Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Corona-Lockdown in Deutschland
+
Der Lockdown in Deutschland wurden verlängert. Bis Ende Januar 2021 sollen verschärfte Corona-Regelungen gelten. (Archivfoto)

Corona-Lockdown

Trotz Lockdown: Sporthändler will Filialen öffnen - Doch rechte Szene instrumentalisiert Protestaktion

  • Tobias Utz
    vonTobias Utz
    schließen

Der Betreiber eines Sporthauses in Bayern ist verzweifelt. Er will seine Geschäfte trotz Corona-Lockdown öffnen. Doch plötzlich ändert er seine Meinung.

  • Der Corona-Lockdown wird verlängert. Bis Ende Januar sollen verschärfte Regeln in Deutschland gelten.
  • Der Betreiber mehrere Sportgeschäfte aus Bayern wollte sich dem eigentlich widersetzen. Nun rudert er zurück.
  • Querdenker und die rechte Szene versuchten seine Protestaktion zu instrumentalisieren.

Rosenheim – Udo Siebzehnrübl wollte eigentlich seine fünf Sportgeschäfte in Oberbayern wieder öffnen – am Montag, 11. Januar. Das hatte der Sporthändler angekündigt, um auf die Krise im Einzelhandel aufmerksam zu machen. Die Politik wisse nicht, was sie mit ihren Entscheidungen angerichtet habe, schrieb er in einem Brief an den Handelsverband Bayern.

Zunächst hatte der Einzelhändler angekündigt, sich dem Corona-Lockdown widersetzen zu wollen - doch dann, änderte er seine Meinung. (Symbolfoto)

Doch nun die Kehrtwende. Er habe sich dafür entschieden seine Filialen nicht zu öffnen, betont Siebzehnrübl. Diesen Schritt begründet er damit, dass die rechte Szene auf seine Protestaktion aufmerksam geworden sei und das ausnutzen wolle. „In dieses Fahrwasser soll Intersport nicht gezogen werden, da ist eine Grenze für mich erreicht“, sagt der Einzelhändler dem „Bayerischen Rundfunk“. Er sei kein Querdenker, sondern „Demokrat“, so Siebzehnrübl. „Die Vereinnahmung durch die rechte Szene und Querdenker hat dazu geführt, dass wir das abblasen“, ergänzt seine Ehefrau gegenüber „t-online“.

Corona-Lockdown: Einzelhändler mit Kehrtwende - keine „Vereinnahmung durch rechte Szene“

Unter dem Hashtag #wirmachenauf wurde die Aktion unter anderem auf Twitter angepriesen. Auch auf Telegram machte die Nachricht in zahlreichen Gruppen die Runde. Dort wurde die Idee teils euphorisch bejubelt. Mittlerweile wurde das genannte Hashtag von Aktivisten gekapert, um auf die Lage von Flüchtlingen im Camp Moria hinzuweisen. Zusätzlich wurde unter dem Hashtag #wirmacheneuchdicht eine Gegeninitiative zu den Querdenkern in Umlauf gebracht.

Das Hashtag #wirmachenauf ist und war allerdings nicht nur Bestandteil rechter Verbreitungswege der Protestaktion, sondern wurde ursprünglich von Einzelhändlern initiiert, um auf missliche wirtschaftliche Situationen hinzuweisen, wie im Fall von Udo Siebzehnrübl. Bevor er seine Entscheidung revidierte, sagte Siebzenrübl in einem Videostatement, dass es sein „absoluter Wille“ sei, am Montag (11.01.2020) zu öffnen - wohl wissentlich, dass es zu einem „Kräftemessen“ zwischen ihm, „David“, und der „Staatsmacht Goliath“ kommen könnte.

Doch was droht einem Einzelhändler in einem solchen Fall? Der Anwalt Chan-jo Jun aus Würzburg sieht die Gefahr, dass Einzelhändlern die Gewerbeerlaubnis entzogen werden könnte. Hohe Bußgelder und mögliche Verurteilungen gemäß des Infektionsschutzgesetzes seien zudem möglich, so der Experte. Jun kommentiert seit geraumer Zeit Aktionen der Querdenker-Szene aus juristischer Perspektive.

Der Einzelhandel wird noch länger geschlossen bleiben - wahrscheinlich bis Ende Januar 2021. (Tobias Utz)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare