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Superstar Madonna: Auf der Bühne geliebt - ihre Selbstinszenierung im Milchbad ging dagegen nach hinten los.  

Corona und die US-Promis

Prominent daneben - Superstars in der Corona-Krise

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Einige US-Promis wenden sich über Soziale Medien in der Corona-Krise an ihr Publikum - und schießen teils gnadenlos am Ziel vorbei.

  • Viele Promis treten in der Corona-Krise ins Fettnäpfchen
  • Die Fans können in Zeiten von Corona keine Updates aus dem Luxusleben gebrauchen
  • Manche Aktionen kommen dennoch gut in den Sozialen Medien an

Es ist auf Madonnas Heimvideo aus der selbstgewählten Isolation nicht genau zu erkennen, in welches ihrer Häuser sie sich zurückgezogen hat, um das Coronavirus auszusitzen – das in Hollywood, das in New York, das in Lissabon oder jenes in London. Erkennbar ist lediglich die Botschaft, dass sie in dieser Zeit nur eine von uns sein möchte.

Corona-Video von Madonna ernetet Häme

„Das Virus“, philosophiert sie, während sie sich in einem Milchbad mit Rosenblüten räkelt, „ist ein großer Gleichmacher. Dem Virus ist egal, wie reich oder wie arm Du bist, wie berühmt Du bist, wie lustig Du bist oder ob Du eine tolle Geschichte zu erzählen hast.“ Das Video war selbstverständlich perfekt ausgeleuchtet und mit professioneller Hand aufgenommen, die vermutlich nicht ganz den Sicherheitsabstand von zwei Metern eingehalten hat.

Selbstverständlich hatte die Produktion nicht annähernd den gewünschten Effekt. Wenn Madonna wirklich geglaubt haben sollte, dass man ihr die Solidaritäts-Bekundung abnehmen würde, wurde sie rasch eines Besseren belehrt. Der Clip erntete im Netz vor allem eines - Häme. „Madonna hat die Selbsttäuschung der Promis zur Performance-Kunst perfektioniert“, schrieb die Kultur-Kritikerin Amanda Hess.

Exklusiver Lebensstil kommt in Corona-Krise nicht gut an

Madonna ist jedoch nicht die einzige der A-List Prominenz, die sich damit schwertut, in der Zeit des Coronavirus den richtigen Ton zu treffen. Die sorgfältig kuratierte Darstellung des exklusiven Lebensstils über alle Plattformen, mittels derer sich die Prominenz gewöhnlich mit ihrem Publikum ins Benehmen setzt, ist plötzlich aus der Zeit gefallen. 

„Die Berühmten“, schreibt Amanda Hess, „sind Botschafter der Meritokratie. Sie verkörpern den amerikanischen Traum des Aufstiegs durch Talent, gutes Aussehen und harte Arbeit. Doch dieser Traum platzt von heute auf morgen, wenn die Wirtschaft stehen bleibt, die Todeszahlen täglich klettern und die Menschen in ihren winzigen Wohnungen eingesperrt bleiben.“

Corona-Krise: Fans kritisieren Stars

Hat bei ihren Fans jüngst nicht gepunktet: Jennifer Lopez.  

Die Entertainment-Promis sind gewissermaßen plötzlich ihrer Sprache beraubt und stottern sich unbeholfen durch kommunikatorisches Neuland. Dabei hauen sie, wie Madonna, eher öfter daneben, als dass sie in Schwarze treffen.

So rief das Video von Jennifer Lopez aus der Villa in Florida, in der sie mit Baseball Star Alex Rodriguez ihre Virus-Ferien verbringt, ebenso viel Hass hervor, wie der Madonna Film. Dass sie darin darüber klagte, keine Vier-Sternerestaurants mehr besuchen zu können, schlug dem Fass den Boden aus. „Wir hassen Euch“, kommentierte ein Twitter-Follower. „F… Euch“, stimmte ein anderer ein. „Über das Virus zu reden ist für Euch doch nur eine Entschuldigung dafür damit anzugeben, wie sicher Ihr Euch fühlt.“

In Corona-Krise kein Bedarf an Klatsch und Tratsch

Eine ähnlich heftige Reaktion erntete der Aufruf von Pharrell Williams für die Gesundheitsarbeiter in den Krankenhäusern Geld zu spenden. „Bist Du bescheuert?“, antwortete ein Follower. „Du hast 150 Millionen auf der Bank und bittest uns zu spenden, während wir nicht wissen, wie wir unsere Miete bezahlen sollen? Und da wir gerade dabei sind – wie viel hast Du denn Deinem Beverly-Hills-Arzt für Deinen Covid-Test bezahlt, um den wir noch betteln müssen, wenn wir am Beatmungsgerät hängen?“

Auch Ellen DeGeneres hatte nicht mehr Glück mit ihrem Video, für das sie auf ihrem Designer-Sofa saß und mit Michelle Obama plauderte. Und das Model Gal Gadot erntete für ihren atonalen Vortrag von „Imagine“ nur Gelächter.

Bodenständige Unterhaltung kommt in Corona-Krise gut an

Das amerikanische Volk hat in der Corona-Krise, wie es scheint, keinen Bedarf mehr an Promis. Der Glamour ist irrelevant geworden und ihre Versuche, sich gemein zu machen, werden sofort durchschaut. Statt Kim Kardashian trendet nun der Hashtag #guillotine2020. Die Parole „Eat The Rich“, die in den 80er-Jahren als Graffiti in New York Karriere machte, erlebt ein großes Comeback in sozialen Medien.

Nutzen haben die Celebrities für die Menschen nur, wenn sie das tun, was sie können, nämlich unterhalten. So kam Yo-Yo Mas‘ Cello-Solo ebenso gut an, wie Anthony Hopkins‘ Klavierkonzert für seine Katze. Und auch das halbstündige Konzert aus dem Aufnahmestudio des Coldplay-Frontmannes Chris Martin wurde geduldet.

Corona-Krise bringt neue Publikumslieblinge hervor

Die wahren Stars der Corona-Krise sind jedoch Leute wie der allgegenwärtige Dr. Fauci, der Direktor des Nationalen Instituts für übertragbare Krankheiten, der als einziger ungestraft Donald Trump kritisiert und das amerikanische Volk mit zuverlässigen Informationen versorgt. Oder der New Yorker Gouverneur Andrew Cuomo, dessen tägliche Pressekonferenzen zum Quotenhit geworden sind.

Dass Taylor Swift und Kanye West auf Twitter wieder ihre Fehde aufgenommen haben, kümmert derweil keinen Menschen. Und wird es wohl auch für lange Zeit nicht mehr.

Von Sebastian Moll

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