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Ein Mitarbeiter zeigt in einer Corona-Abstrichstelle einen Abstrich für einen Corona-Test.
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In Leverkusen wurde die britische Mutation des Coronavirus nachgewiesen.

Corona-Mutante B.1.1.7

Corona-Variante aus Großbritannien: Virologe warnt vor Inzidenz-Steigerung von „5.000 Prozent“

  • Nico Scheck
    vonNico Scheck
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Die Corona-Variante B.1.1.7 aus Großbritannien bereitet Sorge und ist ein Hauptgrund für die Verlängerung des Lockdowns. Der Virologe Adam Grundhoff warnt vor den drohenden Gefahren.

  • Der Corona-Lockdown in Deutschland gilt vorerst bis zum 14. Februar.
  • Hauptgrund der Verschärfung der Maßnahmen ist die neue Corona-Variante B.1.1.7.
  • Ein Virologe rechnet vor, was passieren könnte, wenn sich die Mutante in Deutschland ausbreitet.

Hamburg - Lockdown hard statt Lockerungen light: Bund und Länder haben sich am Dienstag auf eine Verlängerung des Corona-Lockdowns geeinigt. Bis zum 14. Februar sollen die neuen Corona-Regeln wie verschärfte Maskenpflicht, dringende Empfehlung zum Homeoffice und die Kontaktbeschränkungen andauern - mindestens.

Als Hauptgrund für die Verschärfungen der Maßnahmen nannte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Dienstag die Corona-Mutante B.1.1.7. Die Variante, die zuerst in Großbritannien entdeckt wurde, ist laut Experten deutlich ansteckender. Merkels Sorge scheint also keinesfalls unberechtigt. In die gleiche Kerbe schlägt auch Adam Grundhoff, Virologe am Heinrich-Pette-Institut für Experimentelle Virologie in Hamburg. Er rechnet im Interview mit „Welt“ vor, was passiert, wenn sich die Corona-Mutation in Deutschland ausbreitet.

Virologe Grundhoff warnt vor „sehr, sehr großer Gefahr“ durch Corona-Mutante

Auch am Donnerstagmorgen vermeldete das Robert Koch-Institut über 20.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Nicht ohne Grund warnt auch Virologe Grundhoff vor den Folgen, sollte sich die neue Variante B.1.1.7 in Deutschland ausbreiten.

Auf die Frage, ob es denn überhaupt Sinn habe, den Lockdown zu verschärfen, erklärte er bei „Welt“: „Man sagt ja, 1,5fach könnte sie ansteckender sein. Das macht nun mal einen gewaltigen Unterschied in der Ausbreitung. Und wenn man will, dass das Gesundheitssystem nicht überlastet wird, dann muss man dem begegnen.“ Die Verschärfung der Regeln sei daher eine „Vorsichtsmaßnahme, weil die Gefahr sehr hoch ist“.

Corona-Mutante bereitet Sorge: Steigerung der Inzidenz um 5.000 Prozent?

Und was passiert, sollte man die Ausbreitung der Mutante nicht stoppen können? Dafür liefert Grundhoff ein Rechenbeispiel: „Es gibt ja ein exponentielles Wachstum, mit dem man es zu tun hat bei dem Virus. [...] Wenn wir die aktuelle Reproduktionszahl mit 1,5 multiplizieren, dann sind wir in drei Monaten anstatt bei einer Inzidenz, die bei 50 Prozent liegt von dem, was wir jetzt haben, bei ungefähr 5.000 Prozent.“ Und das, so der Virologe weiter, mache „einen sehr, sehr großen Unterschied“.

Derzeit liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bei 119,0 in Deutschland. Damit ist der Wert im Vergleich zu den vergangenen Tagen leicht gesunken, liegt aber noch deutlich über der von der Bundesregierung gesetzten Zielmarke von unter 50. 

Corona-Variante B.1.1.7 ist in Deutschland noch nicht weit verbreitet

Allerdings scheint die Corona-Variante B.1.1.7 in Deutschland noch kaum verbreitet. Zwar könne man nicht genau sagen, wie weit die Mutations-Verbreitung vorangeschritten ist, betonte Grundhoff weiter, doch: „An vielen verschiedenen Orten wird viel sequenziert, dazu gehört auch Hamburg. Da ist es in der Breite noch nicht untergekommen. Deswegen würde ich nicht davon ausgehen, dass die Variante hier schon sehr weit verbreitet ist.“

Zudem handele es sich bei den mit der neuen Form infizierten Personen meist um Reiserückkehrer. Und die begeben sich ohnehin rechtzeitig in Quarantäne. (Nico Scheck)

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