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Ähnlich wie in Großbritannien

Corona-Mutation in Südafrika: Ist das Virus jetzt noch schneller und aggressiver?

  • Ines Alberti
    vonInes Alberti
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Auch in Südafrika wurde eine mutierte Form des Coronavirus entdeckt. Sie ähnelt der aus Großbritannien und verbreitet sich auch schneller als die bekannte Form.

  • Offenbar seit Monaten zirkuliert eine Corona-Mutation in Südafrika.
  • Sie ähnelt der Mutation in Großbritannien, soll sich aber unabhängig entwickelt haben.
  • Die Corona-Mutation in Südafrika ist laut dem Gesundheitsminister ansteckender als die bisherige Form.

Ostkap - Nachdem eine mutierte Variante des Coronavirus Sars-CoV-2 in Großbritannien entdeckt wurde, sind Forschende in Südafrika auf eine ähnliche Variante gestoßen. Die 501.V2 genannte Variante könnte laut Gesundheitsminister Zweli Mkhize für die exponentielle Ausbreitung der zweiten Welle in Südafrika verantwortlich sein. Auf einer Pressekonferenz am Freitag (18.12.2020) sagte Mkhize, auch in Südafrika werde davon ausgegangen, dass die neue Virus-Variante sich schneller verbreitet als die bisher bekannte. Es könne noch nicht sicher gesagt werden, ob sie auch für schwerere Verläufe verantwortlich ist und ob die gerade entwickelten Impfstoffe dagegen wirken.

Die Corona-Mutation von Großbritannien zirkuliert wohl schon seit Monaten in Südafrika.

Südafrikas Gesundheitsminister sagte außerdem auf der Pressekonferenz, dass sich derzeit mehr junge Menschen mit dem Coronavirus infizierten und auch ohne Vorerkrankungen schwere Verläufe hätten. Dennoch scheint man sich bewusst zu sein, dass nicht nur eine mutierte Virus-Variante für steigende Fallzahlen verantwortlich sein kann, sondern auch das Sozialverhalten der Menschen. Kürzlich hatten nämlich auch Festivals und Partys stattgefunden.

Corona-Mutation in Südafrika gefährlich für junge Menschen ‒ Kritik an Verhalten

Mkhize kritisiert das Verhalten junger Menschen auf Twitter: „Es kann nicht sein, dass unsere Jugend sich nur an lebensrettende Maßnahmen hält, wenn sie kontrolliert wird. Wir bitten Eltern, Bezugspersonen und unsere Jugend zu verstehen, dass das jetzt nicht nur damit zu tun hat, an andere zu denken, sondern dass ihr selbst jetzt gleichermaßen Gefahr lauft, an Covid-19 zu sterben“, schrieb Mkhize und forderte junge Menschen auf, „alternative Wege für sicheren Spaß über die Feiertage“ zu finden und Masken zu tragen.

Obwohl die in Südafrika entdeckte Corona-Mutation der Variante in Großbritannien ähnlich ist, sollen sie unabhängig voneinander entstanden sein, sagt der deutsche Wissenschaftler Wolfgang Preiser der „Welt“. Er war als Leiter der Abteilung für Medizinische Virologie an der Universität Stellenbosch an der Entdeckung der neuen Variante beteiligt. Die schnellere Verbreitung habe womöglich damit zu tun, dass eine Mutation in dem Teil des Virus stattgefunden hat, mit dem es sich an menschliche Zellen anheftet - das scheint ihm jetzt leichter zu fallen. „Das könnte eine höhere Infektiosität bedeuten. Ein Anhaltspunkt dafür ist, dass wir bei Patienten mit dieser Virusvariante eine höhere Viruslast finden. Das sind aber ganz frühe Daten und muss noch bestätigt werden“, so Preiser gegenüber „Welt“.

Corona-Mutation in Südafrika soll am Ostkap entstanden sein und seit Monaten zirkulieren

Das Forschendenteam um Preiser untersucht „Welt“ zufolge derzeit, ob die Mutationen des Virus dazu führen, dass Antikörper nach einer Infektion oder Impfung deshalb weniger effektiv sind. „Das ist derzeit Spekulation, wir untersuchen das auch anhand von wiederholten Infektionen“, sagte Preiser.

Wo die Corona-Mutation in Südafrika entstanden ist, sei noch nicht eindeutig. Man gehe derzeit aber davon aus, dass die neue Form am strukturschwachen Ostkap entstanden sei, sagte Preiser „Welt“. Dort gebe es eine hohe Zahl von nicht gut behandelten HIV-Patienten. Eine noch nicht belegte Theorie sei, dass sich bei ihnen sich das Virus besser und über längere Zeit im Körper vermehren könne als bei Menschen mit intaktem Immunsystem. Vom Ostkap aus habe sich das mutierte Virus auf andere Provinzen ausbreiten können.

Südafrika verschärft Maßnahmen nicht ‒ trotz ansteckender Corona-Mutation

Die mutierte Corona-Variante in Südafrika wurde zwar erst kürzlich entdeckt, sei aber in 90 Prozent von untersuchten Proben gefunden worden, wie die „New York Times“ und „Welt“ berichten. Maximilian Gertler, Epidemiologe und ärztlicher Leiter der Corona-Teststelle der Berliner Charité sagte „Welt“, die neue Variante gebe es also schon länger: „Offensichtlich zirkuliert sie seit Monaten und hat ja ebenso offensichtlich bereits Ländergrenzen überschritten“, so Gertler. Ähnlich scheint es mit der Corona-Mutation in Großbritannien zu sein. Virologe Christian Drosten sagte dazu, es sei bereits seit September dort bekannt.

Südafrika sieht unterdessen in der Verbreitung des mutierten Coronavirus keinen Grund, die Maßnahmen zu verschärfen. Gesundheitsminister Mkhize schrieb auf Twitter, man werde nichts nur auf der Basis dieser Erkenntnis ändern. Masken zu tragen, die Hände zu waschen und zu desinfizieren sowie Social Distancing seien als Maßnahmen „nicht zu schlagen“. Deutschland reagierte auf die Corona-Mutationen in Großbritannien und Südafrika mit der Einstellung des Flugverkehrs aus Großbritannien und Beschränkungen für Einreisende aus Südafrika. (Ines Alberti)

Rubriklistenbild: © Federico Gambarini/dpa

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