es demnach 143 neueCovid-19-Todesfälle gegeben. Angesichts der steigenden Zahlen will der Iran im Kampf gegen das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 jetzt ein Reiseverbot verhängen. 

In den kommenden Tagen soll nach Angaben von Regierungsvertretern der Reiseverkehr zwischen den Städten gestoppt werden. Es sei dann untersagt, neue Reisen anzutreten und die Städte zu verlassen, sagte Regierungssprecher Ali Rabii. Innenminister Abdolresa Rahmani Fasli sagte der staatlichen Nachrichtenagentur Irna, das Verbot solle in den kommenden Tagen in Kraft treten.

Anders als im Iran sind in Syrien und Libanon bisher nur wenige Infektionen gezählt worden. Ein Coronavirus-Ausbruch in den syrisch-libanesischen Flüchtlingslagern wäre aber ein Katastrophe, warnt Jacqueline Flory im FR-Interview und beklagt, dass die Spenden ausbleiben.

Corona-Pandemie im Nahen Osten: Auch in Saudi-Arabien gilt Reiseverbot

In Saudi-Arabien hat König Salman bin Abdel Aziz ebenfalls drastische Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 verkündet: Von Donnerstag (26.03.2020) an ist es der Bevökerung demnach verboten, Riad, Mekka und Medina zu betreten oder zu verlassen. Wie im Iran ist es dann untersagt, zwischen den Gebieten zu reisen. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Verweis auf staatliche Medien.

Saudi-Arabien hatte am Montag (23.03.2020) eine 21 Tage lange Ausgangssperre verhängt, nachdem ein Anstieg der Infektionen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 registriert worden war. Das Land meldete Mittwoch in Medina seinen ersten Todesfall und 205 neue Infektionen, insgesamt sind es nun 767.

Corona im Nahen Osten: WHO will mit Tests in Idlib beginnen

Update vom Mittwoch, 25.03.2020, 8.01 Uhr: UN-Generalsekretär Antonio Guterres fordert angesichts der Corona-Pandemie einen sofortigen Waffenstillstand in allen Teilen der Welt: „Covid-19 kümmert sich nicht um Nationalität oder ethnische Zugehörigkeit, Fraktion oder Glauben. Es greift alle unerbittlich an. Unterdessen toben weltweit bewaffnete Konflikte, und die Schwächsten zahlen den höchsten Preis“, teilte er nach seiner Rede via Twitter mit. Die FR berichtet darüber, wie dramatisch sich die Corona-Pandemie auf die Bürgerkriegsländer im Nahen Osten auswirken könnte:* Laut Jan Egeland, Generalsekretär des Norwegischen Flüchtlingsrats, „droht ein Massensterben“.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO kündigte am Montag (23.03.2020) an, das am Mittwoch mit großflächigen Corona-Tests in Syrien begonnen werde. Laut der Nachrichtenagentur AFP sagte der WHO-Sprecher Hedinn Halldorsson am Montag: „Tests werden in Idlib in zwei Tagen verfügbar sein.“ Halldorsson berichtet, die WHO sie äußerst besorgt über die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie im Nordwesten Syriens.

Corona im Nahen Osten: Fast 2000 Tote im Iran – Massen besuchen Beerdigung

Update vom Dienstag, 24.03.2020, 15.45 Uhr:Berichte über Großveranstaltungen in den ebenfalls stark vom Coronavirus Sars-CoV-2 betroffenen Ländern im Nahen Osten, Iran und Irak, lassen Sorge darüber aufkommen, wie dort mit der Corona-Pandemie umgegangen wird. Die ARD-Korrespondentin Natalie Amiri teilte via Twitter einen Beitrag, der Bilder einer von Massen besuchten Beerdigungs-Prozession zeigen. Zu sehen sind Straßen voll mit Menschen, die Atemschutzmasken tragen und dicht gedrängt einen Trauermarsch bilden. Sie zeigen laut der Journalistin Golnaz Esfandari die Beerdigung des hochrangigen Mitglieds der Revolutionsgarden Hossein Asadollahi in der Nähe der Hauptstadt Teheran. Esfandari schreibt über die Bilder: „Ein Desaster im Entstehen!“

Wie der arabischsprachige Nachrichtensender „al-Arabiya“ aus Dubai berichtet, meldeten am Samstag (21.03.2020) mehrere staatliche Nachrichtenagenturen, dass Asadollahi an „chemischen Verletzungen“ gestorben sei, die er sich während des Irak-Krieges in den 1980er Jahren zugezogen hätte. Laut Golnaz Esfandari sollen etwa 100.000 Iraner solche chemischen Attacken des Saddam-Hussein-Regimes überlebt haben und nun „besonders anfällig für den Coronavirus-Ausbruch“ sein.

Corona-Pandemie im Iran: 122 neue Todesfälle

Ein Sprecher des iranischen Gesundheitsministeriums kritisierte die von Massen besuchte Beerdigung. Im Iran ist die Zahl der Corona-Toten erneut stark angestiegen. Das Gesundheitsministerium in Teheran meldete am Dienstag 122 neue Todesfälle. Damit stieg die Gesamtzahl der Toten durch das neuartige Coronavirus auf 1934. Der Iran ist eines der am stärksten von der Coronavirus-Pandemie betroffenen Länder weltweit. Die Gesamtzahl der Infektionen gab das Gesundheitsministerium am Dienstag mit 24.811 an. Das war ein Anstieg um 1762 Fälle binnen 24 Stunden. 

