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Verschwörungstheorien

Corona-Maßnahmen: Auffallend viele Ärzt:innen unter den Kritikern

  • Teresa Toth
    vonTeresa Toth
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Immer wieder kam es in den vergangenen Monaten zu Corona-Demos. Unter den Kritikern der Maßnahmen soll es laut Recherche auch viele Ärzt:innen geben.

  • Kritiker:innen der Corona-Pandemie kommen aus unterschiedlichsten Milieus.
  • Neben Rechtsextremist:innen sollen auch einige Ärzte und Ärztinnen zu ihnen gehören.
  • Der Präsident der Berliner Ärztekammer hat eine Vermutung, warum diese Berufsgruppe von Verschwörungstheorien angezogen wird.

Frankfurt – Die Gruppe der Corona-Kritiker:innen ist klein aber laut. Dass sich zu ihnen sowohl rechtsextreme Personen sowie rechte Esoteriker:innen zählen, wurde in den zahlreichen deutschlandweiten Demonstrationen sichtbar. Überraschend ist jedoch, dass unter ihnen auch auffallend viele Ärzte und Ärztinnen sind.

Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, stellten sich schon zu Beginn der Pandemie zahlreiche Ärzte und Ärztinnen gegen die Corona-Auflagen. Einige von ihnen sollen während Behandlungen das Tragen von Masken verweigern und Patient:innen dazu auffordern, ebenfalls ihre Mund-Nasen-Bedeckung abzusetzen. Viele raten in Behandlungsgesprächen von einer Corona-Impfung ab und reden ihren Patient:innen ein, dass Covid-19 ebenso ungefährlich sei wie ein gewöhnlicher Grippevirus.

Corona-Kritiker: Ärzte und Ärztinnen gehören zu Berufsstand mit besonderer Verantwortung

In einigen Arztpraxen – so etwa in Berlin – sollen Ärzte und Ärztinnen sogar im Wartebereich an ihre Patient:innen appellieren, sich gegen die Hygienemaßnahmen aufzulehnen, da diese ein „Eingriff in die Freiheitsgrundrechte“ seien. Damit sorgen Ärzte und Ärztinnen nicht nur für Unruhen in einer ohnehin angespannten Situation, sondern verbreiten zusätzlich abstruse Verschwörungsmythen.

Da sie zu einem Berufsstand gehören, der eine besondere Sorgfaltspflicht trägt und auf den zahlreiche Menschen angewiesen sind, gelingt ihnen das Weitertragen falscher Informationen vermutlich erfolgreicher als etwa rechten Esoteriker:innen. Dass aber ausgerechnet Ärzte und Ärztinnen von Verschwörungstheorien angezogen werden, wirkt besonders bizarr, wenn man bedenkt, dass einige von ihnen in Krankenhäusern um das Leben von Patient:innen kämpfen, die sich mit dem Virus infiziert haben.

Auch Ärzte und Ärztinnen gehören zu Corona-Kritikern und verbreiten falsche Informationen.

Ärzte und Ärztinnen unter Corona-Kritikern: Günther Jonitz mit möglicher Erklärung

Die Frage danach, warum dennoch viele von ihnen falsche Informationen verbreiten und gegen die Corona-Regeln hetzen, beantwortet Günther Jonitz, der Präsident der Berliner Ärztekammer. Im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung betont er, dadurch, dass Ärzte und Ärztinnen von anderen Menschen oft auf einen Sockel gehoben werden und sie das Gefühl haben, immer auf der richtigen Seite zu stehen, verlieren sie schnell jeden Bezug zur Realität: „Das, was uns Ärzte stark macht, ist auch das, was potenziell zu Betriebsblindheit führt.“

Jonitz betont gegenüber der Süddeutschen Zeitung aber auch, dass es sich dabei nur um einen kleinen Teil der Berufsgruppe handelt. Die meisten von ihnen leisten in dieser schweren Zeit hervorragende Arbeit. Aber gerade durch ihren besonderen gesellschaftlichen Stellenwert wirken die Ärzte und Ärztinnen unter den Corona-Kritikern besonders laut und beschädigen das Ansehen ihrer Kolleg:innen.

Berufsverbände in ganz Deutschland beobachten die Entwicklungen mit großer Sorge. Laut der Süddeutschen Zeitung wurden allein in Berlin bereits mehr als 180 Verdachtsfälle von Berufspflichtverletzungen und Straftaten im Zusammenhang mit Corona gemeldet, denen derzeit nachgegangen wird. Einige besonders schwerwiegende Fälle wurden direkt an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet. (Teresa Toth)

Rubriklistenbild: © Boris Roessler / dpa

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