Im Irak haben sich am Wochenende trotz einer wegen der Corona-Krise verhängten Ausgangssperre zehntausende irakische Pilger in Bagdad versammelt. Zu Fuß strömten die schiitischen Pilger zum Imam-Kadhim Schrein, um des Geistlichen zu gedenken. Zuvor hatte trotz der Anti-Corona-Maßnahmen der Regierung der einflussreiche Schiitenführer Führer Moktada al-Sadr seine Anhänger zur Teilnahme an dem Gedenken aufgerufen.

Erstmeldung vom Montag, 23.03.2020: Als eines der letzten Länder im Nahen Osten hat am Sonntag (22.03.2020) auch Syrien seinen ersten Coronavirus-Fall gemeldet. Es handele sich um eine etwa 20 Jahre alte Person, die aus dem Ausland eingereist sei, erklärte der syrische Gesundheitsminister Nisar Yasidschi laut der Nachrichtenagentur Sana. Aus welchem Land der Patient nach Syrien gekommen ist, blieb zunächst unklar.

In dem wirtschaftlich geschwächten Bürgerkriegsland herrscht große Sorge, dass sich das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 verbreiten könnte. Vor allem unter den Hunderttausenden Vertriebenen in den verbliebenen Gebieten unter Kontrolle von Regierungsgegnern –besonders in und um Idlib – könnte ein Ausbruch verheerende Folgen haben. Allein seit Anfang Dezember ist nach UN-Angaben fast eine Million Menschen im Nordwesten Syriens vor Kämpfen und Bombardierungen Richtung Grenze der Türkei geflohen – andere Stellen sprechen gar von drei Millionen Geflüchteten.

In Idlib fordern Protestanten vom Assad-Regime aus Angst vor dem Coronavirus Sars-CoV-2 die Freilassung von Gefangenen.

In den Rebellengebieten um Idlib herrscht große humanitäre Not. Es fehlt an Essen, Unterkünften, Heizmaterial, aber vor allem an medizinischer Versorgung. Viele Kliniken wurden bei Luftangriffen Syriens oder seines Verbündeten Russland beschädigt und sind außer Betrieb. Hilfsorganisationen warnen, dass viele Menschen sterben könnten, sollte sich das Virus dort ausbreiten. Die Kontakte zwischen den Gebieten der Regierung und Rebellen sind jedoch sehr begrenzt. Die „New York Times“ berichtete unter Berufung auf lokale Ärzte, in Idlib gebe es nur 153 Beatmungsgeräte. „Wenn es zu einer Massenansteckung kommt, ist mit dem Tod von mehr als 100.000 Menschen zu rechnen, da es keine Mittel gibt, eine rasche Weiterverbreitung zu unterbinden“, zitiert die „Süddeutsche Zeitung“ einen Arzt aus Idlib.

Corona-Pandemie: Hilfsorganisationen warnen vor Ausbruch in Nordsyrien

Der Syrische Zivilschutz, auch als Weißhelme bekannt, versucht im Norden Syriens die Ausbreitung zu verhindern und desinfizierte in den vergangenen Tagen nach eigenen Angaben in Idlib, Aleppo und Hama zahlreiche Lager, Krankenhäuser, Moscheen sowie Schulen und Universitäten. Via Twitter rufen sie die Bevölkerung dazu auf, das öffentliche Leben einzuschränken.

Am schlimmsten in der Region trifft es weiterhin den Iran: Am Sonntag ist die Zahl der Covid-19-Toten noch einmal drastisch gestiegen. Das Land meldete am Montag (23.03.2020) 127 neue Todesfälle. Damit stieg die Gesamtzahl der Todesfälle durch das neuartige Coronavirus auf 1812. Der Iran ist eines der am stärksten von der Coronavirus-Pandemie betroffenen Länder der Welt. Die Gesamtzahl der Infektionen gab das Gesundheitsministerium in Teheran am Montag mit 23.049 an. Das war ein Anstieg um 1411 Fälle innerhalb von 24 Stunden.

Corona-Pandemie: Viele Länder im Nahen Osten melden Infektionen

Auch andere Länder im Nahen Osten meldeten bis zum Sonntag (22.03.2020) steigende Corona-Zahlen: 

  • In Saudi-Arabien wurde das Coronavirus bislang bei 511 Menschen nachgewiesen, ein Todesfall wurde noch nicht vermeldet. Zur Eindämmung der Pandemie wurde eine nächtliche Ausgangssperre verhängt.
  • Im Irak starben bislang 17 Menschen, 208 Menschen sind offiziell infiziert. Dennoch haben sich am Samstag (21.03.2020) zehntausende irakische Pilger in Bagdad versammelt.
  • Im Westjordanland gibt es bisher 53 bekannte Infektionsfälle mit dem Coronavirus. Auch im blockierten Gazastreifen ist es angekommen: Bei zwei Palästinensern wurde das Virus nachgewiesen. 
  • In Israel gibt es nach den Erhebungen der US-amerikanischen „Johns Hopkins University“ 1238 Fälle und 37 Tote. Das Land erntete Kritik, da es Handydaten zur Verfolgung von Infektionsfällen auswertet.
  • Auch in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Doha, Bahrain dem Kuwait und dem Oman werden viele Infektionen gezählt.
Auch in der iranischen Hauptstadt Teheran werden Atemschutzmasken getragen.

Die Vereinigten Arabischen Emirate untersagen wegen der Corona-Pandemie alle Passagierflüge im Land. Sämtliche Passagierflüge in die Emirate und hinaus sind ab Mittwoch (25.03.2020) für mindestens zwei Wochen abgesagt, wie die staatliche Nachrichtenagentur WAM meldete. Von dem Verbot betroffen sind auch Transitflüge. Die Flughäfen in Abu Dhabi and Dubai sind wichtige Drehkreuze des interkontinentalen Flugverkehrs.

jjm/dpa

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Rubriklistenbild: © AFP

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